Donnerstag, Mai 23, 2024

Grazer Wissenschaftler unterstützen Klebeprotest

Es wurde wieder geklebt: Die Klimaschutz-Gruppe “Letzte Generation” hat ihre Proteste in Wien und Graz wieder aufgenommen – mit Unterstützung von Klimaforschern. An die Bürgermeister gab es ein Angebot.

Wien, Graz | In der Bundeshauptstadt wurde am Montag der Verkehr auf der Rechten Wienzeile und am Schwarzenbergplatz von der “Letzten Generation” unterbrochen. In Graz wurde die Glacisstraße in beide Richtungen gesperrt.

Forscher unterstützen Protest

Hinter den Aktivisten der “Letzten Generation” stand auch eine Gruppe von Grazer Klimaforschern, Umweltwissenschaftlern, Naturwissenschaftlern und Ökologen auf der Straße. Sie zeigten sich solidarisch mit den Protestierenden und stellten sich der öffentlichen Diskussion: “Wir wollen ganz klar festhalten, dass die Sorgen der Klimabewegung berechtigt sind”, betonte der Grazer Nachhaltigkeitsforscher Thomas Brudermann in einer Aussendung, die ZackZack vorliegt.

Er war mit rund 40 seiner Kolleginnen und Kollegen anwesend. “In unseren wissenschaftlichen Studien sehen wir, wie zerstörerisch die Folgen für uns alle sein werden, wenn wir nicht umgehend für viel mehr Klimaschutz sorgen”, hieß es dazu von Brudermann, dem Klimaökonomen Karl Steininger und der Stadtgeografin Anke Strüver unterzeichneten Protestnote, die von 60 weiteren Forschern mitunterschreiben wurde.

Weiters betont man: “Wir sehen es daher als unsere Verantwortung als Bürger:innen, auf diese Folgen hinzuweisen, und dies auch als Wissenschafter:innen auf Einladung aller gesellschaftlichen Kräfte zu tun. Mit den Aktivist:innen der Letzten Generation sind wir dazu auch im Austausch, wie nächste Schritte einer Umsetzung und gesellschaftlichen Entscheidung hin zu deutlich mehr Klimaschutz gelingen können.”

Kritik an Nehammer-Rede

Die “Letzte Generation” reagierte am Montag zudem auf die jüngsten Aussagen von Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP). “Nehammer ignoriert die Wissenschaft und bezeichnet deren Erkenntnisse als Untergangsapokalypsen”, schrieb die Klimaschutz-Gruppe in einem Posting auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Der Kanzler hatte in seiner “Rede zur Zukunft der Nation” am Freitag erklärt, Fleischkonsum und Autos zu verbieten, seien keine Antworten auf die Klimakrise. “Österreich ist das Autoland schlechthin”, meinte er mit Blick auf die Branche, und “auch ich werde mich dagegen aussprechen, den Verbrennungsmotor zu verbannen”. Die Aktivistinnen und Aktivisten fordern seit langem Tempo 100 auf der Autobahn als Sofortmaßnahme für weniger CO2-Ausstoß und bessere Luft sowie ein Ende weiterer Öl- und Gasbohrungen.

Angebot an Bürgermeister

Am Montag berichteten die “Salzburger Nachrichten” zudem von einem Angebot der Aktivisten: “Wenn sich ein Bürgermeister hinter unsere Forderungen stellt, sind wir bereit, Vereinbarungen zu treffen.” Ein Vertreter der “Letzten Generation” schlug vor, dass die Aktivisten ihren Protest auf der Straße aussetzen könnten, wenn sich die Stadtchefs öffentlich zum Klimaschutz bekennen.

Die von den SN befragten Bürgermeister reagierten unterschiedlich auf dieses Angebot. Während der grüne Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi Verhandlungsbereitschaft signalisierte (“Ich stehe hinter den Protesten der ‘Letzten Generation'”), zeigte sich Salzburgs Harald Preuner (ÖVP) ablehnend: “Ich kann mit dieser Art des Protests überhaupt nichts anfangen”, sagte er. Preuners Linzer Kollege Klaus Luger (SPÖ) kann sich Verhandlungen mit den Protestierenden vorstellen, freilich unter einer Bedingung: Während der Gespräche dürften sich die Aktivistinnen und Aktivisten vier Wochen lang nicht auf Linzer Straßen festkleben, sagte Luger zu den SN.

apa | Titelbild: FLORIAN WIESER / APA / picturedesk.com

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8 Kommentare

  1. Kogler nit dabei! Hörst nit?

    Wer hot dan dirs dalabb, af unsa greanen Himelwiesn´s Gros zom Knotzn?
    Hon da sogn wölln, es is zum Kotzn!

