Einser-Schmäh Zweitwohnsitze in Skigebieten

Anschober kündigt schärfere Kontrollen an

Zweitwohnsitze haben sich zum “Einser-Schmäh” um die Corona-Maßnahmen zu umgehen entwickelt. Allein der Bezirk Murau in der Steiermark verzeichnet seit 20. Dezember etwa 700 neue Nebenwohnsitze. Gesundheitsminister Anschober kündigt jetzt strengere Kontrollen an.

Wien, 6. Februar 2021 | “Wir haben zuletzt öfter Hinweise aus der Bevölkerung bekommen, dass bei den Skipisten Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen oder Kennzeichen aus anderen Bundesländern gesehen wurden. Da stellte sich die Frage, wo diese übernachten”, schilderte der Murauer Bezirkshauptmann Florian Waldner. Daher habe man zusammen mit der Exekutive Kontrollen in den Tourismusgebieten durchgeführt, die speziell auch in der bevorstehenden Semesterferien-Woche sowie auch danach noch fortgesetzt werden.

“Es ist in Ordnung, wenn mittlerweile erwachsene und weggezogene Kinder ihren Zweitwohnsitz bei den Eltern anmelden, um sie zu besuchen. Wenn aber jemand nur einen Zweitwohnsitz zum Skifahren anmeldet, wollen wir das nicht.”

“Verstärkte Kontrollen”

Nach der Aufregung über die Umgehung der Corona-Regeln, um trotz Lockdown Skiurlaub machen zu können, kündigt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) nun schärfere Kontrollen an: Per Erlass wurden die Länder aufgefordert, Zweitwohnsitze, aber auch die Einhaltung der Quarantäne nach Auslandsreisen verstärkt zu kontrollieren, hieß es in einer Aussendung am Samstag.

Die Polizei in Tirol hatte bereits am vergangenen Wochenende angefangen, verstärkt zu kontrollieren. So wurden am ersten Tag in St. Anton und im Stanzertal 44 Unterkünfte bzw. 133 Personen kontrolliert – die Aktion hatte 96 Anzeigen zur Folge. Das Strafmaß nach dem Epidemiegesetz bei Übertretungen der Einreise- bzw. Notmaßnahmenverordnung beträgt bis zu 2180 Euro.

(apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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