»Weiß nicht, was die bei Sitzungen zu sich nehmen«

Fendrich-Rundumschlag während Konzert

Dass die Kunst- und Kulturszene erneut zum Erliegen kommt, stößt Austropop-Legende Rainhard Fendrich besonders sauer auf. Während eines Konzerts teilte er gegen Regierung und Impfverweigerer aus.

Dornbirn, 24. November 2021 | Im ersten Lockdown tönte sein Hit “I am from Austria” aus den Lautsprechern sämtlicher Polizeiautos. Mittlerweile fährt Österreich zum vierten Mal herunter, Rainhard Fendrich musste am Samstag in Dornbirn daher vorerst sein letztes Konzert in Österreich spielen. Während diesem ließ es sich die Austropop-Legende nicht nehmen, zur aktuellen Situation im Land Stellung zu beziehen.

“Das ist total kafkaesk”

“Eine Mehrheit der Geimpften wird eingeschränkt, damit sie eine Minderheit von Ungeimpften schützen muss, die gar nicht geschützt werden will”, fand Fendrich klare Worte zu Impfpflicht und Lockdown. Er könne diese Situation nicht mehr nachvollziehen, diese sei “total kafkaesk”.

Zuvor stellte er aber noch die anfängliche Idee des Lockdowns für Ungeimpfte infrage: “Da hab ich gesehen wie zwei oder drei Millionen Österreicher vor dem Fernseher sagen: ‘Wie soll denn das gehen?’ Jetzt nach zwei Wochen kommen sie drauf, es ist nicht überwachbar”, machte sich der Musiker in sarkastischem Ton über die Maßnahme der Regierung lustig. “Ich weiß nicht, was die bei den Sitzungen zu sich nehmen“, legte Fendrich nochmal nach.

“Gibt es ein Recht auf Dummheit?”

Richtig in Fahrt kam er aber beim “Unwort” Impfpflicht. “Um Gottes willen! Da wird ‘Freiheit’ und ‘Rechte’… aber von Pflichten redet eigentlich kein Mensch. Und ich freue mich natürlich, dass das jetzt endlich einmal passiert. Nämlich das, was die Experten immer schon gesagt haben.” Diese hätten dieses Szenario auf das Monat genau vorhergesagt.

“In einer Demokratie kann zwar jeder sagen, was er will. Jeder hat das Recht irgendwas zu sagen…” – Fendrich wird von tosendem Applaus unterbrochen – “…aber ich muss die Frage stellen: Gibt es in einer Demokratie auch das Recht auf Dummheit?” Der Austropop-Star hofft, dass durch die Impfpflicht die Spaltung der Gesellschaft endlich ein Ende hat. Sie hätte bereits im Sommer kommen sollen, wenn es nach ihm gegangen wäre.

(mst)

Titelbild: APA Picturedesk

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