Einkommen sinken – Mieten steigen

Am 1. April steht die alle zwei Jahre durchgeführte Erhöhung der Richtwertmieten ins Haus. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und der schlechten wirtschaftlichen Lage fordern SPÖ und Arbeiterkammer eine Aussetzung der Erhöhung.

 

Wien, 19. Februar 2021 | Alle Jahre wieder kommt die Angleichung der Richtwertmieten. Für Bewohner im Altbau und im Gemeindebau bedeutet das eine Teuerung des Mietzinses in Angleichung an die Inflation. Am 1. April soll die ungeliebte Post der Hausverwaltung an die Mieter versandt werden. Betroffen von der Erhöhung um 3,01% sind ca. 750.000 Haushalte. Am teuersten ist Wohnen übrigens in Salzburg, wo man pro gemieteten Quadratmeter im Durchschnitt 9,50 Euro bezahlt. Günstig wohnt man hingegen im Burgenland mit 6 Euro pro Quadratmeter.

SPÖ und Arbeiterkammer dagegen

Die Arbeiterkammer und die Mietervereinigung sprachen sich unterdessen für eine Aussetzung der Erhöhung aus. Gerade in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und eines massiven Einkommensverlusts auf Seiten der Mieter sei die Erhöhung des Richtwerts laut Arbeiterkammer kontraproduktiv. Thomas Ritt von der AK Wien meint angesichts hoher Gewinne der Immobilienbesitzer:

„Jetzt haben wir diesen Wohnungsmarkt, wo es auf der einen Seite sprudelnd Einnahmen gibt und auf der anderen Seite Milliarden an Einkommensverlusten und da soll man jetzt die Richtwerterhöhung machen und 53 Millionen als Sahnehäubchen draufsetzen? Da sind wir nicht der Meinung. Wir glauben, dass diese Richtwerterhöhung nicht kommen darf.“

Auch die SPÖ macht sich für eine Aussetzung der Richtwerterhöhung stark.

„Sinkende Einkommen, steigende Mieten: Das geht sich irgendwann nicht mehr aus. Ich appelliere an die Regierung: Die Mieterhöhung aussetzen, statt das Problem aussitzen!“,

sagt Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner in einem Statement.

Im Nationalrat wurde von der SPÖ ein entsprechender Antrag eingebracht. Dieser wird voraussichtlich am Widerstand der Regierung abprallen.

(dp)

Titelbild: APA Picturedesk

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