Lernsieg-App fällt bei Schülern durch

Große Aufregung herrschte jüngst um eine neue App, die Schülern ermöglichen soll, ihre Lehrer zu bewerten. Jetzt fällt „Lernsieg“ selbst bei den Usern durch.

Wien, 18. November 2019 / Die Lehrerbewertungs-App „Lernsieg“ kam am ersten Wochende nach ihrer Veröffentichung nicht gut weg. Montag Früh lag man im Google Play-Store bei gerade bei 2,6 von fünf Sternen – weit schlechter als fast alle Schulen und die meisten Lehrer.

Schul-Noten

Für die kostenlose App wurde eine Datenbank mit rund 90.000 Lehrern und den entsprechenden Schulen angelegt. Schüler können in der Anwendung ihre Pädagogen  in Kategorien wie Unterricht, Fairness oder Pünktlichkeit mit einem („Nicht Genügend“) bis fünf Sternen („Sehr Gut“) bewerten. Für jede Schule gibt es dann ein Ranking der „besten“ Lehrer. Bewertet werden können auch die Schulen selbst.

Gute Noten für Lehrer

Befürchtungen, wonach Lehrer pauschal ungerecht abgestraft würden, sind vorerst offenbar nicht eingetreten. Zwar sind weitaus nicht alle Lehrer bereits bewertet, aber doch bereits eine stattliche Anzahl – und größtenteils fallen die Noten recht gut aus, viele kommen auf einen Schnitt von mehr als vier Sternen. Vereinzelt gibt es aber auch Pädagogen mit einem in diesem Zusammenhang nicht so schmeichelhaften Einser vor dem Komma.

Lehrergewerkschaft läuft Sturm

Die Lehrer wollen unterdessen von Bildungsministerin Iris Rauskala beschützt werden. Die AHS-Lehrergewerkschaft ruft sie „dringend auf, im Sinn ihrer gesetzlichen Fürsorgepflicht aktiv zu werden und die LehrerInnen vor diesem digitalen Pranger zu schützen.“

Die Gewerkschaftie befürchtet außerdem, dass „Daten von LehrerInnen und SchülerInnen verkauft werden könnten“: „Für uns liegt der Verdacht nahe, dass das Geschäftsmodell dieser App eine groß angelegte Handynummernsammelaktion in der für die Werbebranche höchst lukrativen Gruppe der Jugendlichen ist.“

(APA)

Titelbild: APA Picturedesk

Aktuell

ZACKZACK unterstützen

Unsere kleine Redaktion kann mit 16 Redakteur*innen, Layouter*innen, Videomachern und einem Karikaturisten jeden Tag ZackZack neu machen.  Dazu braucht es 3.000 Euro am Tag für unabhängigen Journalismus.

Schließen