Donnerstag, November 30, 2023

Corona: Antivirale Behandlung fördert Bildung neuer Varianten

Corona:

Manche antivirale Therapien gegen Covid-19 dürften dazu führen, dass sich neue Mutationen und auch Resistenzen bilden. Das haben deutsche Wissenschaftler beim Einsatz von Remdesivir festgestellt.

Hamburg, 18. August 2022 | Die medikamentöse Therapie gegen schwere Covid-19-Verläufe ist vor allem für Risikogruppen eine große Hoffnung. Allerdings bergen sie offenbar auch die Gefahr, dass Resistenzen entstehen. Das haben jetzt deutsche Wissenschaftler bewiesen. In “Cell Reports Medicine” veröffentlichten sie Ergebnisse aus einer Studie an Corona-Patienten unter einer Behandlung mit Remdesivir.

„Evolutionärer Flaschenhals“ durch antivirale Therapie

Das Forschungsteam des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Leibniz-Instituts für Virologie (LIV) ging der Frage nach, ob Patienten mit lang anhaltenden Infektionen zur Entstehung neuer SARS-CoV-2-Varianten beitragen. Die Experten unter der Leitung von Nicole Fischer (UKE/Virologie) und Adam Grundhoff (LIV/Virusgenomik) untersuchten, ob Covid-19-Erkrankte mit länger nicht in den Griff zu bekommenden Infektionen grundsätzlich eine erhöhte Virus-Evolution aufweisen oder ob bestimmte Behandlungsformen die Entstehung neuer Mutationen fördern.

Dabei ging es insbesondere um antivirale Therapien, beispielsweise mit Remdesivir oder Rekonvaleszenz-Plasma. “Unsere Arbeit zeigt, dass es nicht die lange Infektionsdauer an sich ist, welche die Bildung neuer Varianten nach sich zieht, sondern dass es dazu vielmehr eines ‘evolutionären Flaschenhalses’ bedarf, wie er beispielsweise durch eine antivirale Behandlung entstehen kann”, sagte Nicole Fischer.

Proben von 14 schwerkranken Corona-Patienten

In der Studie wurde die genomische Vielfalt in Längsschnittproben von 14 Patienten mit längerer viraler Belastung (30 bis 146 Tage) während einer schweren Covid-19-Erkrankung untersucht. Darunter waren auch immungeschwächte und immunkompetente Kranke mit oder ohne antivirale Behandlung, um in der Studie das Auftreten von Mutationen mit und ohne Selektionsdruck zu bewerten.

Das Ergebnis: Patienten mit lang anhaltender SARS-CoV-2-Infektion und antiviraler Remdesivir-Behandlung zeigten einen deutlichen Anstieg der viralen Diversität mit neu auftretenden Mutationen. Im Gegensatz dazu konnte bei Patienten, die ausschließlich eine entzündungshemmende Behandlung erhielten, nur sporadisch das Auftreten neuer Varianten beobachtet werden.

Bei Paxlovid bisher keine Resistenzen oder Mutationen

“Insgesamt war das Virus in den allermeisten untersuchten Personen erstaunlich stabil“, so Grundhoff. Allerdings sei es bei einer Patientin, die mit Remdesivir behandelt wurde, unmittelbar nach Behandlungsbeginn zur Bildung einer hohen Anzahl von Mutationen gekommen, darunter auch mindestens eine, die mit hoher Wahrscheinlichkeit eine erhöhte Resistenz gegenüber Remdesivir hat.

In den vergangenen Monaten gab es immer wieder vereinzelt wissenschaftliche Studien, welche auf die Möglichkeit hinwiesen, dass das Virus Resistenzen gegen Covid-19-Therapeutika entwickeln könnte. Monoklonale Antikörper verloren außerdem immer wieder wegen neuer Virus-Varianten ihre Wirksamkeit, weil sie eben ganz spezifisch gegen eine oder wenige Varianten gerichtet sind. Weniger dramatisch war das bisher bei Substanzen wie Paxlovid, das eine Wirksamkeit von um die 90 Prozent aufweist. Dagegen haben noch keine neuen Virusvarianten in der Behandlung merkbare Resistenz ausgebildet.

