Wende im Kampf gegen Klimawandel:

Erstmals mehr grüner Strom als fossile Brennstoffe

Im Jahr 2020 lieferten erneuerbare Energien wie Wasserkraft und Solaranlagen 38 Prozent des EU-Stroms. Damit liegt der Anteil an grünen Energien zum ersten Mal vor fossilen Brennstoffen, die immer noch 37 Prozent der EU-Stromerzeugung ausmachen. Der Rest entfällt mit 25 Prozent auf Atomstrom.

Wien, 26. Jänner 2021 | Zum ersten Mal übertraf die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien jene aus fossilen Brennstoffen: Im vorherigen Jahr lieferten Wind- und Solaranlagen sowie Wasserkraft und Biomasse 38 Prozent des EU-Stroms. Kohle oder Gas dagegen nur 37 Prozent. Das zeigt eine Analyse von Ember und Agora Energiewende.

Vorangetrieben wurde der Wandel durch das rasante Wachstum der Wind- und Solarstromerzeugung; diese hat sich seit 2015 fast verdoppelt, so die Analyse.

Strom aus Kohlekraftwerken geht stark zurück

Dies sei “ein bedeutender Meilenstein in Europas Umbau zu sauberer Energie”, heißt es in dem Report. Während Wind- und Sonnenstrom stark zugelegt habe, hätten vor allem Kohlekraftwerke weniger Elektrizität geliefert. Ihre Stromerzeugung hat sich den Angaben zufolge gegenüber 2015 nahezu halbiert. Allein im vorigen Jahr sank sie demnach um 20 Prozent. Dies habe nur teilweise mit der Pandemie zu tun. Weil weiter erneuerbare Energien zugebaut würden und der CO2-Preis absehbar weiter steige, werde sich der Niedergang der Kohle auch nach der Pandemie fortsetzen, sagte Agora-Direktor Patrick Graichen.

Erneuerbare Energien überholen fossile Brennstoffe / Grafik: Ember

Wachstum der erneuerbaren Energien durch Wind und Sonne / Grafik: Ember

Dänemark am grünsten, Österreich liegt noch weit hinten

Abseits von Polen sind die Niederlande, Griechenland, Irland und Italien jene Länder, die den höchsten Anteil an fossilen Energieträgern in der Stromproduktion ausweisen, so berichtete der “Standard”. Andererseits zählten die Niederlande 2020 auch zu jenen Ländern, die mit plus 40 Prozent den größten Zuwachs an erneuerbaren Energien hatten. Die höchsten Anteile wurden in Dänemark (61 Prozent), Irland (35 Prozent), Deutschland (33 Prozent) und Spanien (29 Prozent) verzeichnet.

Am Ende der Skala finden sich demnach Österreich, Portugal und Tschechien. In allen drei Ländern wurde 2020 weniger Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als im Jahr davor, so der “Standard”. Dafür verantwortlich war eine Kombination aus Ausbaustopp und teils widrigen Wetterbedingungen. In Österreich etwa waren Ende 2020 weniger Windräder am Netz als Anfang 2020, weil mehr Altanlagen abgebaut wurden als neue dazukamen.

(jz/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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