Blümel und die Ibiza-Vermittlerin

Partyfoto: Web in Aufruhr

Seit gestern Abend geht ein Partyfoto von 2012 im Netz viral: darauf zu sehen sind ÖVP-Minister Gernot Blümel und die Vermittlerin der vermeintlichen Ibiza-Oligarchennichte. Mittlerweile hat sich der Hype verselbständigt.

Wien, 09. Juli 2020 | Große Aufregung im Netz: ein Partyfoto aus dem Jahr 2012 lässt vor allem auf Twitter die Wogen hochgehen und heizt Spekulationen an.

Blümels Partynacht – das Netz vergisst nicht

Auf dem Bild ist neben Gernot Blümel, der damals Ministerratskoordinator für Vizekanzler und Kurz-Förderer Michael Spindelegger war, auch die Vermittlerin der Fake-Oligarchennichte des Ibiza-Videos zu sehen.

Auch NEOS-Abgeordneter Helmut Brandstätter, der für die Oppositionspartei im Ibiza-U-Ausschuss sitzt, schaltete sich in die Diskussion ein. Screenshot: Twitter.

Das Bild wurde mittlerweile hundertfach geteilt, auch Politiker kommentierten es und verbreiteten es auf Twitter weiter. Gemutmaßt wurde auch über eine eventuelle Fotomontage. Diese These hat sich allerdings schnell in Luft aufgelöst, denn dafür gibt es zu viele Bilder, die schon vor Jahren auf Facebook auf der Seite der Veranstaltung hochgeladen wurden.

NEOS-Abgeordnete Stephanie Krisper fragt, wie gut sich die beiden schon kennen. Screenshot: Twitter.

Umtriebige Szenefrau

Kurios ist, dass das Foto erst jetzt auftaucht. Die Partynacht, von der es auf Facebook einige Bilder gibt, fand am 30. Dezember 2012 statt. Die umtriebige Maklerin scheint jedenfalls bestens vernetzt, das zeigen Fotos auch mit anderen Politikern wie Ex-Finanzminister Hans-Jörg Schelling (ÖVP) oder auch den Ibiza-Darstellern Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus.

Das muss allerdings nichts bedeuten, denn sie ist seit Jahren ein Adabei der Wiener High Society. Doch geht es nach Gudenus‘ Frau, sei M. nicht nur ihre Freundin, sondern maßgeblich an der Kontaktanbahnung mit der vermeintlichen Oligarchennichte beteiligt gewesen. Das stellte sie im Rahmen ihrer Zeugenaussage in den Raum. Laut Frau Gudenus soll die Maklerin darauf hingewiesen haben, dass es wichtig sei, wenn die Russin „uns mag“. Die Fake-Oligarchin, die M. auch als „Partygirl“ bezeichnet haben soll, hatte über M. Interesse an einem Gudenus-Grundstück angemeldet.

M. selbst betont jedenfalls, benützt worden zu sein und Angst um ihren Ruf zu haben, wie die Online-Plattform „oe24.at“ berichtet hat.

Neues Puzzleteil?

Ein Teil der Strategie einiger Beschuldigter und Zeugen ist es seit geraumer Zeit, den Fokus auf die Hintermänner und –Frauen bei der Erstellung des Videos zu legen, und damit weg von dem Skandal selbst. Dass die umtriebige Vermittlerin aber ein wichtiges Puzzlestück sein könnte, bestreitet kaum jemand. Laut eigener Aussage hätte Irena M. Anwalt M. bei einer Vertragsunterzeichnung kennengelernt, der sie nach ihren Kontakten zu Gudenus gefragt hätte. Das berichtete der „Standard“.

Durch die gestern viral gegangenen Fotos könnte eine neue Diskussion um mutmaßliche Verbindungen zu ÖVP-Leuten aufflammen. Gernot Blümel wollte sich auf ZackZack-Nachfrage jedenfalls nicht zu den Fotos und möglichen Verbindungen zu M. äußern.

(red)

 

Titelbild: APA Picturedesk

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