EU: Russland streut Fake News zu Coronavirus

Laut einem internen Dokument der Europäischen Union streut Russland Fake News zum Coronavirus. Ziel der Kampagne sei, Panik zu erzeugen und dadurch die Krise in Europa zu verschärfen.

Brüssel, 19. März 2020 / Reporter der Nachrichtenagentur Reuters hatten Zugang zu einem brisanten EU-Dokument. Dem neunseitigen Memorandum zufolge streut Russland Fake News zum Coronavirus in Europa. “Derzeit läuft eine erhebliche Desinformationskampagne Russischer Staatsmedien und Kreml-naher Medien zu Covid-19.”, heißt es in dem Dokument vom 16. März. Der Kreml bezeichnete die Vorwürfe am Mittwoch als unwahr und unsinnig.  Kreml-Sprecher Dmitry Peskov beklagte, dass in dem Dokument des Europäischen auswärtigen Dienstes (EAD) an konkreten Beweisen mangle. Peskov ortete “antirussische Zwangsvorstellungen” auf Seiten der EU.

Panik und Misstrauen

Die EU glaubt, Ziel russischer Bemühungen sei, “die Krise der öffentichen Gesundheit in westlichen Staaten zu verschärfen.” Das geschehe “in Übereinstimmung mit der generellen Strategie des Kremels, europäische Gesellschaften zu untergraben.” Dazu würden Panik und Misstrauen verbreitet. Es geht um knapp 80 Fälle gezielter Desinformation, insbesondere die Behauptung, beim Coronavirus handle es sich um eine Biowaffe der USA. Das EU-Dokument listet Beispiele aus mehreren europäischen Staaten, darunter Litauen, Ukraine, Slowakei und Italien auf.

“Russia Today”

Wichtigstes Instrument russicher Desinformation in Europa ist laut EU-Dokument der Staatssender “Russia Today” (RT). Er wurde 2005 gegründet, um ein Gegengewicht zu westlichen Nachrichtensendern zu bilden. Dabei soll ganz offiziell “die russische Sichtweise auf das internationale Geschehen” gezeigt werden. RT bietet Fernsehnachrichten, Onlineportale, Youtube-Kanäle und Social-Media-Seiten in sieben Sprachen, darunter auch Deutsch, an. Die Gesamtreichweite der RT-Kanäle in Europa ist schwer zu messen. Der spanische Fernsehkanal von RT war laut EAD im März die zwölft-beliebteste Nachrichtenquelle zur Coronakrise in Spanien.

Der EAD wirft Russand unter anderem vor, für einen gefälschten Brief des ukrainischen Gesundheitsministeriums verantwortlich zu sein, der Ende Februar Ausschreitungen in der Ukraine ausgelöst hatte. Der Brief hatte fälschlich behauptet, es hätte fünf Coronafälle im Land gegeben. Ähnliche Vorkomnisse habe es unter anderem in Italien und der Slowakei gegeben. So wurde etwa die Falschnachricht verbreitet, der slowakische Premier wäre am Coronavirus erkrankt und hätte andere europäische Staatschefs angesteckt.

(tw/ot)

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Titelbild: APA Picturedesk

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