Auswirkungen der Pandemie

Deutlich mehr Tote durch Alkohol in Großbritannien

Während der Pandemie kam es trotz geschlossener Pubs in Großbritannien zu einem deutlichen Anstieg von Alkoholkonsum – und in Folge zu einem Fünftel mehr Todesfällen durch Alkohol.

Wien, 15. Juli 2021 | In Großbritannien sind während der Corona-Pandemie deutlich mehr Menschen an den Folgen starken Alkoholkonsums gestorben. Die Zahl der alkoholbedingten Todesfälle legte 2020 um ein Fünftel auf 6.983 zu, wie die Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) am Donnerstag mitteilte. Dabei waren Lebererkrankungen die mit Abstand häufigste Todesursache. Auch Kauf und Konsum von Alkohol schossen in die Höhe, obwohl Lokale insgesamt mehr als ein halbes Jahr geschlossen waren.

Pamela Healy von der Hilfsorganisation British Liver Trust wies auf die Umstände der Lockdowns mit Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen hin. “Stress, Einsamkeit und der fehlende Zugang zu Hilfsdiensten haben dazu geführt, dass viele Menschen mehr Alkohol trinken und ihre Leber gefährden”, sagte sie. PHE-Expertin Rosanna O”Connor forderte: “Die Bekämpfung von schädlichem Alkoholkonsum muss ein wesentlicher Bestandteil unseres Erholungsplans von der Corona-Pandemie sein.”

Wie PHE unter Berufung auf Verbraucherstatistiken weiter mitteilte, verkauften Geschäfte und Supermärkte im vergangenen Geschäftsjahr (Ende März) rund 12,6 Millionen Liter Alkohol mehr als im Vorjahr – ein Plus von rund einem Viertel (24,4 Prozent). Vor allem Menschen, die bereits vor der Corona-Krise viel Alkohol erwarben, hätten während der Pandemie mehr gekauft. Die Zahl der Menschen, die “auf steigendem und höherem Risikoniveau” Alkohol trinken sei um mehr als die Hälfte – 58,6 Prozent – gestiegen. Todesfälle durch Alkoholvergiftung stiegen um 15,4 Prozent, nach einem Plus von 4,5 Prozent im Vorjahr.

(red/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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