Grizzly tot:

Killer-Ziege mit dolchartigen Hörnern

In Kanada, British Columbia, entdeckte ein Wanderer Anfang September den Kadaver eines Grizzlybären. Die Autopsie identifizierte einen außergewöhnlichen Mörder.

Wien, 21. September 2021 | Es gibt wohl keine angsteinflößenderen und gefährlicheren Raubtiere in Kanadas wildem Hinterland als hungrige Grizzlybären. Mit ihren langen scharfen Krallen und ihrer hohen Geschwindigkeit reißen sie, was ihnen in die Quere kommt. Der Kampf einer Ziege gegen einen angreifenden Grizzlybären endete diesmal allerdings tödlich für den Angreifer: Mit ihren „dolchartigen“ Hörnern soll eine Bergziege den Grizzlybären in die ewigen Jagdgründe geschickt haben.

Der tote Bär wurde in der Nähe des Burgess Pass Trail in der Nähe von Field, British Columbia, von einem Wanderer entdeckt. Der tote Bär wurde noch am selben Tag ausgeflogen, um zu vermeiden, dass der Kadaver mehr Raubtiere in der Gegend anlockt. Die Untersuchung des weiblichen 70 Kilogramm schweren Grizzlys zeigt: er wurde von einer Ziege mit Einstichen der Hörner in die Achselhöhlen und den Hals getötet.

„Wenn Grizzlybären angreifen, konzentrieren sie sich auf den Kopf, den Nacken und die Schultern der Beute. Dieser Angriff kommt normalerweise von oben“, sagte David Laskin, ein Wildtierökologe gegenüber dem „Guardian“: „Die Abwehrreaktion einer Bergziege wäre, sich mit ihren scharfen Hörnern zu schützen.“ Häufig würden Bergziegen Bären töten, indem sie sich auf der Flucht auf Klippen und Felsvorsprünge wagen, doch viel seltener würden derartige Fälle von getöteten Grizzlys vorkommen, in denen das Tier tatsächlich an den Einstichen der Hörner gestorben ist. Der Wildtierökologe ist erstaunt: „Eine Erinnerung daran, dass die Natur voller Überraschungen steckt.“

Bergziegen bis zu 125 kg schwer

Kanadische Bergziegen sehen mit ihrem dichten weißen Fell wie große Gespenster mit schwarzen Hörnern aus. Sie können bis zu 125 Kilogramm schwer werden, ihre Hörner bis zu 30 Zentimeter lang. Sie sind bekannt für ihre außergewöhnlichen Felskletterkünste und bewegen sich bevorzugt Berghänge hinauf und hinunter. Ihr Weidegebiet überschneidet allerdings manchmal auch den Lebensraum der Grizzlybären, was üblicherweise zu tödlichen Begegnungen für die Paarhufer führt.

(lb)

Titelbild: Pixabay

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