Brand in Tschernobyl-Sperrzone

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Rund um das 1986 explodierte Atomkraftwerk Tschernobyl brennt es. 1.400 Feuerwehrleute sind in der ukrainischen Sperrzone mit Löscharbeiten beschäftigt. Die internationale Ärzteorganisation zur Verhinderung eines Atomkriegs warnte vor einer Verharmlosung der Lage. Über der Ukraine gebe es radioaktive Wolken. Eine ungünstige Wetterlage könnte diese über ganz Europa ziehen lassen.

Wien, 21. April 2020 | In dem radioaktiv belasteten Gebiet wurden mit schwerer Technik Brandschutzschneisen gezogen. Starker Wind erschwerte die Löscharbeiten. In der etwa 70 Kilometer vom Sperrgebiet entfernten Hauptstadt Kiew verringerte leichter Regen den Smog.

Ärzteorganisation warnt vor Verharmlosung

Die internationale Ärzteorganisation zur Verhinderung eines Atomkriegs IPPNW warnte vor einer Verharmlosung der Lage. Es gebe radioaktive Wolken über der Ukraine.

“Bei ungünstiger Wetterlage und Windrichtung könnte auch der Rest Europas, könnte auch Deutschland von den radioaktiven Wolken betroffen sein”,

teilte der IPPNW-Co-Vorsitzende Alex Rosen am Montag mit. Stark verdünnte Rauchschwaden hätten bereits andere Teile Europas erreicht. Feine Messungen hätten einen Anstieg bei den Cäsium-137-Werten gezeigt. Die gemessenen Strahlenwerte seien zwar “keine relevante Gefahr für die Bevölkerung”, sagte Rosen. Es könnten aber auch deutlich stärker verseuchte Teile der Sperrzone in Brand geraten.

Bewohner mussten in Sicherheit gebracht werden

Die Größe der abgebrannten Fläche wurde mit über 10.000 Hektar angegeben, die Ärzteorganisation und die Umweltschutzorganisation Greenpeace nannten 46.000 Hektar. Auch im besiedelten Gebiet Schytomyr – in Nachbarschaft zur Sperrzone Tschernobyl – kämpften knapp 1.000 Feuerwehrleute gegen Waldbrände. In Dörfern wurden Dutzende Häuser zerstört, ihre Bewohner mussten in Sicherheit gebracht werden.

Nach der Explosion des Blocks Vier im damals noch sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl am 26. April 1986 wurden radioaktiv verstrahlte Landstriche um die Atomruine gesperrt. Es handelte sich um die größte Atomkatastrophe in der Geschichte der zivilen Nutzung der Kernkraft. Es gab Tausende Tote und Verletzte. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt.

(apa)

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Titelbild: APA Picturedesk

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