Bei Straßenbauarbeiten nahe Haifa, Israel, wurden die Überreste einer prähistorischen Großstadt entdeckt. Der Zufallsfund gibt faszinierende Einblicke in die Welt vor 5000 Jahren

Wien/Haifa, 07. Oktober 2019 / Es ist nicht weniger als eine archäologische Sensation: Nahe der israelischen Hafenstadt Haifa sollte ein Autobahnkreuz gebaut werden. Bei den Vorarbeiten stellte sich heraus, dass sich darunter historischer Boden befindet. Archäologen entdeckten die Überreste einer 5000 Jahre alten Stadt von außergewöhnlichen Dimensionen. Sie war Heimat von rund 6000 Menschen – für bronzezeitliche Verhältnisse eine wahre Megacity.

Beste Lage

Dina Shalem, Archäologin bei der israelischen Antikenverwaltung (IAA), traute ihren Augen kaum: „Nicht einmal in unseren kühnsten Träumen hätten wir uns vorstellen können, hier eine Stadt aus der Bronzezeit zu finden.“ Shalem vermutet, dass die Bewohner der Stadt diesen Ort als Heimat gewählt hatten, weil zwei Quellen die Gegend das ganze Jahr über mit Wasser versorgen. So ist für fruchtbares Acker- und Weideland gesorgt.

Geheimnisvoller Tempel

Die Entdeckung bedeutet ein völliges Umdenken der Forschung über die bronzezeitliche Vergangenheit des heutigen Israel. Niemand hatte bisher für möglich gehalten, dass in der Region zu dieser Zeit eine Stadt solchen Ausmaßes – „das bronzezeitliche New York unserer Region“, wie Shalem sagt – existierte. Tatsächlich gibt der Fund mehr Rätsel auf, als er löst. Einer der geheimnisvollsten Funde ist ein Ritualtempel samt riesigem Steinbecken für unbekannte Flüssigkeiten. Wozu das Becken genau diente ist Gegenstand von Spekulationen.

(red)

Titelbild: APA Picturedesk

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