Samstag, Mai 18, 2024

Am Balkon in Capri

Wir feiern in Sorrent. Aber es gibt immer weniger zu feiern.

Gegenüber, auf der anderen Seite des Golfes, scheint schon die Sonne auf Neapel. Gestern Abend hat ein großes Feuerwerk über der Marina Grande unseren 40. Hochzeitstag eingeleitet. Heute feiern wir ihn hier in Sorrent.

Natürlich verfolgt uns die Politik bis in den Süden. Am Donnerstag sind wir in Capri angekommen, kurz nach den Außenministern der G7. Vor vielen Jahren habe ich „Hochsicherheit“ bei einem Parlamentariertreffen in Istanbul erlebt. Panzer rund um das Tagungshotel sollten allen zeigen, dass die Regierung in Ankara jederzeit hart durchgreifen kann. Ein paar Kilometer weiter saß ein kurdischer Abgeordneter der HDP in Haft, natürlich im Hochsicherheitsgefängnis, weil er als Demokrat die Hochsicherheit von Erdogan gefährdete.

Einige der Panzer standen vor der Redaktion von „Cumhurryet“. Ihr damaliger Chefredakteur Can Dündar empfing uns im 5. Stock. Heute lebt er als Flüchtling in Deutschland.

Ohne Hubschrauber

Die sieben Außenminister, die nach Capri gekommen sind, gelten als wichtiger als wir Abgeordnete damals in Istanbul. Trotzdem war alles sehr italienisch: kein einziger Hubschrauber, dafür freundliche Polizisten, die uns um Verständnis baten, wenn wir die andere Straßenseite benützen sollten. Die Altstadt war eine einzige Carabinieri-Modenschau mit Gala-Uniformen und Hüten, auf denen blau-rote Federbuschen in die Luft ragten.

Am Abend hatte unsere Gastgeberin einen Tisch in einer Weinbar reserviert. Einige junge Amerikaner mit Knöpfen in den Ohren grüßten uns freundlich und setzten sich an den Tisch gegenüber. Dann kam Anthony Blinken mit seiner Frau und nahm am Balkon daneben Platz. Er wirkte etwas müde.

Alles möglich

Vor mehr als achtzig Jahren wären die Unterschiede zwischen den Ländern, aus denen wir kamen, klarer gewesen. Damals bestand kein Zweifel, dass die USA neben Großbritannien die zweite, größere Hochburg von Freiheit und Demokratie war. Einen Donald Trump hätten damals wohl alle für einen Witz und nicht für einen möglichen Präsidenten gehalten. Ein Herbert Kickl wiederum hätte nach Dollfuss und Hitler fast putzig gewirkt. Das war vor langer Zeit der verlässliche Unterschied zwischen Washington und Wien.

Heute scheint alles möglich. Kickl kann Volkskanzler und Trump kann noch einmal Präsident werden. Österreich könnte damit in einem Lager mit Orbáns Ungarn landen. Die durchgeknallten Plakate, auf denen Kickl den Präsidenten der Ukraine und die Präsidentin der EU-Kommission in einem Kranz aus Impfspritzen, Kampfhubschraubern, Flüchtlingsbooten und Windrädern zur Umarmung ansetzen lässt, zeigen, dass er in Putins Welt angekommen ist.

„Nowitschok statt Pfizer“ wird wohl als nächstes kommen. Schon am Wahlabend wird ihm die ÖVP alles verzeihen. „Moslem-Mama“ wird aus St. Pölten ihren Segen geben. Anschließend nehmen sich beide zuerst die WKStA und dann den Rest der Medien, die noch immer nicht wie „oe24“ und „Heute“ mittrommeln, vor.

Gefährliche Zeiten

Ungefähr zur gleichen Zeit könnte es auch Trump schaffen. Dann sind beide zu allem fähig. Damit Trump losgelassen wird, braucht er nur eine Wahl. Kickl braucht zumindest noch die ÖVP. Aber die scheint von St. Pölten bis Salzburg bereits auf Schiene. Dass Nehammer jetzt noch über Kickl schimpft, gehört zum Geschäft vor der Wahl. Beide wissen, dass es nicht so gemeint ist.

Viele scheinen nicht mehr zu merken, um wieviel die Zeiten gerade gefährlicher werden. Der Krieg, der in der Ukraine tobt und sich im Nahen Osten ausweitet, muss dort nicht Halt machen. Wenn von den USA bis Österreich überall Dominosteine von Demokratie und Rechtsstaat fallen, ist nicht klar, was übrig bleibt.

Gudrun und ich feiern vierzig gute Jahre. Wir hatten das Glück, ein ganzes goldenes Zeitalter, wie es in Westeuropa und Nordamerika geherrscht hat, zu genießen. Diese gute Zeit war auch eine Antwort auf den Krieg, den unsere Eltern überlebt haben. Es lohnt sich nach wie vor, um gute Zeiten zu kämpfen.

Peter Pilz
Peter Pilz
Peter Pilz ist Herausgeber von ZackZack.
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44 Kommentare

  1. Nein, das Volk wird aus der es lähmenden Panik und Selbsthass erwachen. Last minute wird es nicht untergehen.
    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass VdB Hochverrat begeht. Mit seinem Schweigen.

  2. Der geheime Chef des Medien- und Politdrehbuchs in Österreich wird wohl hoffentlich bald wieder die Freigabe für eine Berichterstattung zu den offenen Fragen im Pilnacek Krimi geben? – Diesesmal scheint sich aber auch ZZ sich in dieser Thematik zu fügen?

  3. @eror 404
    Gute Idee zu diesem Zeitpunkt diese Rede in Erinnerung zu rufen!
    Zitat:
    “Die Vereinigten Staaten werden, und das weiß man in der Welt, niemals einen Krieg beginnen. Wir wollen keine Kriege. Auch jetzt gehen wir nicht davon aus, dass es zu einem Krieg kommen wird. Diese Generation der Amerikaner hat bereits genug, mehr als genug, Krieg, Hass und Unterdrückung erlebt.”

    Damals hat das auch noch gestimmt und sich danach doch sehr viel an Amerika verändert?
    Wie hätte Kennedy wohl auf so einen Präsidenten wie Puntin reagiert? – Ich kann mir nicht helfen, aber meinen Gefühl nach wäre dieser damals sehr froh gewesen einen solchen Mann gegenübergestanden zu sein?

    • Ich möchte nicht spekulieren sondern auf Jeffrey Sachs und sein Buch To Move the World:JFK’s Quest for Peace zurückgreifen, was John F. Kennedy während des Kalten Krieges unmittelbar nach der Kubakrise gemacht hat. Kennedys Berater wie Curtis LeMay wollten die Krise eskalieren und wollten Kennedy überzeugen, eine nukleare Auseinandersetzung zu provozieren.

