Österreich hinkt in Sachen aufgeklärter Drogenpolitik hinterher. 56 Prozent der Österreicher sprechen sich für eine Entkriminalisierung aus. Andere Länder, darunter auch die Schweiz, wagten bereits den mutigen Schritt der Entkriminalisierung. Neben den gesundheitlichen Vorteilen durch die medizinische Anwendung von Cannabis spricht vor allem die sinkende Drogenkriminalität für eine Entkriminalisierung. JETZT- Liste Pilz spricht sich als einzige Partei für eine Entkriminalisierung aus.

Wien, 27. September 2019 / In vielen Bundesstaaten der USA ist der Konsum bereits erlaubt. Staat und Menschen jubeln: Der Genuss wird nicht bestraft, die Gefängnisse sind entlastet und der Staat kassiert! Über eine Milliarde US-Dollar hat die USA 2018 an Hanf-Steuern eingenommen. Nun verdienen nicht mehr mafiöse Kartelle am Hanf-Genuss, sondern die USA. Und die können das Geld bei ihren Schulden gut brauchen. Negative Effekte? Fehlanzeige! Wie viele Millionen könnte Österreich mit der Entkriminalisierung verdienen?

56 Prozent dafür

Eine starke Zivilgesellschaft versucht schon seit Jahrzehnten das Hanf-Verbot in Österreich aufzuheben. In einer kürzlich erschienenen Umfrage sprachen sich 56 Prozent der Österreicher für die vollkommene Entkriminalisierung aus. Und es ist schon einiges geschehen: der Verkauf von sogenannten CBD-Blüten ist bereits erlaubt worden. Doch immer wieder kommt es zu Schikanen gegen Kleinproduzenten. Große Konzerne wollen den Markt monopolisieren.

Doch die natürliche Blüte der weiblichen Hanfpflanze ist noch immer verboten. Auch wenn die heilende Wirkung des berauschenden THC-Inhaltsstoff bereits vielfach bewiesen ist. Stattdessen werden sogar Schmerzpatienten kriminalisiert und vom Staat verfolgt. Gleichzeitig werden Konsumenten in den Schwarzmarkt gezwungen, und dem Staat entgehen Millionen an Steuern.

Portugal und Schweiz: from Zero to Hero

Aber was, wenn man den Hanf frei gibt? Unzählige Länder beweisen, dass es in jeglicher Hinsicht gut für die Gesellschaft ist. Am Höhepunkt einer „Heroin-Pest“ in Portugal entkriminalisierte Portugal alle Drogen. Dies war vor 18 Jahren. Zugleich wurde in Aufklärung in Schule, Hochschule und Medien investiert und die Sozialarbeit verstärkt. Therapieangebote wurden verbessert und Hilfsprogramme für Abhängige. Die Bilanz nach 18 Jahren: Minus 75 % Drogentote und 75 % weniger Abhängige. Und der Hanf? Auch den Hanf konsumieren sogar etwas weniger Menschen, eine „Hanf-Epidemie“ blieb aus.

In der Schweiz ist der Konsum von Cannabis nur eine Verwaltungsübertretung und nicht mit strafrechtlichen Folgen bedroht. Peter Pilz, Spitzenkandidat von JETZT, kann sich das auch für Österreich vorstellen: „Ich will nicht, dass jemand vor dem Strafrichter landet, der falsch geparkt hat und ich will auch nicht, dass jemand vor dem Strafrichter landet, der Cannabis konsumiert hat.“

(wh/bf)

Titelbild: Adobe Stock

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