ÖVP Wien kassiert Shitstorm für Anti-Parkpickerl-Kampagne

Eigene Wähler für Parkpickerl

Oma besuchen, zum Heurigen gehen und an die Alte Donau fahren – all das ist laut der neuen Kampagne der Wiener ÖVP wegen des Parkpickerls nicht mehr möglich. Die Mehrheit der Wiener ist für das Parkpickerl, auch die ÖVP-Wähler.

 

Wien, 09. August 2021 | Ab 1. März 2022 gilt in Wien das flächendeckende Parkpickerl. Die Kurzparkzone wird somit auf alle 23 Wiener Gemeindebezirke ausgedehnt. Anrainer können für zehn Euro im Monat die Abstellberechtigung (Parkpickerl) für ihren Bezirk beantragen. Die Dauer der Kurzparkzonen wird einheitlich auf 9 bis 22 Uhr festgelegt, die maximale Parkdauer ohne Parkpickerl beträgt zwei Stunden.

Breite Zustimmung, selbst von ÖVP-Wählern

Eine Umfrage der Stadt Wien von Institut Triple M (Matzka Markt- und Meinungsforschung) sieht breite Zustimmung für die erweiterte Parkraumbewirtschaftung. Denn 56 Prozent der Wiener befürworten das Parkpickerl. Bei der repräsentativen Umfrage von 1.000 Befragten gaben 33 Prozent an, dass sie das Parkpickerl sehr befürworten, 23 Prozent würden es eher befürworten. Einzig FPÖ-Wähler haben mit 48 Prozent knapp keine mehrheitlich positive Meinung zum Parkpickerl, alle anderen Fraktionen hingegen schon.

Eine breite Mehrheit ist für das Parkpickerl. Besonders Männer und Ältere befürworten die ausgeweitete Parkraumbewirtschaftung.

Umfrage: Triple M für Stadt Wien

Sogar ÖVP-Wähler befürworten mehrheitlich das ausgeweitete Parkpickerl. 52 Prozent der Türkis-Sympathisanten gaben ihre Zustimmung zum Projekt der Wiener Stadtregierung. Bis zur Wiener Volkspartei dürfte dies allerdings noch nicht durchgedrungen sein.

Seltsame ÖVP-Kampagne

Denn entgegen der Meinung der eigenen Wähler glaubt die ÖVP Wien, dass das Leben in der Hauptstadt komplett zum Erliegen kommen werde.

In der neuen Plakatkampagne der Wiener Oppositionspartei auf Social Media wird gewarnt, dass die Großeltern nun nicht mehr ihre Enkerln besuchen können. „Mit dem Parkpickerl für viele nicht mehr möglich!“ Um den Punkt zu unterstreichen, wurde ein Stock-Foto einer weinenden, älteren Frau verwendet.

Ausflüge zum Heurigen gehören nun auch der Geschichte an, Abkühlung an der alten Donau kann man sich ebenfalls abschminken – laut ÖVP Wien. Besonders dramatisch: „Mit den Kindern zum Arzt des Vertrauens?“ Nicht mehr möglich. Das Parkpickerl ist schuld.

In den Sozialen Netzwerken sorgten die apokalyptischen Parkpickerl-Bilder für einen Shitstorm.

Riesen-Shitstorm

Denn auch mit Parkpickerl sind diese Aktivitäten weiterhin möglich. Nutzer wiesen die ÖVP Wien darauf hin, dass es einen gut ausgebauten Öffentlichen Verkehr, Fahrräder und Parkscheine in der Hauptstadt gibt. Auch ein paar Plakatideen gaben die Nutzer der Volkspartei.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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