Frequency-Festival fällt ins Wasser

Veranstalter sind verärgert

Große Enttäuschung für alle Tanzbegeisterten: Das Frequency-Festival findet auch heuer nicht statt. Die Veranstalter sind sauer – die Regierung habe die Verantwortung einfach auf St. Pölten “abgeschoben”.

Wien, 16. Juli 2021 | Auf der Webseite des Frequency-Festivals konnte man noch Tagestickets erwerben, die Facebook-Seite bewarb die Covid-19-Impfung für ihre Festival-Teilnehmer. Doch wie die “Krone” am Freitag als erstes Medium berichtete, soll das Festival auch heuer wieder abgeblasen werden.

Festival-Pässe zum Preis von 200 Euro für alle drei Tage (19. bis 22. August) sind ausverkauft. Seit Wochen soll aber bereits verhandelt worden sein, ob das Festival stattfinden wird oder nicht. Jetzt ist es aber fix: Das Frequency-Festival soll nicht stattfinden.

Veranstaltung auf St. Pölten “abgeschoben”

Laut Behörde ist die Entscheidung aufgrund von Bedenken wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus gefallen. „Die Gesundheit von Besuchern und Bevölkerung geht vor“, wurde gegenüber der APA betont. Die Stadt wolle nicht riskieren, ein „Superspreader-Event“ zu hosten.

“Die Veranstalter benötigen Planungssicherheit, ein weiteres Zuwarten, ob der Bund eine Nachfolgeverordnung erlässt oder nicht, wäre unfair. Die Stadt St. Pölten steht für Fairness, Sicherheit und Zuverlässigkeit”, hieß es.

Wie Tatar im Interview mit “PULS 24” deutlich verärgert sagt, habe die Regierung die Verantwortung einfach auf die Stadt St. Pölten “abgeschoben”, dort war den Verantwortlichen das Festival angesichts der Delta-Variante “nicht geheuer”. Des Weiteren fordert er von den Behörden klare Anforderungen, die auch halten. “Das ewige Einmal-hin-und-einmal-her ist wirklich nervig”, sagt Tatar gegenüber “PULS 24”.

“Traurige Gewissheit”

Trotz “dem strengsten Covid-19-Konzept von ganz Österreich” sei die Absage nun “traurige Gewissheit”, hielt das Team um Festivalchef Harry Jenner in einer Aussendung fest. “Davon werden wir uns aber keinesfalls entmutigen lassen, sondern angestrengt weiterarbeiten, damit 2022 gemeinsam mit Euch und allen Besuchern endlich unser Jahr wird!”

Kartenbesitzer bangen um Tickets

Manche haben ihr Ticket noch aus dem Vorjahr, ZackZack hat mit David L., einem der 50.000 Ticketbesitzer, gesprochen:

„Ich hab‘ noch mein Ticket aus dem Vorjahr. Ich und mein Freund haben uns echt schon aufs Tanzen gefreut, endlich wieder Festival, Menschen, Tanzen. Aber ja, was solls. Die müssen halt auch nach den Maßnahmen tanzen. Ich hoffe halt dass es auch für nächstes Jahr noch gültig bleibt.“

Was mit den Tickets passieren wird, ist noch unklar. Informationen zu einem Tickettausch auf das kommende Jahr beziehungsweise einer Gutscheinregelung sollen in Kürze folgen.

Verschärfungen für Veranstaltungen

Indes werden die Corona-Maßnahmen angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante erneut verschärft: ab 15. August gilt der „Grüne Pass“ erst nach der zweiten Impfung. In Clubs oder Discos dürfen künftig nur Menschen mit negativem PCR-Test, der maximal 72 Stunden alt ist, oder Geimpfte. Die Registrierungspflicht in der Gastronomie soll nicht wie geplant abgeschafft werden. Mückstein begründete die Maßnahmen in der Zib2: „Ich will den Fehler des Vorjahres, ein exponentielles Wachstum der Infektionen zu übersehen, vermeiden“.

Rückschlag für junge Menschen

Von einem “verheerenden Signal für Impfwillige” sprach die Interessengemeinschaft Österreichische Veranstaltungswirtschaft (IGÖV) am Freitag. Junge Menschen hätten lange auf Festivals und Kulturevents gewartet. “Die Teilhabe am kulturellen Leben, der Besuch von Veranstaltungen und der Nachgastronomie sind für viele Menschen die Motivation, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen”, hieß es in einer Aussendung.

ÖVP und SPÖ für Absage, FPÖ übt Kritik

Kritik an der Frequency-Absage gab es am Freitag seitens der FPÖ Niederösterreich. Kultursprecherin Vesna Schuster bezeichnete den Schritt als „völlig unverständlich“. „Viele Jugendliche, die das Festival besuchen wollten, haben sich eigens dafür impfen lassen. Außerdem haben die Veranstalter ein ausgezeichnetes Sicherheitskonzept vorgelegt“, hielt die Landtagsabgeordnete in einer Aussendung fest.

Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) begrüßte hingegen die Entscheidung. Die Absage sei „ein verantwortungsbewusster Schritt, der keinen Zweifel daran lässt, dass für die Stadt St. Pölten die Gesundheit und die Sicherheit der Konzertbesucher und ihrer Bevölkerung immer an erster Stelle standen“, so Königsberger-Ludwig in einer Aussendung.

Auch Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) stellte sich am Rande einer Veranstaltung in Kirchberg an der Pielach (Bezirk St. Pölten) am Freitag hinter die Absage. „Ich bin sehr froh, dass das Frequency-Festival abgesagt ist. Denn was wir in noch immer schwierigen Zeiten nicht brauchen können, sind Massenansammlungen von Menschen“, so Pernkopf

(lb/jz)

Titelbild: APA Picturedesk

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