Benko darf keine 3.200 Hektar Tirol kaufen

Köstinger beantwortet SPÖ-Anfrage in drei Sätzen

Kauft sich René Benko 3.200 Hektar Tiroler Naturschutzgebiet von den Bundesforsten? Dieser Verdacht stand im Jänner im Raum. Daraufhin stellte die SPÖ eine parlamentarische Anfrage. Nun kam von Köstinger eine Antwort. 17 Fragen beantwortete sie mit ganzen drei Sätzen.

Wien, 26. März 2020 / Der Naturpark Gleirschtal ist ein prächtiges Stück Natur inmitten der Tiroler Berge, irgendwo zwischen Innsbruck und dem deutschen Garmisch. Es steht im Besitz der österreichischen Bundesforste. Dort hat René Benko, Börsen- und Immobilien-Spekulant und durch seine Verbindung zu Kanzler Kurz Teil der “neuen österreichischen Oligarchie”, die Eigenjagd der Bundesforste gepachtet.

Wollte Benko Gleirschtal kaufen?

Im Jänner gab es große Aufregung. Die Aufdeckerplattform „dietiwag.org“ machte Vermutungen öffentlich, dass René Benko das Gleirschtal nun ganz kaufen will. Gepachtet hat der Spekulant das Land bereits seit längerer Zeit. Die 3.200 Hektar Natur sollten um 50 Cent pro Quadratmeter an Benko verkauft werden, hieß es.

Die SPÖ stellte daraufhin eine parlamentarische Anfrage.

„Ein Ausverkauf unseres Landes zugunsten von Freunden bzw. Förderern von Bundeskanzler Kurz ist völlig inakzeptabel“,

sagte die Tiroler Nationalrätin Yildirim im Jänner.

Schon als die Anfrage eingebracht wurde, zweifelte Yildirim an den Antworten. Ministerin Köstinger sei schon in der letzten Legislaturperiode als „nicht besonders auskunftsfreudig aufgefallen“. Damals beantwortete Köstinger elf Frage zum Umbau einer Bundesforste Liegenschaft zum Luxushotel in drei Zeilen.

Knappe Antwort von Köstinger

Tatsächlich: Die SPÖ-Opposition lag bei dieser Vermutung richtig. Denn nun kam die Antwort von Köstinger zum angeblichen 3.000-Hektar-Kauf des Oligarchen. Diesmal antwortete Köstinger mit drei Sätzen. Mehr Informationen, behauptet Köstinger, habe sie zu den 17 Fragen nicht.

Aber immerhin scheint der Verkauf von einem Stück Tirol an Benko laut Köstinger nichts zu werden:

„Es gibt keine Pläne der Österreichischen Bundesforste AG (ÖBf AG) zum Verkauf von 3.000 Hektar in Tirol“,

schreibt Köstinger in ihrer Antwort. Wie die Grundstücke der Bundesforste von Dritten genutzt werden, fällt nicht in die Zuständigkeit des Köstinger-Ministeriums, lässt sie weiter ausrichten. Die SPÖ ist mäßig zufrieden:

“Wir nehmen die Beantwortung durch Ministerin Köstinger zur Kenntnis. Auch wenn es sich in der Beantwortung der Fragen so darstellt, dass rechtlich keine Verfehlungen bestehen, bleiben die Vorkommnisse rund um die Pacht von Rene Benko politisch bedenklich”,

heißt es aus dem SPÖ-Klub.

Jagdgebiet, um Deals zu verhandeln?

Benko soll das gepachtete Jagdgebiet hauptsächlich zu repräsentativen Zwecken nutzen. Manchmal lässt er sich mit dem Hubschrauber zum Jagdhaus mitten im Naturschutzgebiet fliegen, um dann mit Geschäftsfreunden auf Rotwildjagd zu gehen.

Das Jagdhaus ließ Benko bereits aufwendig restaurieren.

(ot)

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Titelbild: APA Picturedesk

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