Viktor Orban lud gestern den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu sich nach Budapest. Es ist bereits der dritte offizielle Besuch Erdogans seit 2013 beim Fidesz-Chef. Der ungarische Ministerpräsident streute dem Bosporus-Sultan Rosen, ein Zeichen, dass sich der östliche Österreichnachbar immer weiter von der EU entfernt. Während Orban aus seinen Lobeshymnen für Erdogan gar nicht mehr herauskam, drohte der Türkei-Chef „die Türen zu öffnen“.

Wien/Budapest, 08. November 2019 / Ohne mehr Unterstützung werde die Türkei die Grenzen öffnen müssen. „Wenn wir sehen, dass dies nicht funktioniert, werden wir keine Option haben, als die Türen zu öffnen. Wenn wir die Türen öffnen, ist es klar, wohin sie gehen“, drohte Erdogan.

Erdogan droht

In den vergangenen Monaten drohte Erdogan wiederholt damit, die Grenzen nach Europa zu öffnen. Im Zuge eines Abkommens zwischen der Türkei und der EU wurden von EU-Seite Milliardenzahlungen für die Versorgung der Flüchtlinge zugesichert und teils auch geleistet. Erdogan will nun einen Teil der Flüchtlinge in einer sogenannten Sicherheitszone an der türkischen Grenze in Nordsyrien ansiedeln, welche die türkische Armee von der syrischen Kurdenmiliz YPG erobert hat, doch gibt es international große Bedenken gegen das Vorhaben. „Die Sicherheitszone, die wir schaffen wollen, soll ermöglichen, dass die Migranten in unserem Land in ihre Häuser, in ihr Land zurückgehen“, sagte Erdogan nun an der Seite von Orban.

Orban steht Freund Erdogan bei

Der ungarische Regierungschef ist ein scharfer Kritiker der Aufnahme von Flüchtlingen in Europa. Der Rechtspopulist lehnt insbesondere die Einwanderung aus muslimischen Ländern ab. Er unterstützt daher die Pläne Erdogans, die Syrer in ihre Heimat zurückzuschicken. Für seinen engen Freund Erdogan findet Orban nur lobende Worte. 2017 schwor der Ungar sogar einen Treueschwur für Orban.

(bf/APA)

Titelbild: APA Picturedesk

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