Japanische Forscher strichen Kühe in einem schwarz-weiße Zebramuster an. Dadurch sollen Fliegenbisse bei den Tieren reduziert werden. Funktioniert das wirklich? Das Ergebnis war für die Wissenschaftler erstaunlich.

Japan/Wien, 08. Oktober 2019 / Die Wissenschaftler führten innerhalb kurzer Zeit drei Experimente mit ihren Versuchskühen durch. Für die ersten drei Tage wurden drei schwarze Kühe mit weißer Farbe im Streifenmuster gleich eines Zebras bemalt. Die Farbe wurde nach den drei Tagen abgewaschen und dieselben Kühe mit schwarzer Farbe bemalt. Als Kontrollgruppe wurde die Kühe für die letzten drei Tage noch ohne Bemalung auf die Weide geschickt. Die Forscher verfolgten die Tiere über die neun Tage mit hochauflösenden Kameras. So konnten sie die Bewegung der umherschwirrenden Fliegen aufzunehmen. Zudem wurde die Reaktion der Kühe, also Aufstampfen, Schwanzwedeln oder Hautzuckungen erfasst.

Fliegen fliegen daneben

Die schwarz-weißen „Zebrakühe“ wurden im Laufe des Versuches nur halb so oft von Fliegen angeflogen wie die anderen Kühe. Die Kontrollgruppe mit schwarzen Streifen auf schwarzer Kuh zeigt: das Ergebnis scheint keine Reaktion auf die Bestandteile der Farbe zu sein. Demnach ist es der visuelle Unterschied, der die Insekten in ihren Landeversuchen auf den Kühen irritiert.

In den USA allein beträgt der Schaden durch Fliegen in der Viehhaltung 2.2 Milliarden US-Dollar. Gesteigertes Stressverhalten und erhöhten Verletzungs- und Entzündungsrisiko tun den Tieren nicht gut.

Steht in Zukunft das „Zebra“ auf der Alm?

Die Wissenschaftler sind der Meinung, dass für die kommerzielle Viehhaltung das Bemalen von weißen Streifen ein kostengünstigerer und umweltfreundlicher Schutz für die Kühe ist, als herkömmlichen Pestiziden. Die Wissenschaftler gestehen sich jedoch selbst ein, dass sie die Versuche mit einer größeren Anzahl an Tieren überprüfen müssen. Sollte sich der Trick mit den Streifen wiederholen lassen, werden vielleicht auf unseren Almen bald auch „Zebras“ heimisch.

(bf)

„Kühe mit weißen Streifen wurden nur halb so oft gebissen, wie die anderen beiden Varianten“

Titelbild: kojima et al.

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