      Adlai Stevenson, den Kennedy zum Botschafter der Vereinten Nationen ernannte, hingegen riet Kennedy, auf Diplomatie zu setzen, worauf er und
      Nikita Chruschtschow diplomatische Beziehungen aufnahmen. Das hat die Welt vor einer nuklearen Katastrophe bewahrt, hat aber zur Ermordung von JFK geführt.

      Ich habe ja bereits des Öfteren Corporate Capture erwähnt, dass hier im Speziellen der Military Industrial Complex den CIA gekapert hat, der für immer neue Kriege und Aufträge für die Rüstungsindustrie sorgt, schon damals bis heute. Biden ist nur eine Marionette des tiefen Staates und wird jeden Krieg befürworten. Trump wie der dritte Kandidat zur Präsidentschaftswahl, Robert F Kennedy, würden den Krieg in der Ukraine unmittelbar nach Amtsantritt beenden. Das ist einer der Gründe, warum der Mainstream diese Kandidaten verteufelt. Der Grund? Follow the money.

      • Ja ja die Rüstungsindustrie
        Wird wohl damals auch zumindest mitverantwortlich gewesen sein, diesen Präsidenten zu eliminieren?
        Solange diese Konstellation tätig ist und diese enorme Macht hat, wird es wohl auch kein Ende dieser Entwickung auf unserer Welt geben können?

        – Ein Vorschlag dagegen wäre es vielleicht die Technolgieentwicklung von der Produktion zu trennen und die Produktion zu verstaatlichen?

  4. “Dann kam Anthony Blinken mit seiner Frau ….. ”
    Sie hätten den Blinken fragen können, warum Ihr Journalistenkollege Julian Assange weiter um sein Leben fürchten muss, weil er amerikanische Kriegsverbrechen zum Thema gemacht hat.

    • Sehr guter Einwand
      Dabei frage ich mich automatsch mit, warum diese Frage auch sonst noch nie Jemand Herr Blinken, aber auch Herrn Biden bisher gestellt hat?

  5. Vor 60 Jahren verlor die Welt einen der größten Politiker aller Zeiten, John F. Kennedy.

    Eine hervorragende Analyse von Jeffrey Sachs: https://youtu.be/Wqm9Yl1gGEY?si=bxb9YfxCqnWIEhtJ

    Hier die deutsche Version der Rede, die wir nie vergessen sollten:

    Präsident John F.Kennedy
    Washington, D.C.
    10.Juni1963

    Präsident Anderson, Mitglieder der Fakultät und des Kuratoriums, verehrte Gäste, Senator BobByrd, mein Kollege von früher, der sich seinen Abschluss durch den jahrelangen Besuch von Abendkursen einer juristischen Fakultät verdient hat, wohingegen ich meinen in den nächsten 30Minuten erhalten werde, verehrte Gäste, meine Damen und Herren,

    Es ist mir eine große Ehre, an dieser Feier der AmericanUniversity teilzunehmen, die von der Methodistenkirche gefördert und von Bischof John Fletcher Hurst gegründet wurde. 1914 eröffnete hier Präsident Woodrow Wilson zum ersten Mal die Tore dieser Bildungseinrichtung. Dies ist eine junge und wachsende Universität, doch schon jetzt wird sie der aufgeklärten Hoffnung von Bischof Hurst gerecht: Er wollte, dass in einer Stadt, in der Geschichte geschrieben wird und in der man sich der Durchführung öffentlicher Aufgaben widmet, Studien in Geschichte und öffentlichen Angelegenheiten angeboten werden. Die Methodisten dieser Region und die Nation verdienen unseren Dank dafür, dass sie diese weiterführende Bildungseinrichtung gefördert haben, damit sie unabhängig von Hauptfarbe oder Glaube von all denjenigen genutzt werden kann, die sich fortbilden möchten. Ich gratuliere den Studenten, denen heute ein akademischer Grad verliehen wird.

    Professor WoodrowWilson sagte einmal, dass jeder Universitätsabsolvent sowohl ein Vertreter seiner Nation als auch ein Vertreter seiner Zeit sein sollte. Ich bin zuversichtlich, dass die Männer und Frauen, welche die Ehre haben, einen Abschluss dieser Bildungseinrichtung zu erlangen, auch in Zukunft ihr Leben und ihre Talente dazu nutzen werden, um in hohem Maße der Öffentlichkeit zu dienen und sie zu unterstützen.

    „Nur wenige Dinge auf Erden übertreffen die Schönheit einer Universität“, schrieb JohnMasefield in seiner Lobesrede an englische Universitäten. Bis heute haben seine Worte nichts an Wahrheit eingebüßt. Dabei bezog er sich jedoch nicht auf Spitzen, Türme, die Grünanlagen des Universitätsgeländes oder die efeuumrankten Mauern. Er bewunderte die grandiose Schönheit von Universitäten, weil sie „Orte sind, an denen sich diejenigen, die Unwissenheit hassen, dem Lernen widmen können, und an denen diejenigen, die Wahrheit erkennen, dafür sorgen können, dass anderen die Augen geöffnet werden“.

    Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, jetzt und hier über ein Thema zu sprechen, bei dem man zu oft auf Unwissenheit stößt und bei dem die Wahrheit zu selten erkannt wird, obwohl es sich bei ihm um das wichtigste Thema auf der ganzen Welt handelt: den Weltfrieden.

    Von welcher Art Frieden spreche ich? Welche Art Frieden streben wir an? Es geht hier nicht um eine PaxAmericana, die der Welt durch amerikanische Kriegswaffen aufgezwungen wird. Auch geht es nicht um den Frieden des Grabes oder um die Sicherheit der Sklaven. Ich spreche von echtem Frieden, von der Art Frieden, die das Leben auf der Erde lebenswert macht, von der Art Frieden, durch die Menschen und Nationen wachsen, hoffen und für ihre Kinder die Grundlage einer besseren Zukunft legen können. Ich spreche nicht nur von Frieden für Amerikaner, sondern von Frieden für alle Männer und Frauen. Auch geht es nicht nur darum, dass in unserer Zeit Frieden herrscht, sondern für alle Zeiten.

    Ich spreche von Frieden, weil sich das Gesicht des Krieges verändert hat. Totaler Krieg ist in einem Zeitalter sinnlos, in dem Großmächte viele und relativ unbezwingbare Atomwaffen unterhalten können und sich weigern, ohne Einsatz dieser Waffen zu kapitulieren. Er ist sinnlos in einem Zeitalter, in dem die Explosion einer einzigen Atomwaffe nahezu zehnmal so stark ausfällt wie die Waffen aller alliierten Luftstreitkräfte des Zweiten Weltkriegs zusammen. Er ist sinnlos in einem Zeitalter, in dem die tödlichen Gifte, die bei einem atomaren Austausch freigesetzt werden, mit Wind, Wasser, Erde und Saatgut in die entlegensten Winkel dieser Erde gebracht und Generationen, die noch nicht einmal geboren wurden, davon in Mitleidenschaft gezogen werden würden.

