Mittwoch, April 24, 2024

Wie Konzerne die Welt beherrschen

In “Machtfrage”, der neuen Kolumne von Attac, geht es um die Macht internationaler Konzerne und deren Einfluss auf staatlichen wie persönlichen Handlungsspielraum. Im Zentrum steht die Frage, wie die Machtkonzentration einiger Weniger unser Leben durchdringt und was dagegen getan werden kann.

Von Lisa Mittendrein und David Walch

Der Kapitalismus zerstört den Planeten und damit unsere Lebensgrundlagen. Denn ein Wirtschaften, das auf Konkurrenz, Profitmaximierung und unendlichem Wachstum basiert, beutet nicht nur Menschen aus, sondern ist auf einem endlichen Planeten auf Dauer selbstzerstörerisch. 

Paradoxerweise ist diese Tatsache so offensichtlich wie schwer zu verdauen: Die Klimakrise eskaliert vor unseren Augen; Katastrophen wie Stürme, Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen nehmen Jahr für Jahr zu. Das 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens wurde 2023 erstmals überschritten, jede achte Tier- und Pflanzenart ist vom Aussterben bedroht. 

Und unsere Gesellschaften? Reichtum und Macht konzentrieren sich in den Händen einer kleinen Wirtschaftselite. Für die Mehrheit nehmen Zukunftsängste, Stress, chronische Erkrankungen und psychische Probleme zu. Gesellschaftlicher Zusammenhalt sowie Solidarität schwinden. So weit, so schlecht. 

Wie viel Macht haben Konzerne und die Reichsten?

Über die Machtverhältnisse im globalen Kapitalismus lassen sich klare empirische Aussagen treffen. Die Macht und Konzentration von Konzernen wächst unaufhörlich. Vergleichen wir Bruttoinlandsprodukt und Umsatz, so sind unter den größten 200 Ökonomien der Welt aktuell 129 Großkonzerne. Staaten sind die Minderheit. Konzerne sind zudem untereinander so eng verflochten, dass lediglich 147 davon fast die Hälfte des Werts aller 43.000 transnationalen Konzerne kontrollieren. Viele Großkonzerne sind eng mit dem Finanzsektor verwoben oder kaum mehr von ihm zu unterscheiden. Die drei großen Vermögensverwalter BlackRock, Vanguard und State Street sind die Hauptaktionäre von 88 Prozent der 500 größten Unternehmen weltweit.

Die reiche Klasse gewinnt

Aus diesen engen Verflechtungen entsteht ein Netzwerk von relativ wenigen Profiteur:innen. Es hat zu dem geführt, was der Milliardär Warren Buffet einen ‚Klassenkampf‘ nennt, in dem „meine Klasse, die reiche Klasse, Krieg führt und gewinnt“. Denn am Ende der Kette stehen hinter Konzernen und Vermögensverwaltern menschliche Eigentümer:innen und Aktionär:innen. Und so hat sich die Anzahl an Milliardären in den vergangenen 20 Jahren mehr als vervierfacht und ihr Vermögen fast verzehnfacht.

Diese Profiteure besitzen eine immense politische Macht abseits jeglicher demokratischer Kontrolle. Sie setzen ihre Interessen durch Lobbying, Parteispenden, Finanzierung von Medien und “Denkfabriken” oder auch Korruption durch – etwa um die überfällige Energiewende zu blockieren, zerstörerische Handelsabkommen durchzusetzen oder Lieferkettengesetze zu verhindern. Aber auch die soziale Nähe zwischen Reichen, Konzernchefs und Politiker:innen ist ein Machtfaktor: Sie besuchen dieselben Schulen und Privatclubs, lauschen denselben Intellektuellen und gehen bei den Festen der anderen ein und aus. Das schafft nicht nur ein gemeinsames Weltbild; bestens dokumentiert sind auch die zahllosen Seitenwechsel von Ex-Politiker:innen, die hochvergütet für Konzerninteressen arbeiten.

