Wiener Yppenplatz mit Polizeihunden geräumt

Flanieren mit Musik

Mit 40 Polizisten inklusive Polizeihunde räumte die Wiener Polizei am Samstag den Yppenplatz. Dort sei es zu einer “Veranstaltung mit 300 Personen” gekommen. Passanten wissen allerdings nichts von dieser Veranstaltung.

Wien, 15. März 2021 | Frühlingshafte Temperaturen lockten am Samstag die Menschen in die Parks. Das bringt auch die Polizei auf den Plan: Schnell kann die 2-Meter-Vorschrift gebrochen werden, oft ist es gar nicht möglich, sie einzuhalten. Am Yppenplatz im 16. Wiener Gemeindebezirk, ein gern besuchter Platz zum Flanieren, rückte sogar die Polizei aus, um den Platz zu räumen.

Veranstaltung oder einfach Sonne genießen?

Wahllos habe die Polizei Identitäten festgestellt, schildern Augenzeugen. Die Polizei selbst spricht von einer „Veranstaltung mit 300 Personen“, die man aufgelöst habe. Dabei sei 41 Mal die Identität überprüft und sieben Anzeigen seien ausgestellt worden. Um eine Veranstaltung habe es sich allerdings nicht gehandelt, meinen Passanten. 40 Polizisten räumten nach einer Lautsprecherdurchsage mit Polizeihunden den Platz. Die „Krone“ erkannte gar eine „Corona-Massenparty.“

Der anstehende Frühling wird die Menschen jedenfalls nach draußen bringen. Die Stimmung ist jedenfalls aufgeheizt. Die ÖVP-nahe Autorin der skurrilen Kanzler-Biografie, Judith Grohmann, verlangt auf Twitter ein noch schärferes Durchgreifen und forderte die Wiener Polizei auf, schärfer zu kontrollieren.

In wenigen Tagen dürfte das neue Covid-Gesetz von Türkis-Grün durchgedrückt werden. Ab dann gilt jede Gruppe ab vier Personen als „Veranstaltung“, die vorher genehmigt werden muss. Die Polizei kann dann quasi jede Gruppenbildung auflösen.

Lärmbelästigung führt zu Hausdurchsuchungen

Auch kleinere Zusammenkünfte in privaten Räumen wurden am Wochenende österreichweit aufgelöst. Nachdem eine Runde aus elf Personen wegen Lärmbelästigung in Kitzbühel angezeigt wurde, veröffentlichte die LPD Tirol eine Presseaussendung. Weil die Beamten „Cannabisgeruch“ wahrnehmen konnten, wurde von der Staatsanwaltschaft eine Hausdurchsuchung angeordnet, hieß es. Man fand „geringe Mengen“, schreibt die Tiroler Polizei.

In Vorarlberg stürmte man eine Wohnung, ebenfalls wegen „Lärmbelästigung“. Dort traf man 12 Personen an. Laut Presseaussendung, sei die „Party“ mit engem Beisammensitzen, lauter Musik und ohne Maske zelebriert worden. 12 Anzeigen wurden ausgestellt.

Wie viele Anzeigen aufgrund des Covid-Maßnahmengesetzes am Wochenende ausgestellt wurden, ist nicht bekannt.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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