    Derzeit müssen wir zur Friedenssicherung jedes Jahr Milliarden von Dollar für Waffen ausgeben, die nur gekauft werden, damit wir sie niemals einsetzen. Der Erwerb eines solch ungenutzten Arsenals, das ausschließlich zu zerstörerischen, nicht jedoch zu konstruktiven Zwecken eingesetzt werden könnte, ist sicherlich nicht die einzige und schon gar nicht die effizienteste Methode der Friedenssicherung.

    Ich spreche daher von Frieden als das notwendige rationale Ziel vernünftiger Menschen. Ich stelle fest, dass das Streben nach Frieden weniger dramatisch ist als das Streben nach Krieg, und die Worte desjenigen, der Frieden fordert, verhallen häufig ungehört. Dennoch ist dies unsere dringlichste Aufgabe.

    So mancher sagt, dass es sinnlos sei, von Weltfrieden, weltweit gültigen Gesetzen oder globaler Abrüstung zu sprechen, und dass dies so lange der Fall sein wird, bis die Machthaber der Sowjetunion eine aufgeklärtere Haltung einnehmen. Ich hoffe, sie werden das tun, und denke, dass wir sie dabei unterstützen können. Ich denke aber auch, dass wir unsere eigene Haltung als Einzelne und als Nation erneut hinterfragen sollten, da sie eine genauso wichtige Rolle spielt wie die der Sowjetunion. Jeder Absolvent dieser Hochschule und jeder gewissenhafte Bürger, der Krieg ablehnt und Frieden herbeisehnt, sollte damit beginnen, nach innen zu blicken, indem er überlegt, welche Einstellung er in Bezug auf die Möglichkeit des Friedens, die Sowjetunion, den Verlauf des Kalten Krieges und Freiheit und Frieden hier im eigenen Land vertritt.

    Hierzu mein erster Punkt: Lassen Sie uns überlegen, wie wir zum Frieden an sich stehen. Zu viele Menschen unter uns glauben, dass es nicht möglich sei, in Frieden zu leben. Zu viele denken, dass dies unrealistisch sei. Dies ist jedoch eine gefährliche, defätistische Ansicht. Sie führt zu der Schlussfolgerung, dass Krieg unvermeidbar ist und dass die Menschheit dem Schicksal verfallen ist und von Kräften geleitet wird, die sie nicht kontrollieren kann.

    Wir müssen diese Ansicht nicht akzeptieren. Unsere Probleme wurden von Menschen verursacht, weshalb sie auch von Menschen gelöst werden können. Ein Mensch kann all das erreichen, was er sich vornimmt. Kein Problem, das mit dem menschlichen Schicksal in Verbindung gebracht wird, übersteigt menschliche Fähigkeiten. Menschen haben schon oft unter Einsatz ihrer Vernunft und ihres Geistes scheinbar unüberwindbare Probleme gelöst, und wir glauben, dass sie dazu auch in Zukunft in der Lage sein werden.

    Ich beziehe mich hier nicht auf das absolute, grenzenlose Konzept von Frieden und Wohlwollen, von dem einige phantasieren und Fanatiker träumen. Ich möchte gar nicht leugnen, wie wichtig Hoffnungen und Träume sind, aber wir rufen lediglich Enttäuschung und Unglaubwürdigkeit hervor, wenn wir dieses Konzept zu unserem einzigen, unmittelbaren Ziel machen.

    Wir sollten uns stattdessen auf eine praktischere Art von Frieden konzentrieren, die sich eher erzielen lässt und die nicht auf einer plötzlichen Umwälzung der menschlichen Natur basiert, sondern auf einer allmählichen Evolution der menschlichen Institutionen, auf einer Reihe konkreter Maßnahmen und wirksamer Vereinbarungen, die im Interesse aller Beteiligten stehen. Für diese Art von Frieden gibt es keine einfache Lösung, die allein zu Erfolg führt, keine großartige Zauberformel, die von einer oder zwei Großmächten angewandt werden könnte. Echter Frieden muss das Produkt zahlreicher Nationen sein, die Summe vieler Maßnahmen. Er muss dynamischer und nicht statischer Natur sein, und er muss an die veränderten Herausforderungen jeder neuen Generation angepasst werden. Denn bei Frieden handelt es sich um einen Prozess, um eine Methode, Probleme zu lösen.

    Bei solch einem Frieden wird es dennoch zu Streitigkeiten und Interessenkonflikten kommen, wie dies für Familien und Nationen eben einmal typisch ist. Für Weltfrieden, wie auch für den Frieden innerhalb einer Gemeinschaft, ist es nicht erforderlich, dass jeder Mensch seinen Nachbarn liebt. Es ist lediglich erforderlich, dass sie in der Lage sind, durch gegenseitige Toleranz zusammenzuleben und Streitpunkte auf gerechte und friedliche Weise beizulegen. Die Geschichte lehrt uns ja, dass Feindschaften zwischen Nationen nicht ewig andauern, und dies gilt auch für Menschen. Wie tief unsere Vorlieben und Abneigungen auch verwurzelt sein mögen, die Beziehungen zwischen Nationen und Nachbarn verändern sich im Laufe der Zeit und unter Berücksichtigung neuer Ereignisse oft auf überraschende Weise.

    Lassen Sie uns daher beharrlich sein. Es muss nicht sein, dass Frieden nicht zu verwirklichen ist, und Krieg muss nicht unvermeidbar sein. Wenn wir unser Ziel genauer definieren, wenn wir dafür sorgen, dass es realisierbarer und greifbarer erscheint, dann können wir einen Beitrag dazu leisten, dass das Ziel von allen Menschen erkannt wird, dass es in ihnen Hoffnung hervorruft und dass wir uns unaufhaltsam immer weiter auf dieses Ziel zubewegen.

    Nun zu meinem zweiten Punkt: Lassen Sie uns noch einmal überlegen, wie wir zur Sowjetunion stehen. Denken wir, dass die politische Führung dieses Landes das glaubt, was ihre Propagandisten schreiben, dann ist dies entmutigend. Es ist entmutigend, wenn wir einen kürzlich veröffentlichten amtlichen Text der Sowjetunion über Militärstrategie lesen und dabei auf jeder einzelnen Seite auf vollkommen haltlose und unglaubliche Behauptungen stoßen. Unter anderem wird darin behauptet, dass sich „amerikanische imperialistische Kreise darauf vorbereiten, verschiedenartige Kriege auszulösen … dass eine äußerst reelle Bedrohung vorhanden ist, dass amerikanische Imperialisten gegen die Sowjetunion einen Präventivkrieg auslösen … [und dass] die politischen Ziele der amerikanischen Imperialisten darin bestehen, die europäischen und anderen kapitalistischen Länder wirtschaftlich und politisch zu versklaven … [und] sie die Weltherrschaft erlangen wollen, … indem sie aggressive Kriege führen.“

    Es stimmt schon, was vor langer Zeit geschrieben wurde: „Der Frevler flieht, auch wenn ihn keiner verfolgt.“ Dennoch stimmt es traurig, wenn man diese sowjetischen Aussagen liest und sich bewusst wird, wie tief die Kluft ist, die uns trennt. Diese Aussagen dienen uns aber auch als Warnung, als Warnung an das amerikanische Volk, nicht in dieselbe Falle zu tappen wie die Sowjets, nicht nur eine verzerrte, verzweifelte Ansicht der gegnerischen Seite zu sehen, Konflikt nicht als unabwendbar zu betrachten, Entgegenkommen nicht als unmöglich und Kommunikation als nicht viel mehr als ein Austausch von Drohungen.

