Militärjunta in Myanmar schießt auf Demonstranten

Am Sonntag kam es bei Protesten gegen die Militärdiktatur in Myanmar zu schweren Ausschreitungen. Dabei wurden laut Angaben der Vereinten Nationen mindestens 18 Menschen getötet und mehrere verletzt. 

Wien, 1. März 2021 | Seit der Entmachtung der Regierungschefin Aung San Suu Kyi herrscht in Myanmar Ausnahmezustand. Das ganze Land geht auf die Straße und protestiert gegen die Militärdiktatur. Am Sonntag gingen die Sicherheitskräfte auf gewaltsamer denn je gegen friedliche Demonstranten vor.

Zuerst wurden Tränengas und Gummigeschosse eingesetzt, danach wurde mit scharfer Munition auf Menschenmassen geschossen. Laut UNO-Angaben kamen dabei mindestens 18 Menschen ums Leben und weitaus mehr wurden schwer verletzt. Es soll das blutigste Wochenende seit dem Militärputsch Anfang Februar gewesen sein.

Kritik von EU, UNO und USA

Diese Vorgehensweise erntet international harte Kritik. Die UNO verurteilt das Vorgehen „aufs Schärfste“ und fordert die Einstellung der Gewaltanwendung gegen Demonstranten. Auch die USA wollen die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen und kündigen Sanktionen an. „Zu diesem Zweck bereiten wir zusätzliche Maßnahmen vor, um denjenigen, die für diesen jüngsten Ausbruch von Gewalt und den jüngsten Putsch verantwortlich sind, weitere Konsequenzen aufzuerlegen.”, so der US-Sicherheitsberater Jake Sullivan.

EU-Außenbeauftragte Josep Borrell äußerte seinen Unmut über die offene Missachtung internationalen Rechts durch die Einsatzkräfte.

Myanmars UN-Botschafter Kyaw Moe Tun hatte sich am Wochenende gegen die Militärführung gestellt und die internationale Gemeinschaft zum Handeln aufgerufen. Die Junta reagierte am Sonntag mit seiner Absetzung. Der Diplomat sei “nicht dem Befehl und der Richtung des Staates gefolgt”, hieß es in einem Bericht des Staatsfernsehens.

(nb/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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