Macron: Australiens Prememier hat mich belogen

Im U-Boot-Streit zwischen Frankreich auf der einen, Australien, USA und UK auf der anderen Seite werden die Worte immer deutlicher.

Rom, 01. November 2021 | Der französische Präsident Emmanuel Macron hat Journalisten beim G20-Gipfel in Rom gesagt, der australische Premierminister Scott Morrison habe ihn über die Annullierung eines Milliardenvertrags für den Kauf von U-Booten im September belogen. Macron und Morrison waren dieses Wochenende in Rom zum ersten Mal seit dem Vorfall zusammengekommen. Als Journalisten Macron fragten, ob er glaube, das Morrison ihn belogen habe, sagte Macron: “Ich glaube das nicht, ich weiß es.”

Morrison bestreitet Lüge

Er habe großen Respekt und viel Freundschaft für das australische Volk. Wenn man mit Respekt miteinander umgehe, heiße dies jedoch auch dass man ehrlich zueinander sein müsse. Der australische Premierminister erklärte auf einer Pressekonferenz am selben Tag, dass er nicht gelogen habe. Er habe Macron gesagt, dass konventionelle U-Boote Australiens Bedarf nicht mehr decken würden. Man habe damit begonnen die Beziehungen zwischen den beiden Ländern wiederherzustellen.

Der stellvertretende australische Premier Barnaby Joyce zeigte in Australien Unverständnis für Macrons Einstellung. “Wir haben keine Insel gestohlen, wir haben nicht den Eiffelturm verunstaltet. Es war ein Vertrag”, sagte Joyce vor Reportern. “Verträge haben Bedingungen und Konditionen, und eine dieser Bedingungen ist, dass man aus dem Vertrag aussteigen kann.”

Diplomatische Krise wegen Anti-China-Bündnis

Zu dem Streit nicht nur zwischen Frankreich und Australien, sondern mit weiteren NATO-Partnern war es gekommen, als die USA im September mit Großbritannien und Australien ein neues Sicherheitsbündnis für den Indo-Pazifik bekannt gaben. Es ist gegen die wachsende militärische Macht Chinas in der Region gerichtet.

Australien soll Zugang zur US-Technik für Bau und Betrieb von Atom-U-Booten erhalten. Das bedeutete, dass Frankreich das milliardenschwere Geschäft für U-Boote mit Dieselantrieb für Australien verlor. Das hatte in Paris zu wütenden Reaktionen geführt und Zweifel an der Verlässlichkeit der transatlantischen Partnerschaft genährt. Frankreich hatte daraufhin sogar zeitweise seine Botschafter in den Partnerländern abgezogen.

(reuters/apa/red)

Titelbild: APA Picturedesk

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9 Kommentare
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Peer
2. 11. 2021 8:54

Das sind nur die üblichen Spannungen zwischen Staaten. Sich selbst loben, den Anderen schlecht machen. Es rumpelt nunmal auch zwischen Freunden. Wichtig ist, ob man im Ernstfall zusammenhält.

Sinclai
1. 11. 2021 21:39

Danke. Keine Fragen…..Pfizer, Nestlé und Rothschild…Kein Wunder , diese Namen brennen wie Zunder…..

Nemesis Wheelie
1. 11. 2021 21:20

Selbst wenn Macron recht hat, Frankreich vergrault sich jeden potentiellen Kunden.

Australien ist aufgrund der Spannungen mit China auf kein Eurofighter Debakel scharf,welches sich bereits abzeichnete.

Buerger2021
1. 11. 2021 17:12

In Australien herrscht ja schon seit beinahe 600 Tagen eine Lockdown Diktatur, der Polizei Mob drangsaliert die Spaziergänger in den Parks, ärger als im Rotrotgrünen Berlin!

Martin100
1. 11. 2021 13:12

Ein Sturm im Wasserglas, die haben sich bald wieder lieb

KarinLindorfer
1. 11. 2021 11:54

Macron, auch so ein demontiertes Idol.

Reini1118
1. 11. 2021 10:33

Auch ein Unwissender….1980 hat Attalie schon von einer Dezimierung der Weltbevölkerung gesprochen.Mit Mitterand !! Macron ist auch nur falsch !
Geld regiert die Welt !? Es ist Zeit Manda!!!

Karrrramba
1. 11. 2021 10:28

Die Nachkommen der Sträflingskolonie haben schon die Ureinwohner beschissen…..

Buerger2021
1. 11. 2021 17:13
Antworte auf  Karrrramba

Die hoch gebildete NEOS Chefin würde vermutlich sagen, die sind Fetzendeppert!