Tennis 2019

Das Thiem-Jahr

2019 war das beste Jahr in der Karriere von Dominic Thiem. Er schloss die Saison mit dem Finaleinzug beim ATP-Finalturnier in London ab. ZackZack blickt auf die Tennissaison 2019 zurück.

Wien, 25. Dezember 2019 / Noch immer sind die Big 3 – Federer, Nadal, Djokovic – die Dominatoren des Tennis. Die 4 Grand Slam Titeln teilten sich Nadal und Djokovic. Aber die jungen Herausforderer werden mehr. Das merkte man schon im Jänner, traditionell schlägt der ATP-Corso dann in Australien auf.

Jänner – Australien Open

Roger Federer wollte nach 2017 und 2018 noch einmal den Pokal in Australien heben. Doch er scheiterte am griechischen Aufsteiger Stefanos Tsitsipas. Im Achtelfinale war Endstation. Im Finale kam es zum Clash zwischen Djokovic und Nadal. Man erwartete sich ein Duell auf Augenhöhe, doch Dojokvic überrumpelte Nadal und gewann in drei Sätzen.

Für Dominic Thiem waren die Australien Open eine Enttäuschung. Nach einem 5-Satz-Sieg über den Franzosen Benoit Paire, scheiterte am jungen Australier Alexei Popyrin. Thiem gab bei 0:2-Satzrückstand und 0:2 im dritten Satz auf. Thiem hatte mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, wirkte lustlos und müde. Tennis-Österreich war besorgt.

Februar

Thiem flog daraufhin nach Südamerika. Doch auch die Turniere in Buenos Aires und Rio verliefen alles andere als nach Wunsch. Beide Turniere konnte Thiem bereits gewinnen, doch dieses Jahr stand er auf verlorenen Posten. Auf eine Semifinal-Niederlage gegen seinen Freund Schwartzmann in Buenos Aires folgte eine Erstrundenniederlage gegen den unbekannten Laslo Djere. Nun war Tennis-Österreich wirklich besorgt.

März

Thiem war in der Krise. Und er reagierte: Er engagierte Nicolas Massú als neuen Coach, zuerst noch an der Seite von Alt-Trainer Bresnik. Und plötzlich wurde aus dem Thiem der angesagteste Spieler der Tour. Er gewann das prestigeträchtige Turnier von Indian Wells. Dabei schlug er Federer im Finale. Thiem feierte den größten Sieg seiner Karriere. Gleich darauf zog der Tennis-Corso nach Miami. Das ging für Thiem zu schnell – eine Erstrundenniederlage war die Folge. Den Sieg beim ATP-1000 in Florida holte sich Alt-Star Federer.

April

2 Wochen später traf sich die Tour in Monte Carlo. Die Sandplatzsaison war damit in der heißen Phase angekommen. In Monaco lief es für Thiem nicht rund – er scheiterte in der zweiten Runde. Den Sieg holte Italo-Furie Fabio Fognini. Auch für der erste Sieg bei einem ATP-1000er.

Doch Thiem kam zurück – und gewann erstmals das 500er von Barcelona. Dabei zog er im Halbfinale mit Rafael Nadal den Platz ab. Für Roland Garros war damit wieder klar: Wenn jemand Nadal in Paris schlagen kann, dann Thiem.

Mai

Nach Barcelona, kommt Madrid. Das ist die Regel der ATP Tour. Thiem schaffte es bis ins Halbfinale, verlor dort aber denkbar knapp an Novak Djokovic (6:7 6:7). Der Serbe haute im Finale Tsitispas in die Pfanne und holte sich den ersten 1000er seiner Saison.  Direkt vor Paris kassierte Thiem noch einen Dämpfer: In Rom musste der Niederösterreich in der ersten Runde die Segel streichen. Sandplatzgott Nadal holte sich den Titel gegen Djokovic im Finale.

Juni – Roland Garros

Sandplatztennis der Extraklasse: Das gibt es jährlich ab Ende Mai in Paris. Thiem will der zweite Österreicher nach Muster werden, der dort reüssiert. Auch dieses Jahr klappte es nicht. Nach 3 umkämpften 4-Satz-Siegen stand Thiem im Achtelfinale. Das gewann er genau so locker wie sein Viertelfinale. Im Halbfinale bäumte sich Djokovic auf. Und dieses Spiel wurde zum Klassiker: 2 Tage bekämpften sich die beiden im verregneten Paris. Erst im fünften Satz entschied Thiem das Spiel für sich. Nachteil: Einen Ruhetag vor dem Finale gegen Nadal hatte Thiem deshalb nicht mehr.

Das zweite Thiem-Nadal-Finale stand an. Thiem gewann erstmals einen Satz, doch musste wieder den Stier aus Mallorca gewinnen lassen. Nadal war zu stark. Trotzdem war die Saison bereits ein Erfolg.

Juli – Wimbledon

London war nichts für Thiem. Er scheiterte in der ersten Runde. Doch das Finale von Wimbledon entwickelte sich zum Drama-Spiel der Saison: Roger Federer und Novak Djokovic duellierten sich fast fünf Stunden. Federer vergab Matchbälle, Djokovic gewann im fünften Satz 13:12 im Tiebreak.

Für Thiem ging es zurück auf Sand. Doch in Hamburg konnte er nicht viel holen. Dafür holte er in Kitzbühel seinen begehrten Heimsieg. In Kitzbühel gab er bis zum Turniersieg keinen einzigen Satz ab.

August

Der ATP-Zug fuhr in Nordamerika ein. Montreal und Cincinatti waren die nächsten 1000er am Programm. Thiem kämpfte mit einer Verkühlung, der Northamerica-Swing war enttäuschend. Nicht aber für Daniel Medvedev. Der Stern des jungen Russen ging nun endgültig auf. Er kickte Thiem aus Montreal, scheiterte danach aber an Nadal im Finale. Doch in Cincinatti holte er sich seinen ersten 1000er-Sieg. David Goffin verlor im Finale.

September – US Open

Bei den New Yorker US-Open ein ähnliches Bild. Thiem scheiterte erkrankt in der ersten Runde. Ins Finale rauschten Nadal und Medvedev. Dort gewann Nadal. Damit blieben die 4 Grand Slams noch immer in der Hand der Alt-Stars. Zwar waren Medvedev und Thiem knapp dran, doch konnte keiner der beiden Nadal vom Thron stoßen.

Oktober

Der Asia-Swing lief für Thiem grandios. Konnte er die Jahre zuvor kein einziges Spiel in Peking gewinnen, holte er diesmal gleich den Pokal. Er schlug den griechischen Tennis-Herkules Tsitsipas im Finale in drei Sätzen. In Shanghai kam Thiem zumindest ins Viertelfinale. Den Sieg holte sich erneut der Spieler der damaligen Stunde: Medvedev.

Doch großer Trost für Thiem: Er schnappte sich den Austria-Slam, gewann nach Kitzbühel auch noch Wien. Die Stadthalle bebte.

November – ATP Finals

Djokovic gewann Paris, das letzte 1000er der Saison. Dann ging es für die Top 8 der Saison nach London.

Thiem krönte seine Saison: Sieg gegen Federer und Djokovic, Halbfinal-Sieg gegen Titelverteidiger Zverev.

Nur im Finale spielte sich Tsitsipas in einen Rausch. Thiem verlor knapp. Trotzdem schloss er die Saison auf Platz 4 der Weltrangliste ab. Bald trifft man sich wieder in Australien, eine neue Saison beginnt, Thiem, Tsitsipas und Co. blasen erneut zum Angriff gegen Federer und die großen Alt-Stars.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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