(apa/red)

Titelbild: APA Picturedesk

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39 Kommentare

  1. neue Mutationen und auch Resistenzen?
    Klar, doch haben “die Stiche” (Impfungen sind das nicht) körpereigene Immunität überstrapaziert. Oral einzunehmende Medikamente sind peinlichst dosiert, genannte Injektionen in der Vielzahl der Vakzine, das hält der stärkste Schwarzafrikaner nicht aus!

  2. Wow, Remdesivir absteigend, Paxlovid am aufsteigenden Ast. Pfizer macht wieder das Rennen. Gilead nur noch Zweiter. Bill Gates ist es wurscht, der ist bei beiden investiert.

    • Kann ihnen doch egal sein, sie kennen den Unterschied bei den zwei Medikamenten ohnehin nicht.

      • „… dass ich es nicht leiden kann, wenn jemand außer Schulmeistereien nichts beizutragen hat. Sparen sie sich das. Es gehört hier nicht her.“

        Quelle: baer

  3. Man darf gespannt sein, ob diesen Herbst/Winter die Geimpften, obwohl sie sich infizieren und das Virus weitergeben können, erneut aus dem Testregime ausgenommen werden. Auch das führt zu einer unnötigen Verlängerung der Corona-Challenge und zu Fluchtmutationen. Über den Ursprung von SARS-COV2 konnten bisher keine eindeutigen Angaben gemacht werden und man gewinnt den Eindruck, als dürfe Covid genau so wenig aus einem Labor stammen, wie Putin den Krieg gewinnen darf. Letzterer wird ihn dennoch gewinnen, weil die Wahrheit die stärkste Waffe ist und Zelenskys Lügen wie er selbst kurze Beine haben.

    • In der Tat. Gesunde Ungeimpfte können übrigens jederzeit ihren Impfstatus ändern (sollten sich neue Erkenntnisse ergeben und Impfstoffe kommen, die diesen Namen auch verdienen), die Geimpften haben das Gentherapeutikum jetzt in sich und werden die entzündungsfördernden (inflammatorischen) Spikes wohl nie mehr los. Sie dürfen sich bei denjenigen bedanken, die die Angstmache auf die Spitze getrieben haben.
      Man kann nur hoffen dass die langfristigen Auswirkungen (>= 3-5 Jahre) nicht so schlimm kommen wie es sich derzeit anhand der in vielen Ländern mit hohen Stichraten feststellbaren erhöhten Sterblichkeit abzeichnet. Habe einige Verwandte, inkl. Eltern, die leider geimpft sind. Um die mache ich mir ernste Sorgen. #plötzlichundunerwartet
      Beispiel Australien: https://tkp.at/2022/05/26/hohe-uebersterblichkeit-in-australien/
      Anmerkung: Die Quelle zu den Orignalzahlen, wer es nicht glaubt, ist im Artikel unten verlinkt.

    • Standhaft bedeutet in diesem Zusammenhang leider diskriminiert, aber wenigstens hat man sich nicht nötigen lassen.

  4. 14 Patienten also. Wie war deren “Impf”status? Monoklonale Antikörper, alles klar. Die Antigenerbsünde scheint langsam ihre Treffer zu landen. Wie siehts mit einer Kontrollgruppe aus?

    • Sprach der Fachmann…Es ist völlig unerheblich wie der Impfstatus war. Ein mangelhaft wirkendes antivirales Medikament führt zu Resistenzbildungen. Ist ungefähr so, áls würden sie ein Antibiotikum nicht zu Ende nehmen…

    • Und die 14 unterschieden sich auch noch in immungeschwächte und – kompetente Patienten, von anderen Störvariablen wie Alter, Vorerkrankungen etc. gar nicht zu reden. 14 ist da schon eine verdammt kleine Zahl. Wurde diese Studie überhaupt schon dem peer-review unterzogen?

        • Es ist mir eine Freude Ihr Wissen (zumindest in diesem Bereich) zu erweitern:

          Ein Peer-Review, auch Kreuzgutachten genannt, ist die Bewertung einer wissenschaftlichen Arbeit durch unabhängige Gutachter bzw Wissenschaftler des selben Fachgebiets. Das Peer-Review-Verfahren ist das gängigste Verfahren der Qualitätsprüfung vor Veröffentlichung von wissenschaftlichen Beiträgen oder Projekten (bspw Studien) in entsprechenden (wissenschaftlichen) Zeitschriften.
          (Der Name Peer kommt aus dem englischen für Gleichrangig/Ebenbürtig)

  5. Nur zur Info für all jene die des sinnerfassend Lesens nicht mächtig sind. In dem Artikel gehts nicht um die Impfung und auch nicht um die aktuellen Medikamente gegen Corona sondern um das Grippemittel “Remdesivir”, das sich im Bezug auf das Coronavirus als nicht besonders wirksam erwiesen hat was naturgemäß dann häufig zu Resistenzbildungen führt und das nicht nur beim Coronavirus. Danke für die Aufmerksamkeit, verstanden hats zwar eh wieder keiner, versucht habe ich es jedenfalls.

