SPÖ feuert ein Viertel der Mitarbeiter

Hohe Schulden

Die SPÖ steht vor einem Schuldenberg. 14,9 Millionen Euro Schulden zwingen die Sozialdemokraten zu harten Maßnahmen. Ein Viertel aller Mitarbeiter wird nun gekündigt.

Wien, 26. November 2019 / Der enorme Schuldenberg der SPÖ hat drastische Folgen für 27 der 102 Mitarbeiter. Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch gab am Dienstagvormittag bekannt, dass diese 27 nun beim AMS zur Kündigung angemeldet werden. Irre: Die Schulden der Sozialdemokraten sollen sich demnach auf 14,9 Millionen beziffern!

Neben den Mitarbeitern werden auch zwei umstrittene Berater-Verträge gekündigt bzw. verbilligt. Der Vertrag mit dem ehemaligen Kanzlersprecher Nedeljko Bilalic und derjenige mit der Firma Leykam, die der Abgeordneten Max Lercher führt. Bilalic soll demnach statt 24.000 Euro im Monat ab 2020 nur mehr 8.000 ausbezahlt bekommen, bei entsprechend geringerem Arbeitsaufwand.

Rucksack voller Steine

Parteichefin Pamela Rendi-Wagner äußerte sich in einem kurzen Statement, dass ihr die Kündigungen „menschlich sehr nahe gehen“ und „Wir werden mit weniger Mitarbeitern mehr leisten müssen. Auch zum Schuldenberg nahm sie Stellung. Demnach sei ihr bei ihrem Amtsantritt ein Rucksack voller Steine umgehängt worden. Gemeint sind damit die 14 Millionen Euro Schulden, mit denen sie die SPÖ von Vorgänger Kern übernahm. Bundesgeschäftsführer Deutsch hofft hingegen, dass die SPÖ bis 2025 schuldenfrei wird. Zudem hoffe er auf deutlich höhere Spendeneinnahmen, es sei „ein Bereich auf den man in der Vergangenheit zu wenig geschaut habe“.

Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin schmeißt hin

Auch die stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der SPÖ Andre Brunner schmeißt hin. Per ausführlichen Facebook-Statement verabschiedete sie sich. „Ich habe mich immer als Mittlerin zwischen der Bundesgeschäftsführung und den MitarbeiterInnen gesehen und das ist angesichts der aktuellen Situation nicht mehr möglich. Mein Funktionsrückzug bedeutet auch eine Einsparung – ich verzichte damit auf diesen mit dieser Funktion verbundenen Teil meines Gehalts.“ Das bringt Christian Deutsch weiter unter Druck. Seine Stellvertreterin geht freiwillig und fordert dadurch Erneuerung. Er sitzt weiter still auf seinem Sessel.

(bf)

Update 12:21

Titelbild: APA Picturedesk

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