Zwei von drei Salzburger bekamen Geld nicht zurück

Zu hohe Stromkosten

Die Stromkunden der Salzburg AG haben zu viel gezahlt. Aber nur 35 Prozent der 200.000 Kunden holten sich ihr Geld zurück. Mehr als 3,2 Millionen Euro bleiben damit beim Energiekonzern. KPÖ PLUS-Gemeinderat Dankl ärgert sich.

Wien/Salzburg, 18. Jänner 2021 | Alle 200.000 Stromkunden der „Salzburg AG“ sollten einen Teil ihrer Stromkosten zurückbezahlt bekommen. Das ging aus einem Urteil des Obersten Gerichtshofes hervor, wonach Stillschweigen nicht als Zustimmung zu einer Preiserhöhung gilt. Bis 31. Dezember 2020 hatten die Kunden Zeit, per Antrag das Geld zurückzuverlangen.

Nur Bruchteil der 5 Millionen zurückbezahlt

Nun kam es zur Rückzahlung, doch nur 35 Prozent der 200.000 Kunden erhielten tatsächlich Geld zurück. Ein Armutszeugnis für die Firmenführung, findet KPÖ PLUS-Gemeinderat Kay-Michael Dankl:

„Zwei von drei Salzburger habe ihr Geld nicht zurückbekommen, das ihnen zu Unrecht abgenommen wurde. Wären die Manager der Salzburg AG auch so zufrieden, wenn umgekehrt nur 35 Prozent der Salzburger die teuren Jahresrückzahlungen leisten?“

Insgesamt hätte die Salzburg AG rund fünf Millionen Euro zurückbezahlen müssen (etwa 25 Euro pro Kunde), 3,2 Millionen kann sich der Energiekonzern aber behalten. „Die Aktion ist abgeschlossen“, heißt es von der Presseabteilung der Salzburg AG gegenüber ZackZack. Man habe alle Kunden per E-Mail darüber informiert, dass es die Möglichkeit gäbe, Geld zurückzuverlangen.

KPÖ-Kritik

KPÖ-Gemeinderat Dankl meint, die Salzburg AG hätte das zu Unrecht verlangte Geld automatisch gutschreiben oder rücküberweisen können. „Solche Hürden sind unsozial. Diejenigen, die das Geld am meisten brauchen, tun sich am schwersten, diese bürokratischen Hürden zu überwinden“, sagt Dankl: „Das trifft auch ältere Salzburger ohne Internet.“ Das Unternehmen relativiert diese Kritik im Gespräch mit ZackZack: Man hätte auch beim Kundenservice anrufen können.

Kay-Michael Dankl ist seit Mai 2019 Mitglied des Salzburger Gemeinderates. Vor der Wahl galt die Chance der KPÖ für den Einzug als “verschwindend gering”. Nun sorgt er immer wieder für Aufsehen.

KPÖ-Dankl ärgert sich: „Die Salzburg AG gehört als öffentliches Unternehmen allen Salzburgern. Es sollte dem Gemeinwohl dienen. Es ist sicher nicht im Sinne der Bevölkerung, wenn Stromkunden unnötige Hürden in den Weg gestellt werden“, sagt Dankl per Aussendung.

Die Salzburger KPÖ versuchte beim Antragstellen zu unterstützen, aktuell gibt man den Salzburgern eine Anleitung, um zum Heizkostenzuschuss zu kommen.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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