    Kein Regierungs- oder Gesellschaftssystem ist so übel gesinnt, dass die ihm angehörigen Menschen als tugendlose Wesen zu betrachten sind. Wir Amerikaner finden Kommunismus zutiefst abstoßend, weil in ihm persönliche Freiheit und Würde negiert werden. Trotzdem können wir den Russen aufgrund ihrer zahlreichen Errungenschaften zujubeln, in Wissenschaft und Raumfahrt, beim wirtschaftlichen und industriellen Wachstum, in der Kultur und bei mutigen Handlungen.

    Unter all den Charakteristika, die die Menschen unserer beiden Länder gemein haben, ist keines so stark wie unsere einvernehmliche Verachtung von Krieg. Wir haben noch nie gegeneinander Krieg geführt, was unter den wichtigsten Weltmächten fast einzigartig ist. Und in der Kriegsgeschichte hat noch nie eine Nation dermaßen viel Leid ertragen müssen wie die Sowjetunion im Laufe des Zweiten Weltkriegs. Damals kamen mindestens 20Millionen Menschen ums Leben. Unzählige Millionen Wohnhäuser und Bauernhöfe wurden niedergebrannt oder geplündert. Ein Drittel des Staatsgebiets, und hierzu zählten fast zweiDrittel seiner industriellen Basis, wurden in eine Öde verwandelt. Dieser Verlust ist der Zerstörung gleichzusetzen, die man in diesem Land östlich von Chicago erlebt hat.

    Sollte heutzutage noch einmal ein totaler Krieg ausbrechen, egal wie, dann wären unsere beiden Länder die Hauptangriffsziele. Es ist ironisch und zugleich wahr, dass die zwei mächtigsten Staaten auch die sind, die am stärksten von Verwüstung bedroht sind. Alles, was wir aufgebaut haben, alles, wofür wir gearbeitet haben, würde in den ersten 24Stunden zerstört werden. Und selbst im Kalten Krieg, durch den so viele Nationen– und darunter auch die engsten Alliierten dieser Nation– belastet und gefährdet werden, tragen unsere beiden Länder die schwerste Last. Denn beide Länder geben gewaltige Summen für Waffen aus, obwohl diese Gelder besser für die Bekämpfung von Unwissenheit, Armut und Krankheiten verwendet werden könnten. Beide Länder sind in einem gefährlichen Teufelskreis gefangen, in dem das Misstrauen, das auf einer Seite herrscht, auch auf der anderen Seite Misstrauen hervorruft. So führen neue Waffen dazu, dass auch auf der anderen Seite das Waffenarsenal vergrößert wird.

    Kurzum, sowohl die Vereinigten Staaten und ihre Alliierten als auch die Sowjetunion und ihre Alliierten haben ein tiefes, auf Gegenseitigkeit beruhendes Interesse daran, dass ein gerechter und ehrlicher Frieden herrscht und dem Wettrüsten Einhalt geboten wird. Zu diesem Zweck getroffene Vereinbarungen stehen sowohl im Interesse der Sowjetunion als auch in unserem Interesse. Und selbst die feindlichsten Nationen werden die Verpflichtungen, die sie in einem Abkommen eingegangen sind und die in ihrem eigenen Interesse stehen, verlässlich akzeptieren und einhalten— und zwar nur diese.

    Lassen Sie uns daher unsere Differenzen nicht ignorieren, aber wir müssen uns auch auf unsere gemeinsamen Interessen konzentrieren und darauf, wie wir diese Differenzen überwinden können. Und sollten wir nicht in der Lage sein, unseren Differenzen jetzt ein Ende zu setzen, so können wir zumindest einen Beitrag dafür leisten, dass auf dieser Welt eine sichere Grundlage für Vielfalt gelegt wird. Letzten Endes besteht unsere grundlegendste Gemeinsamkeit darin, dass wir alle auf diesem kleinen Planeten leben. Wir alle atmen dieselbe Luft. Uns allen liegt die Zukunft unserer Kinder am Herzen. Und wir alle sind sterblich.

    Ich fahre nun mit meinem drittenPunkt fort: Lassen Sie uns noch einmal überlegen, welche Haltung wir in Bezug auf den Kalten Krieg vertreten, und dabei daran denken, dass es hier nicht um eine Debatte geht, bei der jeder versucht, möglichst viele Punkte zu sammeln. Wir möchten hier weder Schuldzuweisungen machen noch jemanden verurteilen. Wir müssen die Welt so nehmen, wie sie ist, und können nicht so tun, als wäre die Geschichte der vergangenen 18Jahre anders verlaufen.

    Wir müssen das Streben nach Frieden daher beharrlich in der Hoffnung fortsetzen, dass durch konstruktive Veränderungen im kommunistischen Block Lösungen möglich sein werden, die wir momentan noch für unrealistisch halten. Wir müssen unseren Angelegenheiten so nachgehen, dass es im Interesse der Kommunisten sein wird, einem echten Frieden zuzustimmen. Wir werden unsere eigenen Hauptinteressen verfolgen, vor allem müssen die Atommächte jedoch Konfrontationen abwenden, bei denen ein Gegner nur die Wahl zwischen demütigendem Rückzug und Atomkrieg hat. Würde man im atomaren Zeitalter einen solchen Kurs einschlagen, wäre dies lediglich ein Beweis für den Bankrott unserer Politik – oder dafür, dass wir der ganzen Welt den kollektiven Tod wünschen.

    Zu diesem Zweck sollen die amerikanischen Waffen nicht provozieren, sondern sie werden sorgsam kontrolliert, sie dienen der Abschreckung und sie können selektiv eingesetzt werden. Unsere Streitkräfte setzen sich für Frieden ein und handeln diszipliniert, indem sie Selbstbeherrschung zeigen. Unsere Diplomaten wurden angewiesen, unnötige Ärgernisse und rein rhetorische Animosität zu vermeiden.

    Wir können uns um Entspannung bemühen, ohne in unserer Wachsamkeit nachzulassen. Und wir müssen unsererseits nicht auf Drohungen zurückgreifen, um unsere Entschlossenheit unter Beweis zu stellen. Wir müssen nicht die Ausstrahlung ausländischer Sendungen stören, weil wir fürchten, dass unser Glaube erschüttert wird. Wir sind nicht willens, Menschen unser System aufzuzwingen, die daran kein Interesse haben, aber wir sind willens und auch dazu in der Lage, mit jedem beliebigen Volk dieser Erde in friedlichen Wettbewerb zu treten.

