Wettskandal:

Tennis-Spieler packt aus

Angesichts des sich anbahnenden Wettskandals im Herrentennis, haben auch heimischen Akteure über Erfahrungen mit kriminellen Machenschaften in ihrem Sport gesprochen. In den „Salzburger Nachrichten“ berichteten Ex-Spieler Werner Eschauer und der aktuelle Doppel-Spezialist Philipp Oswald von mehreren Versuchen, sie für Spielmanipulationen zu gewinnen.

Wien, 18. Dezember 2019 / Ex-Tennisspieler Eschauer berichtete, dass man ihn vor seinem Erstrundenduell mit Rafael Nadal 2007 in Wimbledon telefonisch zu einer Niederlage überreden wollte – gegen Geld.

„Ich habe das zuerst für einen Scherz gehalten und ihm gesagt, er soll das Nadal fragen, weil mir dann mehr geholfen wäre“,

so Eschauer, der die Partie gegen den Favoriten 2:6,4:6,1:6 verlor.

„Dann habe ich auch vermutet, dass mich wer prüfen will, ob ich dafür empfänglich wäre.“

Melzer meldete Versuche

Besonders überraschend sei das gewesen, weil es sich um ein Turnier der höchsten Kategorie handelte. Bei Challenger-Bewerben seien einschlägige Angebote nämlich oft vorgekommen. Auch als Coach habe er die Anbahnungsversuche mitbekommen, sagte Eschauer. Etwa 2016, als seinem Schützling Gerald Melzer bei einem Challenger-Finale Geld für eine Niederlage geboten wurde – diesmal via Soziale Medien. Melzer gewann und meldete den Vorfall.

15.000 Euro für Niederlage

Oswald erinnerte sich an ein Challenger-Turnier 2008 in Helsinki.

„Mir wurden 15.000 Euro geboten, wenn ich das Erstrundenmatch, in dem ich Außenseiter war, verliere. Ich war richtig geschockt, habe nur gesagt, er soll mich nie wieder anrufen, und habe aufgelegt“,

sagte Oswald. Auf der ATP-Tour sei er hingegen noch nie mit Wettbetrug in irgendeiner Form in Berührung gekommen.

135 Tennisspieler involviert

Am Sonntag hatten das ZDF und die deutsche Tageszeitung „Die Welt“ berichtet, dass mehr als 135 Tennisspieler in einen weltweiten Wettskandal involviert seien. Es habe Razzien in diversen Ländern wie Belgien, Spanien, Frankreich und den USA gegeben. Die US-Bundespolizei FBI soll Kontakt zu den belgischen Ermittlern aufgenommen haben. Auch ein Spieler aus den Top 30 der Weltrangliste soll in den Skandal verwickelt sein.

(APA)

Titelbild: APA Picturedesk

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