Konzerne bestimmen, zu welchen Bedingungen produziert wird

Die Macht der Konzerne und ihrer Eigentümer:innen ist nicht nur eine politische, sondern auch eine ökonomische: Sie haben einen hohen Einfluss darauf, was in unserer Gesellschaft produziert wird und zu welchen Bedingungen. Öl oder Windkraft? Was Uniper, Enel und Co. für profitabler halten. Billige Elektronik oder reparierbare Geräte? Womit sich mehr Geld verdienen lässt. Sklavenarbeit und Pestizide oder faire Bio-Landwirtschaft? Was für Produzent:innen und Handelskonzerne billiger ist und höhere Margen erlaubt. 

Und die “Macht der Konsument:innen”? Sie ist begrenzt und höchst ungleich verteilt: Als Konsument:in wähle ich mit einem Budget von ein paar hundert Euro pro Monat aus jenen Produkten, die mir der Handel anbietet. Bin ich arm, ist meine Auswahlmöglichkeit praktisch inexistent. Große Konzerne und die dahinterstehenden Eigentümer bestimmen hingegen jeden Tag über die Produktion von Gütern und Dienstleistungen im Wert von dutzenden Milliarden. Es ist also eindeutig, wo die Macht über unsere Wirtschaft liegt. 

Gute Vorschläge zu machen reicht nicht 

Doch hier geht es nicht vorrangig darum, den Zustand der Welt zu beklagen oder den Kapitalismus zum x-ten Mal zu analysieren.

Viel drängender ist die Frage, welche konkreten politischen Auseinandersetzungen wir führen müssen, um eine Zukunft zu erkämpfen, die allen Menschen ein gutes Leben ermöglicht.

Wie können wir die Macht der fossilen Konzerne brechen, die Milliardenprofite einstreifen und dabei die Klimakrise befeuern? Wie verhindern wir, dass die Reichsten ihre Milliarden in Steuersümpfen bunkern und Konzerne so gut wie keine Steuern zahlen? Wie muss der Welthandel organisiert werden, um Menschenrechte, menschenwürdige Arbeit und die Umwelt zu schützen? Und wie verhindern wir, dass Finanzkrisen und Bankenpleiten die Allgemeinheit immer wieder Milliarden kosten, während die Gewinne nur einer kleinen Minderheit zugutekommen? Diesen und anderen Fragen werden wir uns in den kommenden Monaten in dieser Attac-Kolumne widmen. 

Ein klares Bild von der Welt und gute Vorschläge zu machen ist das eine – sie durchzusetzen das andere. Wir brauchen daher auch Klarheit darüber, welche Kräfte unseren Zielen entgegenstehen – ganz ohne Verschwörungstheorien von allmächtigen, geheimen Zirkeln.

Konzernmacht brechen!

Um eine bessere Welt zu erkämpfen, müssen wir also ran an die Macht der Konzerne. Wir müssen nicht nur ihre politische Macht herausfordern, sondern auch die enorme Eigentumskonzentration. Die demokratische Kontrolle über die Wirtschaft auszubauen ist umso drängender in Bereichen, von denen unser Leben und Überleben zentral abhängt – etwa bei Energie und Wohnen oder in der Landwirtschaft. Ein Beispiel dafür ist die Attac-Kampagne „Energieversorgung demokratisieren“. Wie derartige Kampagnen wirkungsvoll gestaltet werden können, zeigt die Berliner Initiative Deutsche Wohnen enteignen. Im September 2021 stimmten 59,1 Prozent der Berliner*innen für die Enteignung und Vergesellschaftung der großen profitorientierten Wohnungskonzerne in Berlin.

Was jetzt noch fehlt: Wir müssen genügend Macht aufbauen, um den Umbau der Wirtschaft Schritt für Schritt umzusetzen. Deswegen stellen wir die Machtfrage: Den Konzernen und den Reichsten – und uns selbst. 


Lisa Mittendrein ist Sozioökonomin und Sprecherin von Attac Österreich
David Walch arbeitet als Pressesprecher bei Attac Österreich

Titelbild: Sarah Goldschmitt/Attac

Weiterführende Links:

Attac-Kampagne „Energieversorgung demokratisieren“

Die 200 größten Ökonomien

Zur Konzentration von Konzernen

Finanzkapital kontrolliert die 500 größten Unternehmen

Dimension der Machtkonzentration internationaler Konzerne

Initiative Deutsche Wohnen enteignen

Attac
Attac
Attac richtet das Brennglas auf die ungerechten Dynamiken in der Wirtschaftswelt von heute. So sollen die Folgen der enormen Machtkonzentration internationaler Konzerne stärker in die öffentliche Debatte gezerrt werden. Ganz ohne Verschwörungsmythen.
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52 Kommentare