    Zwischenzeitlich bemühen wir uns, die Institution der Vereinten Nationen zu stärken, damit sie ihre Finanzprobleme lösen kann, zu einem wirksameren Instrument für Frieden wird und sich in ein echtes Weltsicherheitssystem weiterentwickeln lässt, durch das sich Dispute rechtlich lösen lassen, die Sicherheit großer und auch kleiner Staaten gewährleistet werden kann und Bedingungen geschaffen werden, unter denen eine Abrüstung letztendlich möglich ist.

    Zugleich versuchen wir, den Frieden in der nichtkommunistischen Welt zu sichern. Dort teilt sich die Meinung vieler Nationen, die alle zu unseren Freunden gehören, wenn es um Themen geht, durch die die westliche Einheit geschwächt, die kommunistische Intervention herausgefordert oder der Ausbruch eines Krieges droht. Wir haben im Rahmen unserer Anstrengungen in West-Neuguinea, im Kongo, im Nahen Osten und auf dem indischen Subkontinent trotz beidseitiger Kritik beständig und geduldig gehandelt. Auch haben wir versucht, anderen ein Beispiel zu geben, indem wir uns bemühten, kleine, aber entscheidende Differenzen mit unseren eigenen direkten Nachbarn, Mexiko und Kanada, aus dem Weg zu räumen.

    Und wenn wir gerade von anderen Nationen reden, möchte ich eines ganz klar sagen: Wir sind mit vielen Nationen Bündnisse eingegangen. Diese Bündnisse sind darauf zurückzuführen, dass unsere Bedenken und die Bedenken unserer Partner im Wesentlichen übereinstimmen. Unsere Verpflichtung, beispielsweise Westeuropa und West-Berlin zu verteidigen, ist aufgrund des Wesens unserer Basisinteressen ungeschmälert. Die Vereinigten Staaten werden mit der Sowjetunion kein Abkommen treffen, durch das andere Nationen und andere Völker Nachteile erleiden, und zwar nicht nur, weil diese Staaten zu unseren Partnern zählen, sondern auch, weil unsere gemeinsamen Interessen immer ähnlicher werden.

    Unsere Interessen gleichen sich jedoch nicht nur dahingehend an, dass die Grenzen der Freiheit verteidigt werden, sondern auch bei der Suche nach friedensstiftenden Wegen. Unsere Hoffnung– und der Zweck alliierter Politik– ist es, die Sowjetunion davon zu überzeugen, dass auch sie andere Nationen selbst entscheiden lassen sollte, welchen Weg sie in Zukunft gehen möchten. Dies gilt, solange die Wahl einer Nation die Wahl einer anderen Nation nicht beeinträchtigt. Der kommunistische Drang, anderen das eigene politische und wirtschaftliche System aufzuzwingen, ist die Hauptursache dafür, dass in der Welt zurzeit Spannung herrscht. Zweifelsohne ließe sich Frieden leichter sichern, wenn es alle Nationen unterlassen würden, sich in die Entscheidungen anderer einzumischen.

    Hierzu wird es erforderlich sein, dass neue Anstrengungen im Hinblick auf die Verabschiedung weltweit gültiger Gesetze unternommen werden, die einen neuen Kontext für globale Diskussionen darstellen würden. Hierzu müsste jedoch ein besseres Verständnis zwischen den Sowjets und uns aufgebaut werden. Und für ein besseres Verständnis ist ein höheres Maß an Kontakt und Kommunikation notwendig. Ein Schritt in diese Richtung ist der Vorschlag, eine direkte Telefonleitung zwischen Moskau und Washington einzurichten, damit auf beiden Seiten die gefährlichen Verzögerungen, Missverständnisse und Fehlinterpretationen der Handlungen des Gegenübers vermieden werden können, zu denen es in Krisenzeiten kommen könnte.

    Darüber hinaus haben wir uns in Genf auch über andere erste Maßnahmen zur Rüstungskontrolle unterhalten, durch die dem Wettrüsten der Wind aus den Segeln genommen und das Risiko eines versehentlich ausgelösten Krieges vermindert werden soll. In Genf geht es uns jedoch vorwiegend um ein langfristiges Ziel: die allgemeine und vollständige Abrüstung. Sie soll phasenweise stattfinden, damit zeitgleich politische Entwicklungen zum Aufbau der neuen Institutionen des Friedens möglich sind, die an die Stelle von Waffen treten würden. Diese Regierung setzt sich bereits seit den 1920er Jahren für Abrüstung ein. Schon die letzten dreiRegierungen forderten sie dringend. Und unabhängig davon, wie düster die Perspektiven derzeit sein mögen, wollen wir diese Anstrengung weiterführen, damit man in allen Ländern– auch bei uns– besser verstehen kann, welche Probleme und Möglichkeiten mit Abrüstung einhergehen.

    Einer der Hauptbereiche dieser Verhandlungen, in dem zwar das Ende in Sicht, ein frischer Start jedoch dringend geboten ist, besteht in einem Abkommen über das Verbot von Atomtests. Durch den Abschluss eines solchen Abkommens, das so nah und doch so fern ist, ließe sich dem außer Kontrolle geratenen Wettrüsten in einem seiner gefährlichsten Bereiche Einhalt gebieten. Dadurch wären die Atommächte imstande, wirksamer etwas gegen eine der größten Gefahren zu unternehmen, denen die Menschheit im Jahr 1963 ausgesetzt ist: der weiteren Ausbreitung von Atomwaffen. Unsere Sicherheit ließe sich steigern, und die Wahrscheinlichkeit eines Krieges fiele geringer aus. Dieses Ziel ist gewiss wichtig genug, um sich dauerhaft dafür einzusetzen. Dabei sollten wir weder der Versuchung nachgeben, die Anstrengung ganz einzustellen, noch der Versuchung, wichtige und verantwortungsbewusste Schutzmaßnahmen dafür aufzugeben.

    Ich möchte diese Gelegenheit daher nutzen, um zwei wichtige Entscheidungen bekanntzugeben, die in dieser Hinsicht getroffen wurden:

    Erstens: Vorsitzender Chruschtschow, Premierminister Macmillan und ich haben beschlossen, dass in Moskau bald auf hochrangiger Ebene Gespräche eingeleitet werden, durch die es zu einer frühzeitigen Übereinkunft im Hinblick auf ein Abkommen über das umfassende Verbot von Atomtests kommen soll. Unsere Hoffnungen müssen aufgrund der Vorsicht, die uns die Geschichte gelehrt hat, gedämpft werden, aber unsere Hoffnungen werden durch die Hoffnungen der ganzen Menschheit begleitet.