    „Is mar ah olls oans“

    • Also es stehen sich ein emeritierter Univ.-Prof. aus Heidelberg einem Ass.Prof. aus Graz gegenüber. Von Breitbart keine Spur. Sie und die Politik (letztere wissen es eh, wollen es aber nicht umsetzen) sollen sich das Video anschauen.

      • https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/11/4/048002

        “The consensus that humans are causing recent global warming is shared by 90%-100% of publishing climate scientists….based on 11 944 abstracts of research papers, of which 4014 took a position on the cause of recent global warming”

        Was du machst, ist dir einen Deppen suchen der Zweifel verbreitet und sich darauf aufhängen. Genau so kann man auch gleich die Wirksamkeit von Globuli oder Flat-Earth argumentieren.

        Es ist nicht wichtig, was eine Person sagt, sondern das was die Wissenschaftliche Community seit Jahrzehnten wieder und wieder belegt.
        Aber wenn dich 90%+ der Community nicht überzeugen kann, dann ists keine Frage der Fakten (denn die sind klar) sondern eine Frage der Gefühle.

        Wären wir in den 70ern würdest du hier genauso behaupten, dass Rauchen keinen Krebs verursacht.

        Wie fühlt es sich an eine Marionette der Ölkonzerne zu sein?

        • Schön langsam. Zuerst mal ist obige Aussage eine Schätzung (90-100%). Zum zweiten ist es eine Vorauswahl von Studienpapieren, die nicht näher spezifiziert sind. Zum dritten wissen wir heutzutage, dass eine erheblich Anzahl von Publikationen von kI erzeugt werden.
          Trotz all dieser Vorbehalte gehe auch ich davon aus, dass die Mehrzahl der Klimaforscher:innen die globale Erwärmung auf menschliche Verursachung zurückführen, das ist auch plausibel. Soweit so gut.
          Was man nun aber davon ableitet für die Zukunft, ist ein ganz andere Angelegenheit. Die Zukunft ist ja wissenschaftlich nicht beweisbar.
          Da hilft man sich mit Modellrechnungen, es handelt sich also um mathematische Modelle, die extrem fehleranfällig sind (Beispiel: Covid-Voraussagen).
          Dann kommt die nächste Frage, was ist zu tun, um z.B. den CO2 Ausstoss global zu verringern? Nur global hat bekanntlich Auswirkungen. Wie man die Verringerung des CO2 erzielt, ist eine politische Entscheidung der Präferenzen, da gibt es nämlich ganz viele verschiedene Möglichkeiten.

  2. Keine Proteste der “Klimakleber” bei Ministerin Gewessler, die gerne mal nach Arabien, dann Ägypten und kurz darauf nach Kanda fliegt (Aufzählung bei weitem nicht vollständig). Keine Proteste beim Sasche v.d. Bello, der ebenfalls mehr im Flieger sitzt als sonstwo um mal kurz irgendwo in der Welt zu vermitteln, dass er auch für die Ukraine ist oder auch nur den Tod der Queen beweint.
    Keine Proteste bei der Grünen Tomaselli, die von Wien nach Vorarlberg den Flieger nimmt ?
    Kein Wort zum Ausbau der Digitalisierung und des immer mehr Daten versendenden Mobilfunks, 5. grösster Verursacher von CO2 Ausstoss.
    Kein Protest bei Exxon, Chevron, Shell oder BP. Schon gar nicht bei Apple oder Microsoft.

    Nein, die einzigen Menschen, die von diesen ach so engagierten Klebern belästigt werden, sind die einfachen Menschen, die zur Arbeit müssen. Da traut man sich.

    • Sagen Sie finden Sie diese Argumentation ernsthaft schlüssig? Dass diese Leute ausgerechnet bei Gewessler protestieren sollen? Den Grünen kann man als einziger Partei wirklich nicht absprechen, etwas gegen die Klimakrise zu tun.

      Ora et labora ist Ihr Credo oder? Arbeiten und Goschen halten – Gute Nacht, danke!

      • Man kann die Politik(er:innen) danach beurteilen, was sie sagen – da sind Gewessler und andere Grüne Weltklasse – oder danach, was sie tun, da sind Gewessler und andere Grüne letztklassig, was den Klimaschutz angeht. Kaum jemand fliegt soviel – und wie ich meine unnötig – in der Welt herum wie grüne Politiker.
        Während man dem Pöbel das kalte Duschen nahelegt, sitzt die grüne Haute volee in der CO2 Schleuder Jumbojet.
        Also ich selber beurteile die Politiker:innen wie auch die Menschen ganz allgemein danach, was sie tun und nicht was sie gscheit daherplappern.
        Das hat sich in meinem Leben x-fach bewährt.

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