    • Muss man Kommentare verfassen, die vor Überheblichkeit triefen?
      Muss man Kommentare verfassen, die (mal wieder) pauschal verunglimpfen?
      Muss man das ganze überhaupt Kommentare nennen?
      Muss das wirklich jedesmal! bei Artikeln mit Bezug zu Corona sein?

      • Ich kann mich erinnern werte Frau? amour sie an anderer Stelle schon einmal darauf hingewiesen zu haben, dass ich es nicht leiden kann, wenn jemand außer Schulmeistereien nichts beizutragen hat. Sparen sie sich das. Es gehört hier nicht her. Wenn ihnen etwas nicht passt dürfen sie gerne das rote Fähnchen rechts oben betätigen. Danke an der Stelle.

        • Ich bewundere Ihre Geduld . Amour sieht sich manchmal als so eine Art Friedensengel. Tja…..Engel gibt’s nicht.

          • Entschuldige Samui, du magst ja vieles in vielen Bereichen wissen – aber wie ich mich sehe, davon hast du keine Ahnung. Wär ja auch ein bisschen schräg, oder?

          • Ok, was wie auf dich wirkt, kannst wiederum nur du beurteilen.

            Doch lass mich dir versichern – ich sehe mich absolut nicht als „Friedensengel“ – aber ich nehme mir „das Recht heraus“ bei vermehrt auftretenden Ungerechtigkeiten z.B., oder bei messen mit zweierlei Maß, etc, meine Stimme zu erheben und meinen Unmut darob kundzutun.

            Sofern man hier im Forum seine Stimme überhaupt erheben kann. Auch muss nicht zwingend gelesen werden, was ich so schreibe 😉

          • …mit zweierlei Maß messen… dieser Knackpunkt zieht sich durch viele Postings wie ein unsichtbarer Faden, an dem sich gewisse Betonierer festhalten. Mir ist Ende Juni die Geduld gerissen, nun stehen Sie auf👏👌⚘

        • Ich kann mich erinnern Sie an anderen Stellen schon mehrfach darauf hingewiesen zu haben, dass es grauslich ist Ihre ständigen Stänkereien zu lesen – die, außer eben grauslich und gemein zu sein, nichts beitragen.
          Ihre ständigen Anpöbeleien Andersdenkender gehört nicht hier her.
          Wenn Ihnen etwas nicht passt, dürfen Sie gerne das rote Fähnchen oben betätigen. Bitte gerne an der Stelle.

  6. Da scheint aber das sich schon lange auf dem Markt befindliche Pferdwurmmittel bessere Ergebniss zu erzielen?

    • Das bewährt sich nur in Indien und anderen nicht sehr fortschrittlichen Staaten (Sakrasmus aus). Österreich bzw. Europa ist da anders gestrickt. Da wird Übersterblichkeit in einem normalen Sommer mit Hitzewellen erklärt 🙂 und… 1 – 2- -3 … los geht’s 🙂

  7. Ja, danke für die Info.

    Hat es zufälligerweise irgendjemand von zackzack mitgekriegt….? Das trifft auch auf die Impfungen zu. Deshalb gibt es schließlich so viele Reinfektionen trotz ausreichender Antikörper. Das Zauberwort heißt “Immunflucht”….. Wiss ma eh erst seit zwei Jahren…. Aber ja, wenn es euch beliebt, ignoriert den Umstand bitte noch weitere 2 Jahre oder länger….

    • Immunflucht heißt nicht anderes, als dass das Virus mutiert ist um Menschen die bereits Kontakt mit dem Virus hatten wieder anstecken zu können. Kontakt mit dem Virus in Form einer Impfung oder “natürlichen” Infektion. Ausreichende Antikörper? Wogegen? Gegen eine neue Variante mit der sie noch nie Kontakt hatten weder in Form einer Impfung noch in Form einer Infektion?

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