Bayerns Wirtschaftsminister macht auf Hörl

Skilifte ab Februar auf?

Im Skistreit zwischen Bayern und Österreich bahnt sich eine Wende an: zumindest Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger (Freie Wähler) fordert jetzt das Aufsperren der Lifte und greift Merkel frontal an. Infektionen im Hotel gebe es keine. Doch macht er die Rechnung mit seinem Knallhart-Ministerpräsidenten?

 

München, 22. Jänner 2021 | Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) fordert entgegen der bisherigen Söder-Linie, die Hotels und Skilifte im Februar wieder zu öffnen.

Greift Merkel an

Gemeinsam sollten die Wirtschaftsminister “auch auf Bundesebene diese Öffnungsschritte einfordern” und nicht “wieder wie Kaninchen vor der Schlange warten, was von Frau Merkel und der Ministerpräsidentenkonferenz aus Berlin kommt”, sagte Aiwanger am Freitag in München.

“Bei Hotels seh’ ich überhaupt keinen Grund, nicht öffnen zu dürfen”, sagte der stellvertretende bayerische Ministerpräsident und Bundesvorsitzende der Freien Wähler. Die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin sollten “akzeptieren, dass man sich in einem Hotel nicht infiziert”. Ob er Ischgl vergessen hat? Tatsache ist, dass in Österreich die Hotels über Vereinsummeldungen die Betretungsverbote teilweise umgehen.

Ausgerechnet Österreich als Beispiel

Dass für den Minister ausgerechnet das Nachbarland als Beispiel dient, ist brisant: Ministerpräsident Markus Söder vom Koalitionspartner CSU hatte Österreich für seine Coronapolitik in der jüngeren Vergangenheit immer wieder gerügt. Gerade Ischgl ist dem Kanzlerkandidaten-Anwärter immer wieder ein mahnendes Beispiel und ein Zeigefinger in Richtung Nachbarn wert gewesen. Aiwanger sagte, er sei überzeugt, “dass wir die Skilifte zeitnah öffnen können”. Die Österreicher zeigten, dass das gehe. Mit FFP2-Masken an den Liften und Online-Buchungen vorab, um einen Andrang zu verhindern könnten die Pisten noch im Februar öffnen. Und auch die Heilbäder könnten mit guten Hygienekonzepten und Corona-Schnelltests am Eingang im Frühjahr wieder Gäste empfangen dürfen, forderte Aiwanger auf einem Tourismus-Forum der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft.

Vielleicht orientiert sich Aiwanger eher an seinem Austro-Kollegen, Skiliftkaiser Franz Hörl (ÖVP), als an Markus Söder. „Ich orte auch bei meinen Kollegen quer durch Österreich eine hohe Bereitschaft, weiterhin den Betrieb aufrechtzuerhalten“, so Hörl am vergangenen Donnerstag, nachdem verschärfte Regeln für Unmut bei der Skilobby gesorgt hatten. Ob Aiwanger die Rechnung mit Söder macht, ist unklar, denn letzterer gilt – vor allem im Angesicht seiner möglichen Kanzlerkandidatur – als Corona-Hardliner.

(red/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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