  1. “Wie Konzerne die Welt beherrschen” -> zB, indem sie solche Typen finanzieren und “installieren” versuchen…

    Da hat er also wieder zugeschlagen, unser aufrechter Demokrat, der den “Weltfrieden” bewahren möchte, als einzige westliche Alternative zu Putins’ Wahnsinn im Osten… (@Kritiker & Konsorten)

    Er hat mit seiner Ansage eines avisierten “Blutbades” (=Bürgerkrieg) alsoschon mal seine “Gangs”, die Proud Boys, Oath Keepers und sämtliche im AMI-Land aus Army-Restbeständen rekrutierten Milizen unzweifelhaft “ins Feld beordert”, um dort den Ernstfall am Tag X zu trainieren, falls die Demokraten seinen “Wahl”Sieg im Herbst 2024 zu verhindern wüssten. Wer sonst könnte seinen Wahnsinn umsetzen?? (Siehe Kapitolerstürmung als Konsequenz aus seiner Abwahl, die er damals seinem Vize Mike Pence umhängte, indem nur er eine solche verhindern könne, wenn er die Wahlbestätigung Bidens’ im Kongress verhindere bzw. für nichtig erklärte…)

    https://www.youtube.com/watch?v=KHJ9tTevmRM

    “Macht’s nur so weiter!”…

    • Ach, ja: Unsere Effen-Affen haben auch mit den Republikanern einen kooperativen “Freundschaftsvertrag” abgeschlossen, genau so wie mit Putins’ Partei… “Nicht der Rede wert!”, also auch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, wie uns “Taser Harry” Vilimsky unter seinem Frettchen-Doupet siegessicher wissen lies …

  2. Die Konzerne setzen also ihre Macht ein, um die dringend nötige Energiewende zu verhindern?

    Meine Festestellung dazu: Wie dringend nötig CO2-Reduktion und Klimawende sind, erkennt man, wenn man sich ein wenig mit der Erdgeschichte auseinandersetzt. Römisches Klimaoptimum und mittelalterliche Warmzeit sind Beweis dafür, dass sich das Klima vollkommen ohne jedes menschliche Zutun immer gewandelt hat. Sonst wäre es kaum möglich gewesen, dass um 900 n. Chr. auf Grönland Getreide angebaut wurde.
    Es wird auch nicht darüber gesprochen, wie wenig Energiedichte und Zuverlässigkeit Wind- und Solarkraft haben. Es wird suggeriert, dass man – so man genügend “Erneuerbare” hat, die Zivilisation damit versorgt werden könnte. Kein Redakteur setzt sich hier mit physikalischen Gegebenheiten auseinander. Strom muss genau dann eingespeist werden, wenn er verbraucht wird. Und wenn im Dezember 2 Wochen kein Wind geht, ist halb Europa erfroren. So schauts aus.
    Und auch hinter den Windrädern stehen Konzerne, sonst wäre schon lange Schluss mit dieser brustschwachen Technologie.

    • Nur dass die mittelalterliche Erderwärmung kein global fortschreitender Prozess der Erwärmung war, so wie der jetzige Klimawandel. Die mittelalterliche Wärmeperiode war zeitlich und regional uneinheitlich. Sie haben sich nicht mit der Erdgeschichte beschäftigt, sonst würden sie den Unterschied kennen. Sie sind lediglich auf die Tatsachenverdrehungen der Klimawandelleugner reingefallen. https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Mittelalterliche_Warmzeit (vermutlich werden sie den Link ohnehin nicht lesen, weil sie nicht glauben wollen, was mittlerweile als eine wissenschaftlich belegte Tatsache gilt) An einer Co2 Reduktion führt kein Weg vorbei, auch wenn sie die neuen Technologien noch so sehr ablehnen, weil sie naturgemäß auch nicht perfekt sind.

      • Korrektur, oben steht was von einer mittelalterlichen Erderwärmung, die fand allerdings nur auf der Nördlichen Hemisphäre statt. Der von mir verwendete Ausdruck ist daher nicht richtig. ( Ich hoffe der Schönebner hats trotzdem kapiert).

