China-Mega-Hilfe für Italien

Während EU auf Finanzmarkt schaut

China schickt Tonnen an Hilfsmittel nach Italien. Das Material ist dringend zu gebrauchen, denn das italienische Gesundheitssystem droht, den Corona-Ausbruch nicht zu stemmen. Während China unmittelbar hilft, kommt von der EU ein Wirtschaftspaket und Italien steht allein.

Wien, 11. März 2020 / So zeigen sich die Prioritäten: Während die EU-Staaten Italien mit der Virus-Krise alleine lassen, schickt China Unmengen an medizinischen Hilfsgüter nach Rom. 1000 Beatmungsgeräte, 2 Millionen Gesichtsmasken (davon 100.000 High-Tech), 20.000 Schutzanzüge und 50.000 Test-Kits gehen nach Italien. Dort wird das Material dringend gebraucht, das Gesundheitssystem droht zu kollabieren.

EU pumpt Geld in Finanzmärkte

Diese Ankündigung kam am selben Tag, an dem die EU ihr Maßnahmenpaket vorstellte. Kommissionspräsidentin Von der Leyen offenbarte die Prioritäten der EU: Wirtschaft, Märkte und Konzerne. 25 Milliarden plant die EU in einem Fond zu sammeln. Das Geld soll aus vorhandenen Ressourcen über die Finanzmärkte aufgestockt werden. Zu unmittelbaren und konkreten Hilfeleistungen für Italien konnte sich die EU aber nicht durchringen.

Weder organisiert man freiwillige Teams, die den überlasteten italienischen Spitälern aushilft, noch schickt man Beatmungsgeräte nach Italien. Die EU wolle aber eine gemeinsame Bestellung an Schutzausrüstung arbeiten.

Rettet EU wieder mal die Konzerne?

Neben den Überlegungen, die von der EU kommen, wirken die 25 Milliarden ohnehin nicht besonders ambitioniert. Pro EU-Bürger sind das rund 500 Euro, angesichts der vielen Menschen die aufgrund der Virus-Bekämpfung ohne Arbeit dastehen, wohl ein Scherzchen. Noch dazu bleibt die EU kryptisch, was die Ausschüttung angeht: Wird man Kreuzfahrtschiffe, Luxusbranchen und Konzerne damit versorgen oder geht das Geld an den Einzelunternehmer, die Künstlerinnen und den Arbeiter?

Damit zeigt China der EU, wie Solidarität aussehen kann. Vor wenigen Wochen herrschte noch diplomatische Verstimmung zwischen Rom und Peking. Italien stellte als eines der ersten Länder den Direktflugverkehr zu China ein, damals reagierte Peking erbost. Doch angesichts der Virus-Pandemie mit dem europäischen Epizentrum Nord-Italien ist Xi Jinping offenbar nicht nachtragend. Jedes einzelne Stück kann Italien dringend brauchen, von der EU kommt keine Hilfe.

(ot)

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Titelbild: APA Picturedesk

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