Der Kampf um Wien:

Blümel gibt auf

Im ZIB 2-Interview gab sich der ÖVP-Spitzenkandidat im Rennen um die Hauptstadt geschlagen. Er wolle regieren. In Wien sei das „unrealistisch“.

 

Wien, 26. August 2020 | Gernot Blümel will nach der Wien-Wahl nicht in den Gemeinderat wechseln. Das bestätigte der ÖVP-Spitzenkandidat am Dienstag in der ORF-ZIB 2. Blümel wolle regieren, entweder im Bund oder in der Hauptstadt. Dass es in ÖVP in die Stadtregierung schaffen könnte, glaubt Blümel aber nicht. Das sei „unrealistisch“. Der ÖVP-Spitzenkandidat hat damit den Kampf um Wien öffentlich aufgegeben.

Blümel bestätigte, was die Wähler schon vermutet hatten: Nur 18 Prozent glaubten einer aktuellen Umfrage zufolge, dass der Finanzminister nach der Wahl auch tatsächlich in die Kommunalpolitik wechseln werde.

Umfragen: Blümel zunehmend unbeliebt

Eine Koalition aus ÖVP, Grünen und NEOS verfehlt laut derzeitigen Umfragen eine Mehrheit deutlich: Sie hätte nur 44 Prozent und keine Mandatsmehrheit im Wiener Gemeinderat. Die mit 39 Prozent in Führung liegende SPÖ könnte sich hingegen den Koalitionspartner aussuchen. Sowohl mit ihrem bisherigen grünen Koalitionspartner als auch mit ÖVP oder FPÖ ist eine Mehrheit wahrscheinlich. Es könnte sich vielleicht sogar mit den NEOS ausgehen.

Blümels persönliche Umfragewerte lassen zu wünschen übrig: Bei der Frage „haben Sie einen günstigen oder ungünstigen Eindruck?“ erreichte der Finanzminister zuletzt einen Saldo von -17 Prozent. Seit Beginn der Coronakrise gingen Blümels Beliebtheitswerte beständig zurück.

ÖVP will „FPÖ-Themen umsetzen“

Die ÖVP setzt laut ihrem Spitzenkandidaten in Wien auf das Ausländerthema: Blümel will, wie er sagte, FPÖ-Themen aufgreifen und umsetzen. Die „gesamte türkise Bewegung“ setze auf eine „Lösung der Probleme“ im Integrationsbereich. Wien sei ein „Mindestsicherungsmagnet“.

Von Moderator Armin Wolf auf die schleppende Auszahlung der Corona-Hilfen angesprochen, sagte Blümel, man sei „im internationalen Vergleich unter den Besten“.

(tw)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

AKTUELLES

Link zu: InlandLink zu: Meinung
Link zu: AuslandLink zu: Leben