SPÖ vor Grünen, ÖVP scheitert an 5 Prozent-Hürde

Pass Egal Wahl

Trotz Corona-Pandemie kam es bei der „Pass Egal Wahl“, bei der hier lebende Menschen ohne österreichischen Pass symbolisch wählen konnten, zu einer Rekordbeteiligung. Als Sieger ging die SPÖ hervor. Eine Klatsche setzte es für die drei Rechtsparteien.

Wien, 07. Oktober 2020 | Mit 38,44 Prozent landet die SPÖ, bei der von SOS Mitmensch organisierten „Pass Egal Wahl“ auf Platz Eins. Dahinter folgen die Grünen mit 33,55 Prozent. Platz drei geht an LINKS mit 12,09 Prozent.

Die restlichen zur Wien-Wahl antretenden Parteien scheiterrn an der Fünf-Prozent-Hürde, die für einen Einzug in den Wiener Landtag benötigt werden. Ein durchaus überraschendes Ergebnis.

Klatsche für Rechtsparteien

Besonders die drei Rechtsparteien ÖVP, FPÖ und THC schneiden bei der symbolischen Wahl für Personen, die hier leben, aber am 11. Oktober nicht wählen dürfen, katastrophal ab. Die ÖVP kommt gerade einmal auf 2,58 Prozent, die FPÖ auf 1,45 Prozent. Das Schlusslicht bildet das Team HC Strache mit 0,33 Prozent.

Gepostet von SOS Mitmensch am Dienstag, 6. Oktober 2020

Rekordbeteiligung

Mittels Briefwahl, mobilen Wahlkabinen und Kooperationsstandorten nahmen 1.546 Menschen an der diesjährigen Wiener “Pass Egal Wahl” teil. Hinzu kamen 1.047 Solidaritätsstimmen von Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft. Das ist Rekordbeteiligung für eine Wiener „Pass Egal Wahl“.

Bei der “Pass Egal Wahl” 2019 für die Nationalratswahl lagen die Grünen noch an der Spitze – mit 51,5 Prozent, gefolgt von der SPÖ mit 27,5 Prozent.

Die Geschäftsführerin von SOS Mitmensch, Gerlinde Affenzeller, sieht durch die hohe Wahlbeteiligung ein großes Interesse der Bevölkerung: „Die offizielle Wien-Wahl, an der ein Drittel der Bevölkerung im Wahlalter nicht teilnehmen darf, ist eine unvollständige Wahl. Die Pass Egal Wahl zeigt, dass es erhebliches Interesse an politischer Beteiligung von Menschen ohne österreichischen Pass gibt. Es ist hoch an der Zeit, dass die Türe zu demokratischer Beteiligung für die Betroffenen geöffnet wird“.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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