    Zweitens: Um unseren guten Glauben und unsere ernstgemeinten Überzeugungen in dieser Hinsicht unter Beweis zu stellen, erkläre ich jetzt, dass die Vereinigten Staaten nicht beabsichtigen, Atomtests in der Atmosphäre durchzuführen, solange dies auch von anderen Staaten unterlassen wird. Wir werden nicht die Ersten sein, die diese Tests wieder aufnehmen. Solch eine Erklärung ist kein Ersatz für ein formales Abkommen mit Bindungswirkung, aber ich hoffe, dass ein Abkommen dieser Art dadurch leichter abgeschlossen werden kann. Genauso ist ein solches Abkommen kein Ersatz für Abrüstung, aber ich hoffe, dass wir diese Abrüstung dadurch leichter erzielen können.

    Meine amerikanischen Mitbürger, lassen Sie uns abschließend überlegen, welche Haltung wir in Bezug auf Frieden und Freiheit im eigenen Lande vertreten. Die Qualität und das Wesen unserer eigenen Gesellschaft müssen unsere Bemühungen im Ausland rechtfertigen und unterstützen. Dies müssen wir unter Beweis stellen, indem wir in unserem eigenem Leben Engagement zeigen. Viele von Ihnen, denen heute ein Universitätsabschluss verliehen wird, werden hierzu eine einzigartige Gelegenheit haben, indem Sie ehrenamtlich für das Friedenskorps im Ausland oder im geplanten nationalen Dienstkorps hier im eigenen Lande dienen.

    Wo immer wir uns auch aufhalten, wir alle müssen im Alltag am uralten Glauben festhalten, dass Frieden und Freiheit zusammengehören. In zu vielen unserer Städte können wir uns heute dem Frieden nicht gewiss sein, weil die Freiheit eingeschränkt ist.

    Es liegt im Verantwortungsbereich der Exekutive, auf allen Regierungsebenen– lokal, bundesstaatlich und national– und unter Zuhilfenahme aller ihr zur Verfügung stehender Mittel dafür zu sorgen, dass alle Bürger frei sind und diese Freiheit bewahrt wird. Die Legislative ist auf allen Ebenen dafür zuständig, dort für angemessene Befugnisse zu sorgen, wo dies derzeit nicht der Fall ist. Und es liegt in der Verantwortung aller Bürger in allen Teilen dieses Landes, die Rechte aller Mitbürger zu achten und sich an das in diesem Land geltende Recht zu halten.

    All dies steht in einem Zusammenhang zum Weltfrieden. „Wenn jemands Wege dem Herrn wohl gefallen“, so steht es in der Heiligen Schrift, „macht er auch seine Feinde mit ihm zufrieden“. Und ist Frieden letztendlich nicht einfach eine Frage der Menschenrechte? Das Recht, unser Leben ohne Furcht vor Zerstörung zu leben, das Recht, saubere Luft zu atmen, und das Recht künftiger Generationen, ein gesundes Dasein zu führen?

    Lassen Sie uns beim Wahren unserer nationalen Interessen auch die Interessen der Menschheit wahren. Und das Beseitigen von Krieg und Waffen dient offensichtlich beiden Interessen. Allerdings kann kein Abkommen, so sehr auch alle davon profitieren mögen und so genau es auch formuliert sein mag, im Hinblick auf die Risiken der Täuschung und Umgehung absolute Sicherheit bieten. Ist es jedoch bei der Umsetzung wirksam genug und steht es in hinreichendem Maße im Interesse der Unterzeichnenden, so kann es weit mehr Sicherheit bieten und weit weniger Risiken bergen als ein unvermindertes, unkontrolliertes und unvorhersehbares Wettrüsten.

    Die Vereinigten Staaten werden, und das weiß man in der Welt, niemals einen Krieg beginnen. Wir wollen keine Kriege. Auch jetzt gehen wir nicht davon aus, dass es zu einem Krieg kommen wird. Diese Generation der Amerikaner hat bereits genug, mehr als genug, Krieg, Hass und Unterdrückung erlebt. Wir sollten jedoch vorbereitet sein, falls andere diesen Wunsch hegen. Wir sollten wachsam sein, um einen solchen Krieg möglichst zu unterbinden. Wir sollten aber auch unseren Beitrag leisten, wenn es darum geht, eine Welt des Friedens zu errichten, in der die Schwachen sicher und die Starken gerecht sind. Weder stehen wir dieser Aufgabe hilflos gegenüber noch fehlt uns der Glaube an ihren Erfolg. Wir sind zuversichtlich und furchtlos, und wir engagieren uns weiterhin, und zwar nicht für eine Strategie der Vernichtung, sondern für eine Strategie des Friedens

    • Zum Zeitpunkt der “Friedensrede” Ihres amerikanischen Helden massakrierten US-Soldaten vietnamesische Zivilbevölkerung, warf Napalm-Bomben ab, unter denen noch die jüngste Generation zu leiden hat. Das hat er doch glatt in seiner schönen Rede vergessen.

      • Wie bereits erwähnt war Kennedy bei Amtsantritt von Beratern umgeben, die ihn während der Kubakrise falsch beraten haben. Als Konsequenz entließ er führende Mitarbeiter des CIA, wie Allen Dulles und Richard Bissell. Zitat von Kennedy: “I want to take the CIA and shatter it into a thousand pieces and scatter it to the winds. Er widersetzte sich dem Geheimdienstapparat und dem Militär in der Kubafrage und einem möglichen Krieg mit der Sowjetunion.

        Seine Militärberater wollten 250,000 Soldaten nach Vietnam entsenden, doch er widersetzte sich den Beratern und entsandte keine Kampftruppen sondern nur 16,000 Green Berets als Berater, doch einige waren in Kampfhandlungen verstrickt. Als er vom Tod eines Green Berets hörte, forderte er die Verlustmeldungen an und erfuhr, dass 75 Amerikaner gestorben sind. Er sagte daraufhin, dass das zuviel sind und dass er alle Green Berets zurückziehe und unterschrieb die National Security Action Memorandum 263. Kennedy plante den Abzug der US-Streitkräfte aus Vietnam, was aber durch seine Ermordung einen Monat später verhindert wurde.

