Israel: Angriffe auf Syrien

Mindestens 14 Tote

Inmitten der innenpolitische Krise in Israel, fliegt die Luftwaffe mehrere Ziele in Syrien an.

Wien, 20. November 2019 / Bei neuen Angriffen der israelischen Luftwaffe im benachbarten Syrien sind Medienberichten zufolge mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Die Luftschläge richteten sich gegen Iran-freundliche Truppen. Die Angriffe seien eine Reaktion auf iranischen Raketenbeschuss aus Syrien, teilte die israelische Armee am Mittwoch mit.

Innenpolitische Krise vor Verschärfung

Inmitten der angespannten Sicherheitslage droht sich auch die politische Krise in Israel zu verschärfen. Die Frist zur Regierungsbildung stand am Mittwoch kurz vor dem Ablauf, eine Lösung zeichnete sich indes nicht ab. Ex-Militärchef Benny Gantz vom Mitte-Links-Bündnis „Blau-Weiß“ hatte noch bis Mitternacht (Ortszeit, 23 Uhr MEZ, red.) Zeit, eine Koalition zu bilden. Pikant: Sollte er scheitern, würde die Wahrscheinlichkeit einer dritten Parlamentswahl innerhalb nur eines Jahres deutlich steigen!

Bevor Gantz das Mandat erhielt, war der rechtskonservative Regierungschef Benjamin Netanyahu von der Likud-Partei bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr beim Versuch gescheitert, eine Koalition zu schmieden. Netanyahu ist seit 2009 durchgängig im Amt.

Bemühungen um die Bildung einer Großen Koalition von Blau-Weiß und Likud brachten bisher auch kein Ergebnis.

Zuvor ballerte Syrien auf Israel

Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht auf Mittwoch Dutzende militärische Ziele in Syrien an. In der Nacht zuvor hatte es mehrere Attacken aus dem Nachbarland auf Israel gegeben; nach israelischen Angaben wurden vier Raketen aus Syrien abgefeuert, die alle vom Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen wurden.

Israel will mit seinen Luftschlägen den militärischen Einfluss des Irans in dem Bürgerkriegsland zurückdrängen. Die Syrische Beobachtungsstelle meldete am Mittwoch, bei den Angriffen seien elf Soldaten der syrischen Armee und Kämpfer regierungstreuer Milizen getötet worden. Sieben der Todesopfer seien keine Syrer gewesen. Israelische Raketen hätten unter anderem ein Waffenlager der iranischen Al-Quds-Einheit zerstört. Aus Kreisen syrischer Gesundheitseinrichtungen hieß es zudem, es seien im Umland südwestlich der Hauptstadt Damaskus drei Zivilisten getötet worden.

Assad-Verbündeter Iran als Player

Die Al-Quds-Einheit gehört zu den iranischen Revolutionsgarden, einer Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte. Teheran ist im syrischen Bürgerkrieg ein wichtiger Verbündeter der Regierung. Israels Erzfeind Iran unterstützt in Syrien zahlreiche Milizen, deren Kämpfer teilweise aus dem Ausland kommen, etwa aus dem benachbarten Irak.

(APA/wb)

Titelbild: APA Picturedesk

Aktuell

Archiv