Ludwig klarer Sieger bei Privat-TV-Elefantenrunde

Wiederkehr überrascht

Für Bürgermeister Michael Ludwig sieht es gut aus: wie schon bei den Zweier-Konfrontationen überzeugte der Sozialdemokrat die Zuseher am meisten. NEOS-Mann Christoph Wiederkehr ist die Überraschung des Abends.

 

Wien, 08. Oktober 2020 | „Puls24“-Chefreporterin Manuela Raidl analysierte im Anschluss an die Privatsender-Elefantenrunde den Auftritt der Kontrahenten. Es hätte Personen gegeben, die

„fast wortgleich dasselbe Programm durchgezogen haben wie bei früheren Wahlkampfauftritten.“

Wieder andere hätten laut Raidl wohl Feedback bekommen und gehört: „du musst mehr Gas geben“. Denn: Am Sonntag wird in der Hauptstadt gewählt, heute ist im ORF die letzte Elefantenrunde. Bürgermeister Michael Ludwig war gestern jedenfalls angriffiger als noch zuvor in der „Krone“-Elefantenrunde.

Ludwig klarer Sieger

Geschadet hat’s ihm nicht: wie schon bei allen anderen TV-Konfrontationen zuvor, entschied er auch das gestrige Aufeinandertreffen der Spitzenkandidaten klar für sich.

500 repräsentativ ausgewählte Menschen haben bei der OGM-Umfrage für Puls 24 teilgenommen.

Mit 40 Prozent Zustimmung ist Ludwig klarer Sieger der Runde, gefolgt von Gernot Blümel (ÖVP), der mit 16 Prozent nicht einmal im Ansatz die Hälfte des Wertes von Ludwig erreicht. Dahinter ist das Rennen denkbar knapp: Birgit Hebein (Grüne) und Dominik Nepp (FPÖ) erreichen jeweils 12 Prozent, während Christoph Wiederkehr (NEOS) mit 11 Prozent dicht auf den Fersen der Vizebürgermeisterin und ihres Kollegen liegt. Dahinter rangiert HC Strache (Team Strache) mit 10 Prozent.

Pinke Überraschung

Die Überraschung des Abends war der pinke Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr. Noch zu Beginn des Wahlkampfes hatte er ob seiner mangelnden Bekanntheit einen schweren Stand. Doch jetzt scheint er aufzublühen und eine regelrechte „Lust, reinzustochern in diesen Debatten“ zu verspüren, wie Raidl ihm attestierte.

Für jemanden, der das zum ersten Mal mache, sei es bemerkenswert, sich Strache oder Nepp als direkte Gegner „herzuholen“.

Interessant am gestrigen Gesamtergebnis ist auch, dass es erstaunlich nah am laut Umfragen prognostizierten Wahlergebnis liegt.

„Sehr schlecht abgeschnitten im Vergleich zu den Umfragen haben hier Nepp, Hebein und Blümel“,

so Raidl im Anbetracht der von OGM gelieferten Werte.

Papiere, Koalitionsgeplänkel und Appelle

Unterdessen gibt es bereits wilde Gerüchte über Koalitionsoptionen der in den Umfragen enteilenden Sozialdemokraten. So berichtet der „Standard“ heute unter Berufung auf ein Papier der Wiener Wirtschaftskammer, dass ebendiese bereits Forderungen an eine mögliche Koalition zwischen SPÖ und ÖVP stellen würde. Im Einleitungstext des Artikels steht: „Die Achse der Wiener Wirtschaftskammer mit der Stadt-SPÖ ist so solide, dass schon ein Programm vorliegt.“ Insinuiert wird die große Wahrscheinlichkeit eines rot-türkisen Bündnisses, also exakt die Erzählung grüner Mandatare, die mit der Warnung davor um eigene Stimmen werben.

Aus der SPÖ Wien heißt es allerdings, dass man von einem solchen WK-Papier nichts wisse, Vorab-Koalitionsgeplänkel kommentiere man nicht. Es gehe jetzt darum, die Wähler auf den letzten Metern des Wahlkampfes für die Stimmabgabe zu mobilisieren. Das klappte zum Beispiel bei Filmemacher Rudi Dolezal: der trommelt in einem emotionalen Video-Appell für die SPÖ Wien und Bürgermeister Michael Ludwig.

In den letzten Tagen gab es zudem heftige rot-pinke Flirtversuche. Die NEOS stellten bereits Forderungen für eine Regierungsbeteiligung, etwa mehr Geld für Kindergärten und Schulen, gläserne Parteikassen oder auch ein Corona-Krisenkabinett.

(wb)

Sehen Sie hier die Puls24-Elefantenrunde für die Wien-Wahl nach.

Titelbild: APA Picturedesk

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