Was war jetzt bitte mit Ketchupflasche?

Große Verwunderung nach der neuesten “Weisheit” von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Wir lernen: Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, aber das mit der Impfung ist wie mit einer Ketchup-Flasche. 

Wien, 02. März 2021 | Die Impfungen in Österreich laufen mehr als schleppend voran. Erst 5,4 Prozent der österreichischen Bevölkerung erhielten seit Ende Dezember zumindest eine Impfdosis. In Großbritannien sind es bereits 25 Prozent und Israel steht mit mehr als 50 Prozent unangefochten an der Spitze.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zog bei der Pressekonferenz am Montag nun einen ungewöhnlichen Vergleich, um zu zeigen, wie das Tempo in den kommenden Wochen erhöht werden soll. In Bezug auf die Impfung griff er zur Saucen-Flasche mit hoher Dickflüssigkeit: der Ketchup-Flasche. „Wir kennen die Ketchup-Flaschen, da braucht man oft lange, bis irgendwas rauskommt, und dann kommt auf einmal ein ganzer Schwall.“

Ketchup-Metapher kommt von Dänen

Bei den Teilnehmern der Pressekonferenz war die Verwunderung groß: was will der Kanzler mit der zähen Paradeisersauce? Die Metapher stammt von der sozialdemokratischen, dänischen Ministerpräsidenten Mette Frederiksen. Im Vergleich zu Österreich weist Dänemark eine bedeutend höhere Impfquote auf. 7,1 Prozent erhielten im skandinavischen Staat innerhalb der letzten zwei Monate zumindest eine Teilimpfung. Zudem schraubte Dänemark sein Impftempo in den letzten Tagen nochmal hoch. Bei der Generalprobe für die Massenimpfungen erhielten 37.500 Dänen den Stich, in Österreich sind es im Durchschnitt knapp über 10.000 pro Tag.

Der Ketchup-Sager des österreichischen Kanzlers sorgte jedenfalls für kreative Späßchen im Netz.

Momentan läuft die Impfung eher so:

Praktisch: Den Ketchup-Effekt kann man auch auf andere Beispiele anwenden.

Nicht alle sind begeistert.

Ohrwürmer der Band “LasKetchup” machen die Runde.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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