Am Montag ereignet sich so etwas wie eine Mini-Sonnenfinsternis. Der innerste Planet unseres Sonnensystems, Merkur, wandert von der Erde aus gesehen über die Sonnenscheibe. Da Merkur jedoch im Verhältnis zur Sonne sehr klein ist, wird von einem „Merkur-Transit“ oder einer „Merkur-Passage“ gesprochen. Erst am 7. November 2032 bietet sich die nächste Möglichkeit, dieses Himmelsereignis wieder zu beobachten.

Wien, 9. November 2019 / Merkur, so der römische Name – bei den Griechen wurde er Hermes genannt – ist ein Planet, der sich nicht so leicht beobachten lässt. Er ist der Sonne so nah, dass er nur bei Sonnenuntergang und Sonnenaufgang sichtbar ist und das auch nur an ganz bestimmten Tagen. Das Merkurjahr hat nur 88 Tage, sprich so lange braucht er für einen Sonnenumlauf. Damit ist er der kleinste und schnellste Planet in unserem Sonnensystem. Nicht umsonst trägt er den Namen des Götterboten.

Erste Hälfte von Österreich aus sichtbar

Am Montag wandert Merkur über die Sonnenscheibe. Die Passage von Eintritt bis Austritt aus der Sonnenscheibe dauert rund 5,5 Stunden. Gut die erste Hälfte des Durchgangs ist in ganz Österreich sichtbar. In Wien kann er von 13:35 Uhr bis zum Sonnenuntergang um 16:22 Uhr beobachtet werden, in Bregenz sogar bis 16:50 Uhr. Wer den ganzen Transit beobachten will, der sollte das am Besten von Südamerika aus machen. In Europa bieten sich dazu nur die Azoren an. Vorausgesetzt das Wetter spielt mit.

Spielt das Wetter am Montag mit?

Für Österreich ist ein Mix aus Sonne und Wolken angesagt, in manchen Regionen kommt Nebel hinzu. Das sind also nur bedingt günstige Voraussetzungen. Glück gehört ebenfalls dazu. Und falls es bedeckt ist, gibt es die Möglichkeit via Internet live dabei zu sein. Hinweise dazu am Ende dieses Artikels.

Teleskope mit Schutzfilter ist erforderlich

Da der scheinbare Durchmesser des Merkurscheibchens winzig ist, benötigt man für die Beobachtung unbedingt ein Teleskop. Im Gegensatz zur Venus kann man Merkur mit bloßem Auge vor der Sonnenscheibe nicht erkennen. Achtung! Wie bei Sonnenfinsternissen darf die Beobachtung zum Schutz der Augen nur mit geeigneten Schutzfiltern vor Teleskopen bzw. vor anderen Optiken erfolgen.

(sm)

Hier eine Vorschau über den Verlauf des gesamten Merkur-Durchgangs 2019. In Österreich lässt sich nur der erste Teil davon beobachten. Bild: NASA

Angebote von Sternwarten und Vereinen in Österreich

  • Sonderveranstaltung des Vereins Kuffner-Sternwarte von 13:00 – 16:30 auf der Kuffner-Sternwarte (Siehe Website)
  • Feldwiese Mauerbach, Apfelallee unterhalb vom Grillplatz, von 14:00 bis Sonnenuntergang (Kommen und Gehen jederzeit möglich); nur bei Schönwetter

Anmeldung bei Menschengarten:  0664 531 55 28 oder info@menschengarten.at

Live Webcast

Falls das Wetter nicht mitspielen sollte, kann das Ereignis auch im Internet mitverfolgt werden.

(sm)

Titelbild: NASA

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