Coronavirus

Mega-City abgeriegelt

Die Megametropole Wuhan wurde aufgrund der neuen Lungenkrankheit abgeriegelt. Die 11-Millionen-Stadt im Osten Chinas darf nur mehr unter Angabe von besonderen Gründen verlassen werden. Flüge, Züge, Fähren und Fernbusse sind momentan außer Betrieb.

Wien, 23. Jänner 2020 / Wuhans Tiermarkt gilt als der Ausgangspunkt des Coronavirus. Die grippeähnliche Krankheit wurde bis jetzt bei 571 Menschen in China nachgewiesen, 17 Menschen starben. Li Bin, Vorsitzender der staatlichen Gesundheitskommission, warnte bereits eindringlich: „Reisen Sie nicht nach Wuhan!“ In Wuhan selbst wurde die Bevölkerung angehalten, nur noch mit Schutzmasken in die Öffentlichkeit zu gehen. Das Nichteinhalten der Verordnung steht unter Strafe.

Fünftgrößte Stadt Chinas

Mit rund elf Millionen Einwohnern rühmt sich die Stadt Wuhan als größtes Logistik- und Frachtverteilungszentrum im Landesinneren Chinas. Ein „flexibles, multimodales Transportsystem“ mit Schnellstraßen, Hochgeschwindigkeitsbahnen und Wassertransport auf dem Jangtse-Fluss mache die Stadt zum Knotenpunkt. Obwohl fast 1.000 Kilometer vom Meer entfernt, ist Wuhan auch für Hochseeschiffe erreichbar.

Die fünftgrößte Stadt Chinas ist zugleich die Hauptstadt der Provinz Hubei, die geografisch von den beiden großen Flüssen Jangtse und Han geprägt ist. Seit dem elften Jahrhundert galt die Region als „Reiskammer“ Nordchinas. Wuhan entwickelte sich auch zum Zentrum der Eisen- und Stahlindustrie. Schon in den 1970er-Jahren errichteten deutsche Konzerne dort ein Kaltwalzwerk.

Bild: APA

Krankheit bereits über Landesgrenzen

Das Virus hat sich aber mittlerweile in großen Teilen Chinas und auch über die Landesgrenzen hinaus verbreitet. Die Krankheit war bereits in Japan, Südkorea, Taiwan, Thailand und den USA nachgewiesen worden.

Das neue Virus gehört zur selben Art wie dasjenige, das 2002/2003 die SARS-Pandemie ausgelöst hat. Damals kamen etwa 800 Menschen dadurch ums Leben. Das neue Virus soll nach derzeitigem Stand eine harmlosere Variante sein. SARS-Viren gehören zu den Coronaviren, die oft harmlose Erkrankungen wie Erkältungen verursachen. Allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie MERS dazu.

Impfstoffentwicklung dauert noch ein Jahr

Die Entwicklung eines Impfstoffes wird nach Einschätzung der globalen Impfallianz Gavi noch mindestens ein Jahr dauern. Noch seien die Gefahren durch das Coronavirus auch schwer abzuschätzen, sagte der Gavi-Geschäftsführer und Epidemologe Seth Berkley in Berlin.

„Die gute Nachricht ist, dass Forscher das Genom des Virus bereits sequenziert und veröffentlicht haben. Das hat es mehreren Organisationen rund um die Welt möglich gemacht, mit der Arbeit an einem Impfstoff zu beginnen“, sagte er.

(APA/bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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