Coronafälle – Österreich auf der Überholspur

Analyse

Noch scheint die Lage nicht dramatisch. Etwas über 300 Coronafälle bei 8,8 Millionen sind nicht viel. Doch nichtlineare Entwicklungen, wie Seuchenentwicklungen überfordern die Prognosefähigkeiten der meisten Menschen. Die Situation ist komplex. Hier also eine kleine Standortbestimmung.

Wien, 12. März 2020 / Das Lehrbuch schlägt zu. Während Bildungsminister Fassmann gestern in der Pressekonferenz von „Linearität“ spricht, ist die Realität eine völlig andere. Nimmt man die Anzahl der Coronafälle pro Million Einwohner, so kämpf sich Österreich gerade in Richtung Topplatzierung. Der Verlauf der Fälle in Österreich entspricht fast einer logarithmischen Kurve laut Lehrbuch. Gestern Abend und 22:00 Uhr stand Österreich noch bei 27,5 Fällen/Million Einwohner. Heute um 11:00 Uhr liegt der Faktor bei 33.5 und es gibt den ersten Toten. Update: Um 16:00 Uhr beträgt der Faktor bereits 40,1.

Update 13.03.2020 – 13:00 Uhr: Faktor beträgt nun 47,5. Damit liegen wir im weltweiten Vergleich direkt hinter China mit 56,1.

Update 16:00 Uhr: 504 Fälle der Faktor Coronafälle pro Million Einwohner beträgt: 57,1!

Zahlen sind relativ

Nun ist es so eine Sache mit Zahlen. Eine Zahl allein für sich sagt wenig aus. In Südkorea wurden mehr als zweihunderttausend Verdachtsfälle getestet. In Österreich wurden mit Stand 12.03.2020 zu Mittag 5.869 Tests durchgeführt. Wenn also in Südkorea in einem Tag aktuell 114 Fälle dazukommen, dann ist das etwas völlig anderes als wenn in Österreich 56 neue Coronafälle bekannt gegeben werden. Viel weniger Tests und doch sehr viele neue Coronafälle in Österreich, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Situation.

Wer zu spät kommt

Wie Pandemien verlaufen, dazu gibt es nicht nur gut belastbare wissenschaftliche Modell. Der Normalsterbliche braucht sich einfach den Film Contagion (Englisch für Ansteckung) von Steven Soderberg anzusehen. In kühlem und distanziertem Stil und unterlegt mit elektronischer Musik wird die Krise und deren Bekämpfung dargestellt. Die Hauptbotschaft ist einfach. Wer zu spät ist, den bestraft das Leben. Und das im eigentlichen Sinn des Wortes.

Was kommt nun?

Einiges deutet darauf hin, dass die jetzt gesetzten Maßnahmen zwar völlig richtig aber offenbar zu spät sind. Kontakte untereinander ist das Gebot der Stunde. Manches deutet schon auf eine gröbere Überlastung hin, wie zum Beispiel die Wartezeiten bei der Corona-Notrufnummer 1450 oder die sich verdichtenden Gerüchte, oder dass es zu wenige Corona-Tests selbst für Spitalsärzte gibt.

Wichtig: Lassen Sie sich aber nicht verrückt machen, behalten Sie einen kühlen Kopf und vor allem bleiben Sie gesund. Wir von ZackZack bleiben auf jeden Fall am Ball – mit unserem täglichen Liveticker für Sie.

  • Der Artikel wurde um 16:18 Uhr ergänzt. Das Diagramm wurde an die aktuelle Entwicklung angepasst.
  • Der Artikel wurde am 13.03.3030 um 16:26 Uhr ergänzt. Das Diagramm wurde an die aktuelle Entwicklung angepasst.

(sm)

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Titelbild: APA Picturedesk

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