Mehrere Verletzte
In Berlin nahe der Gedächtniskirche und dem Ku’damm ist ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Mehrere Menschen sind verletzt. Deutsche Medien berichten von einem Toten.
Berlin, 08. Juni 2022 | In Berlin-Charlottenburg ist am Mittwoch ein Auto in eine Menschenmenge gefahren. Nach Informationen der Berliner Polizei ist gegen 10:30 Uhr ein silberner Kleinwagen in eine Douglas-Filiale in der Nähe des Kurfürstendammes gerast. Mehrere Menschen sollen verletzt sein.
Derzeit gibt es einen größeren Einsatz in der #Tauenzienstraße.
Ein Mann soll in eine Menschengruppe gefahren sein. Ob es sich um einen Unfall handelt oder vorsätzliches Handeln, ist noch nicht bekannt. Einsatzkräfte halten den Mann, der gefahren sein, soll vor Ort fest.
^tsm— Polizei Berlin (@polizeiberlin) June 8, 2022
Berlin: Unglück am Kudamm – Viele Verletzte https://t.co/0a6S4EuZf6 pic.twitter.com/mhZJ94NiEG
— Berliner Morgenpost (@morgenpost) June 8, 2022
Laut “Bild”-Zeitung handelte es sich bei dem Auto um einen silberfarbenen Renault Clio. Laut Augenzeugen sei der Fahrer zunächst weggerannt, hieß es dort weiters. Passanten sollen ihn festgehalten und an die Polizei übergeben haben, berichtete auch Polizeisprecher Thilo Cablitz. Weitere Details zum Fahrer gab er zunächst nicht bekannt – lediglich, dass der Mann vernommen werde und es geprüft werde, ob es sich um eine vorsätzliche Tat oder einen Verkehrsunfall handle, oder ob auch ein medizinischer Notfall in Betracht komme. “Bild” zitierte einen Polizeisprecher, wonach der Unfallfahrer selbst “deutlich unter dem Eindruck des Geschehens” stehe.
60 Einsatzkräfte vor Ort
Polizei und Feuerwehr waren im Einsatz und versorgten die Verletzten. Die Umgebung war weiträumig abgesperrt. “Aktuell befinden sich rund 60 Einsatzkräfte vor Ort oder sind auf der Anfahrt”, twitterte die Feuerwehr. Zunächst hatte die Feuerwehr von 30 Verletzten gesprochen. Auf einem Foto, das im Internet gepostet wurde, war ein Pkw zu sehen, der im Schaufenster eines Geschäfts stand. Die Polizei war mit 130 Kräften im Einsatz.
Der Schauplatz lag in der Nähe des Ortes eines tödlichen Angriffs am 19. Dezember 2016, als Anis Amri, ein gescheiterter tunesischer Asylbewerber mit islamistischen Verbindungen, einen Lastwagen entführte, den Fahrer tötete und ihn dann auf einen überfüllten Westberliner Weihnachtsmarkt pflügte. Elf Menschen starben in den Trümmern, einige Jahre später erlag ein 49-Jähriger den Spätfolgen einer Verletzung, die er erlitten hatte, als er den Opfern zu Hilfe eilte. Er wird als 13. Todesopfer des Anschlags eingestuft.
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) zeigte sich in einer Aussendung schockiert über den Vorfall. “Ich bin in der Lagezentrale und informiere mich laufend. Meine Gedanken und mein tiefes Mitgefühl sind bei allen Betroffenen!”, twitterte sie.
(bf)
Titelbild: APA Picturedesk