  3. WIR SIND DIE HUREN DER REICHEN….

    Das ist fakt, und es ist egal was die Bürger wollen oder die Menschheit zum überleben braucht, die GIER ist das problem.

    Die Huren werden von der Lobby gesteuert, bestes beispiel EU, reiner Tummelplatz von unfähigen inkompetente “Politiker” von Lobby und Wirtschaft gelenkt.

    Bestes Beispiel grösster Betrugsskandal DE, VW hochkriminell, anders kann man es nicht beschreiben machte den grössten Weltweiten Betrug….statt das sie die Schäden ausgleichen gab es den Dieselgipfel, als wäre es die schuld von Diesel, der eigentlich Betrugsgipfel VW heissen hätte müssen mit Merkel als Spitze, um deren Gewinne und weitere Gewinne nicht zu schmälern wurde beschlossen, der Kunde ist das letzte, der Konzerne steht über allem, schadensbehebung gegen 0 und Softwareupdat reicht weils billig und schnell ist, das dabei weil für den Betrug die Hardware angepasst war und die Software nichts bringt sondern sogar Motorschäden verursacht haben sie gezeigt sie scheissen auf die Bürger. Das danach munter weiter ging, nur mit ähnliche Tricks zeigte wer hier das Steuer in der Hand hat.

  4. So sieht die Realität aus.
    Diskussionen über Parteien bringen gar nichts, die Entscheidungen werden in Konzernzentralen getroffen, sagte einst auch schon Gerhard Hirschmann vor mehr als 20 Jahren.
    Die EU war das größte Geschenk an die Konzerne, sie brauchen sich jetzt nicht mehr mit 27 Regierungen herumschlagen.

    Für ein geglückte Leben

  5. @Kritiker 8:45
    Gates , ist das der mit den Chips? Die mit dem Covid Impfstoff in unsere Körper gelangte.

    Gates ist gefährlich? Ja, für so Verschwörer wie Sie ganz sicher.

        • @Kritiker
          😃haben Sie echt Angst vor Gates?
          Also ich einfaches Gemüt habe eher Angst um Österreich unter einem Volkskanzler.
          Der irre Zar hingegen hat mit Chips gar nix zu tun.
          Srien Sie zuversichtlich, der wird Sie sicher vor Gates retten.
          Schönes WE und aufpassen, daß schöne Wetter wird wieder Chemtrails sichtbar machen……😅😅

  6. In der Menschheitsgeschichte gab es schon immer Herrscher und Beherrschte und die Natur wurde auch schon immer ausgebeutet. Die Mittel sind halt effizienter geworden. Die zur Unterdrückung genauso wie die zur Ausbeutung. Es kommt zwar alles nach außen hin ein bisschen zivilisierte daher, aber im Grunde sind wir die selben Barbaren die wir immer waren und so lange das vermeintlich unser Überleben sichert, werden wir das auch bleiben. Ich persönlich sehe keinerlei Ausweg aus dieser Miesere, die Menschen sind schon zu lange so konditioniert.

  7. Und zu diesen Konzernen gehören vermutlich noch die zahlreichen Milliardäre?
    Ja da hat unsere SPÖ wahrlich schon über 30 Jahre lange tief geschlafen, dass das alles so wie heute vorliegte überhaupt auf dieser schönen Welt so möglich war?

    Natürlich werden sie das nicht ganz gratis gemacht haben und haben da wohl ihre bekannten Granden und deren zentrales Umfeld hier ganz gut (mit-) verdient haben müssen?
    Deshalb sind ihnen auch die notwendigen Besteuerungen seit Jahrzehnten schon nicht mehr eingefallen und wenn hier ein paar Menschen trotzdem auf die Idee gekommen wären, dann hat man diese mit Vermögenssteuerandrohungen für den kleinen Mann und Häuserlbesitzer rasch wieder in die Versenkung vertrieben?

    Ja es ist wahrlich schon unter den Wissenden zu leben…

      • Vielleicht wird’s eine Koaliton der Kriegstreiber:
        Blackrock-Friedrich, Taurus-Agnes und Panzer-Toni vulgo Vollkorn-Jesus.

  8. Ok . Alles “demokratisieren”. Und wenn die FPÖ die demokratische Mehrheit hat was dann? Dann wird sich wieder in die Hosen geschissen? Solche Artikel sind null durchdacht.

