Wut-Friseur teilt gegen Politik aus

Emotionales Video

„Wir, die seit Mai tausende Euro an Schutzausrüstung ausgegeben haben, sollen jetzt wieder später als der Handel aufsperren dürfen?“ Wolfgang Rosensteiner ist Friseur und hat genug. So dürfte er sein Geschäft auch nach dem 6. Dezember nicht aufsperren dürfen. Jetzt teilt er in einem emotionalen Facebook-Video ordentlich gegen die Corona-Politik der Regierung aus.

Wien, 2. Dezember | Rosensteiner habe sich seit März lange zurückgehalten. Schon nach dem ersten Lockdown seien Friseure bei den ersten Lockerungen benachteiligt gewesen: „Wir, die den Kundenfluss eigentlich sehr gut einteilen können, sollen jetzt wieder später aufsperren dürfen?“

Mit ernstem Ton, aber auch mit einem gewissen Schmäh zieht der Wutfriseur dabei Vergleiche mit anderen Branchen: “Wir, die seit Mai Desinfektionsspender wie Weihwasserbecken am Eingang stehen haben, sollen wieder später aufsperren? Wir, die seit Mai alles zu Tode desinfizieren?” Vor allem die Hygienezustände in so manchen Supermärkten stoßen ihm sauer auf. So wäre die Sicherheit in den 9.000 Friseur-Betrieben eher gegeben, als im Lebensmittelhandel.

„Politiker schauen nicht großartig unfrisiert aus“

Dann kommt der Inhaber der „Haarklinik“ in Bad Vöslau richtig in Fahrt und lässt seinem Unmut gegenüber der Politik freien Lauf: „Weder im ersten Lockdown, noch jetzt sind mir in den Medien großartig viele Politikerinnen und Politiker aufgefallen, die sehr unfrisiert ausschauen.“

Von einer Gefahr, die von „körpernahen Berufen“ wie Friseuren angeblich ausgehen solle, will er angesichts der stets gestriegelten Politiker daher nichts wissen: „Die haben wohl alle ein sehr geschicktes Handerl oder so talentierte Gattinnen wie der Ex-Bundespräsident Heinz Fischer sonst würden sie ja ebenfalls aussehen, wie das gemeine Volk“, scherzt der Stylist.

„Wir wären schon sehr dankbar über einen Bruchteil der Aufmerksamkeit, den der Wintertourismus in dieser Zeit bekommt.“ Rosensteiner hofft auf ein Umdenken der Regierung. Am Mittwoch wird über die weiteren Maßnahmen entschieden, Friseure werden wohl aber noch warten müssen.

(mst)

Titelbild: Screenshot Facebook/Wolfgang Rosensteiner

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