Rotes Kreuz:

Weniger testen, um Wintertourismus zu helfen

In einem internen Strategiepapier schlägt Rot-Kreuz-Rettungskommandant Gerry Foitik der Regierung vor, weniger Coronatests zu machen. So könnte die Fallzahl gedrückt und damit Reisewarnungen aufgehoben werden. Das soll dem Wintertourismus helfen. Foitik sagt: War nicht so gemeint.

 

Wien, 10. Oktober 2020 | Ein Strategiepapier des Roten Kreuzes für die Bunderegierung, das mehreren Medien zugespielt wurde, bringt Rettungkommandant Gerry Foitik unter Druck. Foitik schlägt der Regierung vor, Kontaktpersonen 1 nicht mehr zu testen, damit andere Länder Österreich auf „Grün“ stellen und ihre Reisewarnungen aufheben. Man könne durch diese Maßnahme „sofort“ die täglichen Fallzahlen um 500 senken. Nützen soll das dem Wintertourismus.

Im Ö1-Interview sagte Foitik am Dienstag, das sei so nicht gemeint gewesen. Er argumentiert, dass K1-Personen, also solche, die direkten Kontakt zu einer infizierten Person hatten, ohnehin in Quarantäne müssten. Da mache es auch keinen Unterschied mehr, ob sie getestet würden oder nicht. Durch die Maßnahme würde sogar Ressourcen frei, um anderswo mehr zu testen. Wie dann das angestrebte Ziel einer Reduktion der Fallzahlen erreicht werden könne, sagte Foitik nicht.

Foitik: „War nicht für die Öffentlichkeit gedacht“

In er ZIB2 vom Montag hatte Foitik erklärt: „Das allein wird den Wintertourismus nicht retten.“ Er habe das Papier „unglücklich formuliert“. Dass sein Rat öffentlich wurde, ärgerte Foitik: „Das war nicht für die Öffentlichkeit gedacht, auch nicht für die Medien. Fest steht, Sie sollten das nicht haben.“ Deshalb habe Foitik „verkürzt formuliert“.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch bezeichnete den „Versuch, die Corona-Ampel künstlich auf grün zu stellen“ als „völlig inakzeptabel. Die „türkis-grüne Schönfärberei“ sei „ein handfester Skandal“.

Auch NEOS-Abgeordneter Dougla Hoyos äußerte sich kritisch: „„Weniger Tests, um so die offiziellen Infektionszahlen niedrig zu halten, können nicht die Lösung für den Wintertourismus sein.“ NEOS kündigten eine parlamentarische Anfrage zur Aufklärung der Vorgänge an.

(tw)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

Folge einem manuell hinzugefügten Link
Link zu: InlandLink zu: Meinung
Link zu: AuslandLink zu: Leben

Sebastian Kurz und Markus Braun: So eng war ihr Verhältnis

Dokumente belegen engen Umgang des Wirecard-CEO zu Kanzler Kurz. Sicher ist: sie waren per Du und trafen sich im Rahmen einer vornehmen Dinner-Runde – Monate nach den ersten schweren Vorwürfen gegen den Konzern. Ein Mail des Kanzlers könnte brisant werden: Gab es Vorschläge von Großspender Braun, die Kurz umsetzen wollte?

Dazu brauchen wir eure Unterstützung:

im ZackZack-Club.

Kurz attackiert ZackZack!

Wir bleiben dran: in Wien,

Ibiza und Mallorca.

Schließen