Philippa Strache genießt seit Mai enorme Präsenz in der Öffentlichkeit. Über die Vergangenheit der „ehrenamtlichen“ Tierschutzsprecherin ist jedoch wenig bis fast gar nichts bekannt. Pikante Details über den sonderbaren Werdegang der ehemaligen freiheitlichen First Lady kommen jedoch nun ans Tageslicht. So agierte das ehemalige blonde Model bereits für drei Parlamentsparteien und arbeitete bereits als Geschäftsführerin. Nach endlosem Hin und Her wird sie jetzt wohl im Nationalrat landen.

Wien, 09. Oktober 2019 / Philippa Strache, geborene Beck, erblickte im Jahr 1987 das Licht der Welt. Im zarten Alter von 19 Jahren gewann die Wienerin – und in ihrer Kindheit Wahl-Oberndorferin –, einen Modelcontest des Fellnermagazins Madonna. Nach einer kurzen Laufbahn als Model startete sie eine Karriere in der Politikszene. Als parlamentarische Mitarbeiterin des SPÖ-Klubobmanns Josef Cap sammelte sie erste Erfahrungen im Hohen Haus. Nach dem kurzen Sozi-Intermezzo ging es politisch weiter in einem ganz anderen Spektrum. Beim neugegründeten Team Stronach fungierte sie bis 2013 als Pressemitarbeiterin.

Philippa, die Geschäftsführerin

Zur selben Zeit finden sich in Philippas Lebenslauf kuriose Einträge. So agierte sie in mehreren Bauträgergesellschaften als Geschäftsführerin und Gesellschafterin. Die Immobilien- und Vermögensberatungsfirmen, in der sie tätig war, sind in der Paradiso GmbH zusammengefasst, welche dem ehemaligen Spielerberater Skender Fani gehört. Zu Fanis Beraterklienten gehört so gut wie alles, was im österreichischen Fußball Rang und Namen hatte: unter anderen Hans Krankl, Herbert Prohaska, Toni Polster oder Roland Linz. Eben dieser Roland Linz ist auch heute in der Paradiso GmbH unter Fanis Fittichen. In seinen Zeiten als Krankls Berater wurde Fani vor Gericht verurteilt – wegen Anstiftung zur Steuerhinterziehung.

Fani und Stronach

Doch wieso fungierte Philippa, das ehemalige Model ohne etwaige Qualifikationen, in einer Bauträgerfirma als Geschäftsführerin? Fani und Stronach sind seit langem enge Geschäftspartner. So stiegen sie gemeinsam 2013 beim desolaten Kärntner Regionalligaverein Austria Klagenfurt ein. Die Verbindung legt nahe, dass die aufstrebende Philippa, die eben ehemals Pressemitarbeiterin beim Team Stronach war, über die Fani-Stronach-Connection zu ihrem Posten bei der Bauträgerfirma gekommen sein könnte.

Ohne Stronach kein Posten?

Im Jahr 2016 änderte sich jedoch Philippa Leben schlagartig. Neben einer kurzen Tätigkeit bei oe24 verabschiedete sie sich Mitte des Jahres aus sämtlichen Bauträgerfirmen. Nur vier Tage, nachdem Stronach seinen Rücktritt aus der Politik ankündigte. Kurz zuvor war sie mit dem damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zusammengekommen, den sie schließlich im Oktober darauf heiratete.

Tiere und Spesen

Der weitere Lebenslauf ist hinlänglich bekannt. Nach den Engagements bei SPÖ und Team Stronach folgte die Zeit bei der FPÖ. Philippa engagierte sich als „ehrenamtliche“ Tierschutzbeauftragte für die FPÖ. Nach dem Ibiza-Video und dem Rückzug ihres Mannes aus der Politik versuchte sie sich selbst in der Politik. Nun wird sie in den Nationalrat einziehen – trotz enormen Gegenwinds der „eigenen“ Partei.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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