Russen bombardieren Spital

New York Times deckt Syrien-Skandal auf

Ein Video der New York Times erzürnt, verblüfft, macht fassungslos: Russische Piloten haben ein Spital in Syrien bombardiert. Vor vier Wochen schrieb die große US-amerikanische Zeitung schon mal davon. Jetzt kam es offenbar wieder zu einem Bombardement auf ein Spital. Die UN ermittelt wegen möglichen Kriegsverbrechen.

New York/Damaskus, 15. November 2019 / Vor vier Wochen berichteten die New York Times über einen Vorfall, der fassungslos macht: Russische Piloten bombardierten ein Spital in Syrien. Nun kam es am 6. November offenbar wieder dazu! Das Video, das die altehrwürdige New Yorker Tageszeitung veröffentlichte, zeigt das Bombardement aus nächster Nähe. Verschiedene Perspektiven, auch von den Spital-Kameras selbst, legen das Ausmaß der Attacke offen.

Setzte Russland UN-General unter Druck?

Die NYT schreibt zudem, dass aus Diplomatenkreisen Versuche bekannt wurden, wonach russische Vertreter UN-Generalsekretär Guterres unter Druck setzten. Offenbar wollten sie, dass die ohnehin eingeschränkten Ermittlungen bzw. deren Ergebnisse nicht an die Öffentlichkeit dringen. Die russische Seite dementiert das. Man wollte bei der NYT keine Stellungnahme abgeben. Die Ermittlungen der UN beschränken sich auf eines von vier wahrscheinlichen russischen Luftangriffen auf Spitäler in Syrien.

Penible Recherche der NYT

Die NYT nutzte mehrere Zeugenaussagen und Videos, zeitcodierte Cockpit-Aufzeichnungen russischer Piloten, Flugzeug-Spotter-Protokolle und Überwachungskamerabilder von Kafr Nabl, einen Ort in der Rebellen-Provinz Idlib. Die Zeiten, zu denen ein Pilot Bombenaufpralle in den Cockpit-Aufzeichnungen bestätigt, stimmen mit den Zeiten überein, zu denen das Krankenhaus getroffen wurde.

Seit Ende April konzentrieren sich Syrien und Russland mit deren Angriffen auf die letzte verbliebene Rebellenhochburg im Nordwesten Syriens.

(wb)

Titelbild: APA Picturedesk

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