  6. Irgendwo hab ich mal gelesen, dass Sie Ihre Frau seinerzeit bei einer Demo kennengelernt hätten. Cool. Damals ging man noch auf die Straße, kämpfte um Recht und Gerechtigkeit, konnte seine Stimme erheben ohne automatisch in einen “Schwurblerpool” geworfen zu werfen. Damals hatten sowohl Regierungs- als auch Oppositionspartei ein gewisses Gespür für harte Verhandlungen und glz Respekt dem Andersdenkenden gegenüber (das Bier danach ist legendär), ja, es wurde auch wild gestritten, doch gab es am Ende immer Konsens oder Kompromiss. Weder Regierungsparteien, noch Medien, noch Wähler arbeiteten mit perfiden Methoden um die Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben. Es gab Kriege sogar vor unserer Haustür, schreckliche Entwicklungen, doch die Menschen haben zusammengehalten. So wie Sie und Ihre Frau. Diese Ära ist vorbei. Heute haben wir es mit vielen verschiedenen Ängsten zu tun, denen die Menschen nicht mehr vernunftbegabt Herr werden und sich dadurch Lösungsmöglichkeiten selbst verbauen. Immer vor dem “Feind” zu warnen nützt nada wenn man keine brauchbare Alternative anbietet; hinterm Ofen auf die Medien und was weiß ich zu schimpfen nützt nichts, wenn man den von diesen Zeitung verbreiteten Schwachsinn überhaupt liest; wenn man Parteien wählt, die Eigen-PR auf TikTok verbreiten anstatt FÜR DAS LAND zu arbeiten, Social Media ist wichtiger als Inhalt, Vermarktung wirkungsvoller als Kompetenz. Auch das hat sich in den vergangenen 40 Jahren entwickelt, darf man nicht vergessen. Das Heute ist das Ergebnis von Gestern. Wir alle die die vergangenen Jahre (oder Jahrzehnte) in welcher Form auch immer mitgestaltet haben, sind für den jetzigen Zustand verantwortlich und sollten uns selbst bei der Nase nehmen. In jedem Zug befindet sich eine Notbremse.

    • Diese Notbremse sind für mich die zu Unrecht viel geschmähten Kleinparteien und ich hoffe Wlazny kommt noch dazu. Sie nehmen den alteingesessenen, korrupten und inkompetenten Großparteien die präpotente Spitze und könnten einen frischen Wind ins Parlament bringen. Zweier-Koalitionen und ihr Proporzsystem müssen der Vergangenheit angehören – Ideenvielfalt ist die Zukunft, falls Ö noch eine hat.

  7. Ja, es könnte gut sein dass wir es nach dem Wahltag wieder mit einer Rechtsregierung zu tun haben. Genauso gut liegt es auch im Bereich des Möglichen dass die besorgniserregend gesellschaftlichen Umstände und das inadäquate Wahlsystem in den USA dafür sorgen dass ein Pseudopolitiker mit akuten kognitiven und charakterlichen Defiziten wie Trump, noch einmal ins weiße Haus befördert wird. Doch gegeben ist solch ein worst case Szenario noch lange nicht. Die Tatsache dass sich Höhenflüge und Erfolgserlebnisse heutzutags als immer kurzlebiger erweisen und komplette Veränderungen immer schneller eintreten als man denkt macht mir Hoffnung. Kickl und Trump atmen gerade Höhenluft – Trump vlt. mehr in gefühlter Wahrnehmung- doch sechs Monate sind eine lange Zeit und für beide kanns nun eigentlich nur wieder bergab gehen. Für noch höher hinauf bzw. für ein weiteres erklimmen des Olymp mangelt es denen eindeutig an der dafür notwendigen Kompetenz. Außerdem nimmt der Gegenwind ständig zu was der Beständigkeit auch nicht wirklich zu Gute kommt. Vielleicht ist es sogar gut für Babler, wie auch für Biden, dass sie aktuell nicht als Favoriten gehandelt werden, jedoch nicht unbegründet auf Selbstfaller ihrer Konkurrenten warten können. Inzwischen gilt es natürlich weiter die Hausaufgaben zu machen – im Falle der SPÖ sind dies sich auf leistbares Wohnen, auf Arbeitnehmerpolitik und auf die funktionierende Gesundheitsvorsorge für alle, zu fokussieren. Und am wichtigsten, wie ich finde, sich nicht von momentanen Missfallensbekundungen des Boulevards beeindrucken zu lassen.

    • Und sie setzen dagegen deshalb wahrlich auf einen Herrn Babler oder einen Herrn Ludwig, welche diese Welt wieder korrigieren würden? – Müsste Herr Ludwig sich davor aber nicht selber mindestens einmal kritisieren?

  8. Herr Pilz ich beneide sie, nicht um die Reise sondern um ihren Jahrgang. Sie verstehen, die Rache der späten Geburt….🤷‍♀️ man kann da und dort noch neiderfüllt etwas erahnen von der Stabilität aber auch der Aufbruchstimmung die einmal geherrscht haben…….gleichzeitig sitzt man in einem Zug er unaufhaltsam auf den Abgrund zurast und man weiß genau, den Aufprall wird man noch bei vollem Bewusstsein mitkriegen und auch das was darauf folgt. Keine sehr angenehme Vorstellung, wie ich finde. Trotzdem danke für ihre langjährigen Bemühungen den Zug zu stoppen und schönen Urlaub!🙋‍♀️

    • Aber dafür hat unser Herr Bundeskanzler ja ein probates Rezept! “Alkohol oder Psychopharmaka”(Achtung! Satiregefahr. Diese Aussage vom Juli 22 ist sowieso kaum zu toppen.) Ich bin zwar nicht so alt wie PP, aber alt genug, um ab 1970/71 das Charisma von Bruno Kreisky zu erkennen. Er hat nach der verknöcherten Ära “Große Koalition auf ewig” und “Alleinregierung der Klaus-ÖVP” eine Zukunft mit sehr erweiterten Grenzen signalisiert. Wir hatten die Einstellung: “Anything goes!” Wenn ich mir heute die Zukunft meiner Kinder und Enkelkinder ansehe, dann weiß ich, dass sie es schwerer haben werden als ich. Es herrscht keine “Leichtigkeit des Seins” mehr, Leistungsdruck ist omnipräsent. Wie Sie so richtig schreiben, ist der Abgrund auf den wir zurasen, erschreckend. Andererseits sympathisiere ich mit Herbert Prohaska, der einst zitierte: “Aufgeben tut man nur einen Brief”. Also, kämpfen wir alle weiterhin unbeirrt für eine funktionierende Demokratie.

  9. Wohin sich Kickl mit seiner Plakataktion hinbewegt, scheint klar. Unklar hingegen ist der Plan seines grossen Herausforderers Babler. Glaubt
    er doch tatsächlich, mit Strassenschuhen und Anzug könne man den Gipfel erreichen. Dann wird eben das Wahlergebnis als Bergrettung fungieren (müssen) und den falsch ausgerüsteten Touristen sicher ins Tal geleiten. Da ist er besser aufgehoben.
    https://twitter.com/florianklenk/status/1781684451119943964

  10. Ja die Zeit von 1960 bis 1990 zur Zeit des “Kalten Krieges” war wesentlich friedlicher in Europa als heute. Die Diplomatie, etc. konnte weitgehend ein Blutvergießen verhindern, und egal ob die Systeme demokratisch, westliche Werte hochhielten, oder sonst was. Mein Kriterium sind die Anzahl der Toten.
    Ja, es gab Mauertote zwischen DDR und BRD, Niederschlagung von Aufständen in Prag, Polen. Aber kein Vergleich mit den Toten seitdem. Und zu kriegerischen Auseinandersetzungen gehören immer zwei. (ich denke da zB an Radio Free Europe, das ständig stichelte.)
    So gesehen ist Hr Pilz und ZZ ein Relikt aus vergangenen Zeiten, bzw. beurteilt unsere Zeit nach den damaligen Kriterien. Und, das finde ich gar nicht schlecht!