  9. Das System hinter dem Kapitalismus ist macht-politisch ein System der Verknappung. Systematische Verknappung für die anderen, für die Gesellschaft. Denn für knappe Güter – wenn sie einem / der Elite gehören – kann man einen guten Preis verlangen. Und die anderen dafür anzuhalten /versklaven dafür (den Preis und darin den Profit) zu arbeiten. Das hat in England damit begonnen die Leibeigenen Bauern vom Land zu vertreiben.
    Es geht nicht um Wachstum, es geht nicht um Konkurrenz, es geht auch nicht vordergründig um Profit. Das System ist ein System der systematischen Umverteilung. Was es geschaffen hat ist, dass die vorgebliche und pseudo-notwendige “ökonomische” Logik / Ideologie “erlaubt” in alle Lebensbereiche einzudringen. Wie werden ständig immer mehr enteignet – zB selbst unsere privatesten Gewohnheiten und Entscheidungen werden uns genommen (durch Informations-sammel-Plattformen: vgl Varoufakis Techno-Feudalismus).
    Ja, es ist eine Machtfrage. Aber wie erwerben wir zumindest wieder die Macht, die wir noch vor 30 Jahren gehabt haben?

    • Mausfeld zitiert Lasalle zur Frage, was kann man gegen die Macht als Machtloser tun: “Aussprechen, was ist.”
      Also gebe ich Attac oben insofern recht, dass sie das Problem ansprechen, aber zum Ende indirekt Eigenwerbung machen – sie machen es anstelle von uns – , und uns eigentlich frustriert zurücklassen.

  10. In diesen Betrachtungen gibt’s halt leider das “winzigkleine Problem”, dass sich die menschliche Rasse evolutionär und umweltzerstörend überbevölkert aus 99,99% Opportunist*innen zusammensetzt. Aus einem über 1.0002 Generationen hinweg vererbten Opportunismus heraus, der im kollektiven Herdentrieb die Wahrscheinlich einer Fortpflanzung erhöhte. Woher sollten jetzt also genetisch “die Schalter” für eigenverantwortliches Handueln aus dem sozialen Mikrokosmos heraus “plötzlich” gefunden werden? Gentechnik UND / ODER KI scheinen auf den ersten Blick wenig attraktiv im Lösungsansatz. “Humanistisch” wird’s im Anspruch sowieso nicht möglich sein imHo… 🤔 Komplexitätsforschung sagt u.a.m., dass “Systeme” eingeengte neue Parameter bedürfen, um Innovation(en) zu ermöglichen. Ich für meinen kleinen bescheidenen persönlichen Teil seh’ da weit und breit keine Ansätze dazu, “bestehendes” (mitten in die gloable Katastrophe hinein führendes) humanitäres Gedankengut dahingehend in Frage zu stellen, neu – adäquat notgedrungen – zu framen / parametrieren…

    • … wo fängt der eingebttete “Mensch”(lichkeit) an, wo hört die Umwelt – aus der wir kamen – auf. So lange da keine neuen WERTEgetriggerten Grenzen (wenn möglich kooperativ) definiert werden, so lange geht’s im Kanonendonnen weiter in die Katastrophe hinein…

    • Den Stehsatz “Wissen ist Macht” kannst also speziell in unserem sogen. “Informationszeitalter” getrost auch kübeln.

        • Sie werden sich auch noch einmal der Realität stellen müssen, arme verirrte Seele. Auf den Dauer-Idioten-Modus schalten hat noch niemandem gut getan… 😉

          • @AntonYm
            Manchmal beschleicht mich das Gefühl, der Dealer schreibt aus der Anstalt.
            Da dürfte viel Zeit sein, zwischen der Medikamenten Ausgabe.
            Aber vielleicht irre ich mich ja auch.

