Thomas Schmid Doku

ORF erklärt Panne

Aufregung um die Dokumentation „Der talentierte Herr Schmid- Von der Kunst, Chats zu löschen“ gab es Mittwochabend und Donnerstagvormittag. Im Live-Stream und in der ORF TVthek war die Sendung nicht abrufbar. Der ORF erklärt nun die Panne.

Wien, 26. November 2021 | Es ist eine Dokumentation, die die brisanten Vorgänge rund um Ex-ÖBAG Chef Thomas Schmid zusammenfasst und auf den Punkt bringt. Produziert wurde sie im Auftrag des ORF von einer externen Produktionsfirma, der HolyScreen Media. Die Dokumentation beleuchtet die Laufbahn des Tirolers Schmid, welche Rolle das „Projekt Ballhausplatz“ dabei spielte und vor allem die Inseratenaffäre, die Ex-Kanzler Kurz zum Rücktritt zwang – eindeutige Chats wie etwa „Call me Mr. Umfrage“ inklusive. Kurz gesagt, eine Dokumentation, die bei Türkis sicher nicht mit Wohlwollen aufgenommen wurde. Bezeichnend in dem Zusammenhang, dass sich außer Kurz-Anwalt Werner Suppan (und das auch nur aus einem Archiv-Statement für den „Report“) niemand von der ÖVP zu Wort meldet.

Abbruch nach 10 Minuten

ORF-Zuschauer wunderten sich Mittwochabend, warum die Dokumentation im Live-Stream nach 10 Minuten abbrach und bis Sendungsende auch nicht mehr abrufbar war. Außerdem konnte sie nach Sendungsende nicht wie alle anderen Inhalte des ORF in der TVthek gefunden werden. Erst Donnerstagvormittag um 10 Uhr war das möglich.
Der ORF erklärt diesen Umstand gegenüber ZackZack: Es handelte sich um einen „internen Abwicklungsfehler“. Es sei, sehr vereinfacht dargestellt, auf administrativer Ebene im Abwicklungssystem eines von mehreren zu setzenden „Häckchen“ für TVthek und Streaming nicht richtig gesetzt worden. Warum die Ausstrahlung via Live-Stream für etwa 10 Minten funktionierte erklärt man mit einem „Puffer“ der vorherigen Sendung.

Vermutungen von Absicht “absurd”

Der ORF hält auch fest, dass Vermutungen, es könnte Absicht dahinter stecken, „absurd“ seien. Nachdem der Fehler bemerkt worden war, habe man auf allen Ebenen daran gearbeitet, die Dokumentation möglichst rasch in die TVthek zu integrieren. Außerdem legt man Wert auf die Feststellung „es hat zu keiner Zeit irgendeine inhaltliche Einflussnahme auf das Redaktionsteam gegeben. Die Sendung wurde genauso, wie sie vom Sendungsverantwortlichen am Tag vor der Ausstrahlung abgenommen wurde, gesendet“.
Eines dürfte nach der Aufregung in den sozialen Medien allerdings sicher sein: Die Aufmerksamkeit für die Dokumentation ist durch die Panne des ORF auf jeden Fall noch gestiegen.

(bp)

Titelbild: APA Picturedesk

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