    • Da stimme ich zu. Denn die heutigen Kriterien sind desillusionierend und suizidfördernd. Renner war 1945 auch ein “Relikt aus vergangener Zeit”, aber er hat zumindest ein “coming back” für Österreich ermöglicht. Das “Kurzzeitdenken” in der österreichischen Politiklandschaft ist schlichtweg eine Zumutung.

  11. Wenn Kickl Kanzler wird und das scheint nicht unmöglich zu sein, haben das auch die sog. Zeugen Coronas, die Hysteriker, mit verursacht. Zu denen gehört leider auch der ZZ-Herausgeber, der begeistert mir nichts dir nichts für die Einschränkung der Grundrechte votierte und der im Gleichklang mit den Massenmedien alle Kritiker der Corona-Massnahmen – von denen heute immer mehr klar wird, dass sie bewusst evidenzlos waren – verunglimpft hat und indem man alle Massnahmenkritiker vom Universitätsprofessor bis zur besorgten Alleinerzieherin ins rechte Eck gestellt hat und als Rechtsradikale dargestellt hat. Man hat diese kritischen Leute als Trotteln, Leugner, Aluhüte etc. bezeichnet und ihnen unterstellt, dass sie begeistert mit Rechtsextremen demonstriert haben, alles eine bewusste Verzerrung der Realitäten. Dann hat sich leider tatsächlich ein Teil davon dem Kickl zugewandt, das war zu erwarten bei dieser Hetze. So ist es halt oft im Leben, dass man meistens die Rechnung bekommt für das was man bestellt hat. Da die FPÖ nicht wählbar ist – nicht wegen angeblicher Russlandfreundschaft – sondern wegen ihrer Haltung zu Asyl und ihrer Nähe zum Kapital – ist einzig und allein die KPÖ die wählbare Alternative in Österreich.

    • Sollten Herrn Kickl und Herr Trump wirklich auch gewählt werden, so glaube ich, dass auch für diese das die letzte Chance sein wird, dass wir ohne revolutionärer Gewalt noch endlich die notwendigen und schon lange dringend überfälligen Änderungen in unseren poltischen Systemen noch erleben werden können?

    • Die Reiter des toten Gauls Corona.
      Genau wie für Kickl gibt’s für viele kein anderes Thema. Ich denke das kommt vom Grätzemittel.

    • Wenn viele noch von Corona reden, sind viele noch traumatisiert. Und ja ich gebe da Kritiker recht.

      Alleine diese Zeit hat Kickl und die FPÖ wieder stark gemacht. Der Umgang mit Angst und Risiko. Die Kommunikation, einfach alles war beispiellos, erbärmlichst schlecht. Viele haben sich dem Niveau angepasst.

      Die Rechnung bekommen wir jetzt serviert. Das Traurige ist dass die Wähler, sie teils dem falschen Ausstellen. Denn die ÖVP war hier #1 daran beteiligt und es trifft oft wieder die SPÖ. Die hat sich mit Ludwigs “Masken, Masken, Masken” Kurs aber auch mit einer Schrotflinte ins Knie geschossen.

      Ich kann als KPÖ/SPÖ Wähler die Tendenzen nachvollziehen und sage es nochmals auch wenn es ganz viele nicht hören wollen: Damals wurden die großen kommunikativen Fehler begangen und die heutigen Wähler (für immer) verloren.

      Nehmen Sie die Leute die noch immer über Corona sprechen ernst. Es hat einen Grund. Alles andere macht das Ganze nur noch schlimmer und ein aufarbeiten unmöglich.

      Wer glaubt das alles kann man einfach so ignorieren, der lebt in einer Scheinwelt. Wir Menschen vergessen und verzeihen nicht so ohne mir nichts dir nichts. Die Aufarbeitung ist nie passiert.

      • ad Unbekannt: Bestens zusammengefasst. Ergänzen möchte ich noch Ludwig’s Gurgelhysterie und vor allem, dass die Bundes-Chaotentruppe den Jugendlichen 3 Jahre ihres Lebens gestohlen hat ohne die Folgen zu bedenken und sie jetzt kaltschnäuzig im Regen stehen lässt.

      • ” Wir Menschen verzeihen und vergessen nicht so ohne…..”

        Da liegen Sie aber komplett falsch.

        Ich denke nur an die vielen Menschen die Hitler zugejubelt haben….. zb.

      • Ihr Posting beginnt mit einem Trugschluss und das lässt sich bis zum Schluss nicht reparieren. Beginnen Sie so “Wenn viele noch von Corona reden, sind viele noch verhetzt”, und schauen Sie, wo es Sie hinführt.

        • Sie sind mir mehrmals schon durch intelligente Beiträge aufgefallen. Aber beim Thema Corona haben sie ein dermassen dickes Brett vor dem Kopf, das ist kaum zu glauben. Schade.

  12. Frage mich gerade, ob Herr Pilz nicht auch die vielen anderen Urlauber, wie die Soko Benko, oder wie beispielweise auch die Soko Pilnacek dort gesehen hat? – Oder auch unsere Staatskrise, welche trotz Wahlen und weiter gekauften und manipulierenden Medien noch immer nicht ausgerufen wurde? – Eben weil sie vielleicht auch dort bei diesen 7 Aussenministern noch immer Urlaub macht, aber vor allem Urlaub machen darf?

  13. Es könnte noch schlimmer kommen.
    Mir wurde im Traum eine Mitteilung von Herbert K. an Sebastian K. zugespielt
    Lieber Basti,
    wenn ich dich in der Vergangenheit beleidigt habe, dann war das nur für die Wähler. In Wirklichkeit sind wir ein Herz und eine Seele. Das soll sonst niemand wissen.
    Der Nehammer wird die Wahl verlieren. Die ÖVP braucht dich und die Justiz braucht die ÖVP. Warte nicht, bis es zu spät ist.
    Zusammen haben wir die Mehrheit. Wenn wir uns einig sind, kann uns die M. (Dieses Wort auszuschreiben wäre ein Verstoß gegen die Forenregeln) in der Hofburg nicht verhindern. Ich vertraue darauf, dass du deine Familie nicht im Stich lässt.
    In aufrichtiger Wertschätzung und von deiner Unschuld überzeugt
    Dein Herbert K.
    PS: ich mache im Gebirge Urlaub. Dort traut sich der Hessenthaler nicht hin.

  14. Den Herausgeber erkennt man auf diesem Schnappshuss aus der Altstadt fast nicht… o^

    Happy Wedding-Anniversary! 🤌

  15. Nach 40 Jahren dieses herzliche, natürliche und bezaubernde Lächeln – Sie beide haben alles richtig gemacht! 💯🍾🥂💐

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