          • @Samui
            Dealer ist als ein typisch diffus erratisches Schlaucherl programmiert, das vom “Fragen” lebt, damit er seinen inkonsistenten Schlingerkurs (analog zum Wicklgruber) fahren kann. Über den 5 Standardfragearten Motivation, Gegenfrage, Kontrollfrage, Informationsfrage u. Suggestivfrage stehen noch öffnende, geschlossene u. KO-Fragen. Aber! Fragen können auch grundsätzlich zur Verunsicherung adressiert werden! Und genau auf dieser Welle surft er in seinen immergleichen Schwurbler-Zyklen. Dass er dies nicht ohne (wie auch immer gearteten) “Background” hier so abzieht, darin stimme ich mit dir überein… 👍

          • … im Grunde genommen sind’s seine wiederkehrend versteckten Drohungen, die ihn zweifellos verraten. (“Ab Herbst von “Wissenden” gefragt werden müssen…” udgl.) Er kann halt auch nicht aus seiner Haut, sieht er den 100er beim IQ-Test doch bestenfalls nur aus der Ferne…

      • @A Y, die Evolution ist einfach zu langsam, deshalb dauerts noch ein bisschen bis aus der Urzeit stammende Triebe abgelegt werden, weil sie keinen Sinn mehr machen. Die Anpassung an die verseuchte Umwelt und das veränderte Klima dauert naturgemäß ebenfalls zu lange. Nun weiß man aber was mit einer Spezies passiert, die sich nicht schnell genug anpassen kann. Die Evolution bringt regelmäßig solche Blindgänger hervor. 🦕

  11. Dieser Zug ist längst abgefahren. Die Reichen richten es sich nach belieben.

    Um gesetzgebende Parteien für gefällige Änderungen zu “gewinnen”, sind für diese Einkommensschicht nur verhältnismäßig kleine Summen im Verhältnis zu ihren Vermögen nötig. Wenn man dann gegenüberstellt, welche Summen sich diese Konzerne oder Privatvermögenden nach den angepassten Gesetzen ersparen, wird klar, warum es so leicht möglich ist. Die willigen Parteien und Abgeordneten werden mit Geld angefüttert und nach ihrer politischen Karriere mit fett dotierten Posten ohne Verantwortung belohnt.

    Diesen fatalen Kreislauf zu durchbrechen, würde eine aufgeklärte Bevölkerung voraussetzen, die auch drastisch bei Wahlen reagiert, um diese korrupten Parteien und Mandatare in die Wüste zu schicken. Das würde nur bei massiven Verlusten für diese politischen Diener passieren.

    Genau das wird aber zumindest in Österreich sicher nicht geschehen. Hier wird die Bevölkerung über angefütterte Medien ganz gezielt falsch oder überhaupt nicht über diese Missstände informiert. Also wird die Einkommensschere weiter extrem auseinanderklaffen. Einige Wählergruppen werden bewusst hofiert, um eine gewisse Stammklientel abzusichern.

    So wird die wunderbare Geldvermehrung für Superreiche und Konzerne weiter perfekt funktionieren.

      • B. o. t. r.
        In der heutigen Zeit sind aber die Dimensionen ganz andere, genauso die Auswirkungen und die Anzahl derer, die für die Gier dieser Eliten zahlen müssen .

    • Eine aufgeklärte Bevölkerung alleine ist leider nicht ausreichend. Man müsste natürlich auch eine politische Mehrheit, die zu radikalen Schritten bereit und fähig wäre, finden. Da es in Österreich bei beidem essentiell mangelt, wird es auch ad infinitum heißen: “Gute Nacht Österreich!”

  12. Geld regiert die Welt. Ist jetzt nicht unbedingt neu.
    Seit Jahrhunderten ist das so, früher haben da die Kuttenbrunzer mitbestimmt….die sind heute etwas ruhiger. Etwas.
    Es wird sich daran nichts ändern. Das ist und bleibt einfach so.
    In den USA wird nur ein ” Reicher” Präsident, und im Osten ist der irre Zar auch nicht gerade arm, kaufen wir doch sein Gas zb.
    Die Führer der Hamas sind reich ( durch unsere
    Spendengelder)
    Und….und….und…
    Hat schon jemals jemand ohne Geld etwas entscheidend auf unserer Welt verändert?

