Rabensteiner

Dritte von links

„Gegen all euer Leiden verschreibe ich euch Lachen“, sagte der französische Arzt und Humanist François Rabelais. Die wöchentliche Dosis Medizin verabreicht Fritz Rabensteiner.

Wien, 26. Juni 2021 |

Kurz: „Servus Elli, schön, dass du Zeit hast.“

Köstinger: „Fiar di hab i doch immer Zeit. A Anruf genügt und schon bin i da. Was brauchst denn, Basti?“

Kurz: „Zunächst was Privates. Weißt du zufällig, ob eine Ehe gültig ist, wenn sie nicht vollzogen wird? Also ohne so mit allem. Quasi nicht ganz komplett…..lückenhaft…….rein pflanzlich.……ohne dieses Dings.“

Köstinger: „Du heiratest? Gratuliere. Waun is es denn soweit?“

Kurz: „Ich frag nur für einen Freund. Ist auch nicht so wichtig, lass uns über die Landwirtschaft reden. Meistens sprichst du ja über den Tourismus und ich muss sagen, obwohl du davon keine Ahnung hast machst du deine Sache wirklich gut. Aber du kennst ja den Bauernbund, die wollen auch berücksichtigt werden. Deshalb wollt‘ ich mich mit dir abstimmen, damit wir auf einer Linie sind. Das Gespräch bleibt selbstverständlich unter uns. Ich erzähl es nur dem Hansi Bürger. Der gehört schließlich zur Familie.“

Köstinger: „Der Hansi, mei, der is so liab. Und immer objektiv. I mag den wirklich. Und was den Tourismus anbelangt, do hab i mi echt bemüht. I kenn jetzt schon den Unterschied zwischen Garni und Pension. Nur die ¾-Pension, des hab i bis jetzt net gaunz verstaunden. Is do no a Viertel im Rohbau? Egal. Host du des übern Hanger sei Frisur g’lesen? In der Zeitung is g’stonden, er schaut aus wia a Igel auf Drogen.“

Kurz: „Du darfst ihn nicht nach seinem Äußeren beurteilen. Sein Verstand spricht für ihn.”

Köstinger: „Oba sehr leise. Sein Verstand flüstert eher.”

Kurz: „Das macht ihn ministrabel. Zurück zur Landwirtschaft. Wie ist denn jetzt der Stand der Dinge bei den Leibeigenen? Also diesen Erntehelfern. Ich hoffe, es gibt da keine Schwierigkeiten.“

Köstinger: „Olles paletti. Do ändert si nix. In der EU wollten‘s Spompanadeln mochn, ober des hob i eahne glei odraht. Wo samma denn eigentlich? Die Bloßfiaßigen sollen froh sein, dass sie a Arbeit ham. Außerdem wern sie anständig bezahlt, kriagen Vollpension, a Zimmer mit Fenster und san in aner netten Gemeinschaft immer an der frischen Luft. So schön mechat i‘s amoi ham.“

Kurz: „Gut, gut. Und wie sieht es mit den Spaltböden in den Schweineställen aus? Damit sitzen mir die Grünen ständig im Nacken. Ich mein, mir ist das völlig egal, ob Schweine einen Parkett- oder einen Spaltboden haben, aber irgendwas muss ich denen sagen. Du weißt doch, wie lästig die sind.“

Köstinger: „Wem sogst du des? I warat froh, waun ma net ständig des G‘schiss mit denen hätten. Die san alle so unguat. So überkorrekt. Der Mückstein mocht sie a dauernd wichtig. Do hätt‘ ma uns glei den Anschober behalten können.“

Kurz: „Spaltböden.“

Köstinger: „Jo genau. I hab gestern an Schweinestall besichtigt. Mit Spaltboden. Des is überhaupt ka Problem. Die ham dort nur zufriedene Schweinderl. Des siacht ma sofort wia si olle g’frein. Die schauen so glücklich aus. Und erst die kloanen Notschale. Mei, so liab. A Fotograf war a dabei. Der hat a super Foto g’mocht. Links und rechts von mir die Schweinderl und i in der Mitt’n.“

Kurz: „Ich hab’s schon gesehen. Bildunterschrift: BM Köstinger (3.v. l.). Vielleicht hätte man…..egal. Und noch was Elli, ganz wichtig: Bitte ab sofort keine SMS mehr. Auch kein WhatsApp. Nur mehr über Signal….“

Köstinger: „Mei Zahnpasta is a von Signal.“

Kurz: „….oder Telegram.“

Köstinger: „Muass i da jedes Mal zur Post? Pfau, jetzt siach i’s erst. Du hast a Waffeleisen. So ans mechat i a. Wos is denn des fiar a Marken? Tefal oder Krups?“

Kurz: „Laptop.“

Mehr über Österreichs Politik in “Die Hofnarren der Republik”

Der Autor macht Urlaub und ist am 10. Juli wieder zurück.

Titelbild: APA Picturedesk

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