Krisenmodus: Danke, Herr Bundeskanzler!

In der Redaktion von ZackZack ist immer etwas los. Den wöchentlichen Einblick gibt Benedikt Faast.

Wien, 06. März 2021 | „Boah, nix los heute in der Innenpolitik“ – Benedikt Faast, Dienstag, 2. März 2021, 9:31 Uhr, Redaktionskonferenz. Ich Trottel. Wenn man eines in diesem Job lernt: sag’ niemals diesen Satz. Und es kam natürlich, wie es kommen musste, die innenpolitischen Geschehnisse dieser Woche überschlugen sich.

Was ich nämlich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: der Bundeskanzler hielt ein eilig einberufenes Hintergrundgespräch ab. Er versammelte ausgewählte Journalisten, um sich über ZackZack auszulassen. Die erlesene Runde wurde mit „fehlerhaften Fakten“ bedient. „Dirty Campaigning“-Vorwurf – das Wort und dessen richtige Bedeutung sollte man vielleicht nochmal im Bundeskanzleramt googeln – war die Message, das war die Schlagzeile, die von den Titelseiten herunterstrahlen sollte. Am besten noch den ZackZack-Herausgeber auf das Titelbild packen. Es wurde geliefert. Und wie!

Die Aktion des Kanzlers ging jedoch gehörig nach hinten los, denn erstens sind die „Vorwürfe falsch und leicht zu widerlegen“, zweitens, wir schweben dadurch auf der Leserzahlen-Wolke Nummer 7. Und hier darf ich mich an Sie persönlich wenden, Herr Bundeskanzler. Dafür ein besonders großes Danke! Denn Sie sichern mir und den Kollegen gerade den Arbeitsplatz auf lange Zeit.

Wir wissen ja seit dieser Woche, dass Sie hier fleißig mitlesen. Sollten Sie jedoch gerade wegen der Eröffnung einer Impfstofffabrik in Hadersdorf-Weidlingau verhindert sein, wird einer Ihrer 59 PR-Mitarbeiter die Danksagung an Ihre Büroleiterin schicken. Da müssen wir halt hoffen, dass der Herr Finanzminister nicht gerade Gassi mit dem Laptop geht.

Zum Abschluss noch ein kleiner Tipp: Schauen Sie heute vielleicht nicht ins „Profil“. Ich habe gehört die Kanzlerfrage soll ja nicht so super laufen. Für diesen Tipp wird mein Gesicht wohl auf der BMI-Homepage landen.

Hochachtungsvoll,

Benedikt Faast

Titelbild: APA Picturedesk

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