      • Lenin wurde vom Deutschen Reich extrem finanziert, seine Reise aus dem Exil wäre ohne die massive Unterstützung Deutschlands gar nicht denkbar gewesen.
        Gandhi hat großes geleistet, ob ihm der heutige Nationalstaat – mit den nach wie vor hungernden Massen – gefallen würde, wage ich zu bezweifeln.
        Von Simon Bolivar weiß ich zu wenig, da wage ich kein Urteil.
        Che Guevara mag ein großer Idealist gewesen sein. Aber, was hat er wirklich erreicht? Die Kuba-Revolution mit der sklavischen Abhängigkeit von der UdSSR ist ihm sehr bald schon auf den Geist gegangen und die revolutionären Aktivitäten in Südamerika waren eigentlich ein Suizid mit Ansage.

        • @ Simón Bolívar

          Ein zentrale Aussage dieses gewiss z.T. wohlverdienten südam. Freiheitskämpfers im Zeitgeist an der Wende vom 18. z. 19. Jhd. nachdem durch ein verheerendes Erdbeben im Jahr 1812 Caracas weitgehend verwüstet worden war: „Wenn sich die Natur widersetzt, bekämpfen wir sie und machen sie gehorsam.“ Alberto Costa ordnet seine Haltung in das Denken dieser Zeit ein, nach der sich die Natur dem Menschen unterordnen lasse. Er sieht in der auch durch Simón Bolívar vertretenen Grundlage eine Grundlage für den Imperialismus in den Ländern Südamerikas: „Der Wunsch, die Natur zu beherrschen, um sie in Exportgüter zu verwandeln, ist in Lateinamerika ständig präsent gewesen.

          Wie die Geschichte weiterging, worin es gipfelte bis in das globale Scheitern in die aktuelle Klimakatastrophe unserer Tage, schreibt uns “Attac” auch in diesen ersten Artikel her… (Territorialer Imperalismus wurde mit ökonomischen erweitert Stw. “Globalisierung” verkauft – und immer wieder zur Not auch militärisch betont…)

        • @hannessy, davon abgesehen hat Che Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen, ebenso wie die allermeisten dieser “Revolutionäre”.

          • @baer

            Che war unser Jugendidol….. in Wahrheit ein brutaler Mörder.
            So wie viele ( auch heute noch) Palästinenser Tücher getragen haben. Wegen Arafat….. der auch nur ein ” stinknormaler” Terrorist war.
            Aber so wie wir, wird auch die heutige Jugend, dahinter kommen wie es wirklich ist ( war).

  13. Die Machtfrage stellen. Gute Idee. Fragt doch gleich mal direkt bei Bill Gates, Klaus Schwab oder Elon Musk an.
    Oder bei den Rüstungskonzernen. Da hat man wenig von Attac gehört. Die Leute beim Namen nennen ist hilfreich. Und der grösste “fossile Konzern” ist Aramco, im Besitz Saudi-Arabiens Königsfamilie. Dort betteln unsere Politiker:innen (z. B. Gewessler) um Öl und Gas.
    Und die Machtfrage stellt sich dann auch beim digitalen Euro, der Überwachung garantiert, stellt sich beim WHO-Pandemievertrag genauso. Wie sagte v d Leyen auf der Sicherheitskonferenz 2023 nach der Rede von Gates: “Thank you Bill, thank you for your leadership”. Und der erwähnte W. Buffett hat schon angekündigt, dass er den allergrössten Teil seines Vermögens an die Gates-Stifung vererben wird.

    • Gates ist wohl der gefährlichste von allen Milliardären und Politik-Influencern, weil er es geschafft hat, bei vielen als guter Mensch dazustehen, als Philantrop, Weltretter usw..
      Nicht erwähnt haben Sie den Kurz-Spezi Peter Thiel, der mit seiner Firma Palantir gerade eben Riesengewinne einstreift, entstanden aus dem Aufrüsten und dem Krieg.

      • @Kritiker
        Sorry….aber wie soll ich an Ihre Bildung glauben, wenn Sie Angst vor Gates haben?
        Was Gates mit Kurz zu tun hat?
        Nichts. Das sagen nur die Stimmen in Ihrem Kopf.😅

        • Was Sie glauben oder nicht glauben, das interessiert wohl niemanden, von Ihren fünf, sechs virtuellen Kumpels im Forum abgesehen – mich am allerwenigsten. Lassen Sie sich impfen und boostern, die Vogelgrippe ist aktuell eine grosse Gefahr für alle, die einen Vogel haben. Und jetzt ab an den TV-Schirm, ihr Weiterbildungsprogramm im ORF beginnt in wenigen Minuten.

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