Freitag, Juli 12, 2024

Diese Farbe sollten Ihre Ostereier besser nicht haben

Ein aktueller Marktcheck von Greenpeace zeigt, dass fast 40 Prozent der Eierfarben im Supermarkt gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten. Ein Lebensmittelfarbstoff ist besonders betroffen. Hersteller und Supermärkte reagieren. 

Wien, 12. April 2022 | Ostereier selber färben ist vor allem bei Familien beliebt. Doch viele der Farben, die in heimischen Supermärkten verkauft werden, enthalten Stoffe, die laut der European Safety Food Authority (EFSA) zwar erlaubt sind aber gesundheitsschädlich sein können. Das stellte Greenpeace in einem aktuellen Marktcheck von April 2022 fest: Fast 40 Prozent der Färbeprodukte (konkret 17 von 47 Produkte) beinhalten nach wie vor gesundheitsgefährdende Stoffe wie Azofarben. Darunter sind, laut Greenpeace, Produkte bekannter Marken wie Fixcolor und Heitmann. Besonders problematisch: Auf den Eierfarben findet sich im Gegensatz zu Lebensmitteln mit diesen Farben kein Warnhinweis.

Asthma, Hautreizungen, ADHS möglich – Rosa am häufigsten betroffen

Gerade wenn Kinder Eier färben, kommt die Farbe oft auf die Haut und von dort in den Mund. Ist die Eierschale beschädigt, werden die problematischen Farbstoffe sogar mitgegessen. Diese können die Haut reizen, Asthma auslösen und die Entstehung der Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) begünstigen. Die folgenden, von der EU zugelassenen, Lebensmittel-Farbstoffe stehen im Verdacht, die oben beschriebenen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit zu haben. Auf den Produkten ist entweder die E-Nummer oder der Name des Farbstoffes angegeben.

  • E 102 (Tartrazin), Azofarbe
  • E 110 (FD&C Yellow Nr. 6 , Gelborange S, Sunsetgelb FCF; gelborange), Azofarbe
  • E 122 (Azorubin, Carmoisin), Azofarbe
  • E 124 (Cochenillerot A, Ponceau 4R), Azofarbe
  • E 129 (Allurarot), Azofarbe
  • E 104 (Chinolingelb), kein Azofarbstoff (in den USA nicht erlaubt)
  • Von Greenpeace im Check am häufigsten gefunden wurde E 127 (Erythrosin). E 127 färbt die Eierschalen rosarot. Es ist kein Azofarbstoff (kein Warnhinweis, aber Verwendung nur mehr eingeschränkt zulässig)

Fertig gefärbte Ostereier unbedenklich

Gundi Schachl, die Leiterin des Greenpeace-Marktcheck, sieht auch weitere Verbesserungen: “Heuer sind die Färbemittel von Schimek und Brauns erstmals unbedenklich. Daran sieht man, dass die Hersteller auch reagieren.” Entwarnung gibt es laut Check generell bei bereits gekochten, gefärbten und verpackten Eiern in den Supermärkten, diese kommen ganz ohne bedenkliche Farben aus. Grünes Licht für die Eierfarben zum Selberfärben gibt Greenpeace für sämtliche Produkte bei Hofer und Lidl. Greenpeace fordert auch die anderen Supermärkte auf, die Produkte aus dem Regal zu nehmen.

REWE antwortete auf eine Presseanfrage von ZackZack: “Die verkauften Produkte entsprechen den gesetzlichen Anforderungen. Wir nehmen aber die Kritik auf und werden für die kommende Saison mögliche alternative Anbieter prüfen.” Spar antwortete auf die Presseanfragen von ZackZack: “Alle angebotenen Farben zum Selbstfärben entsprechen den rechtlichen Anforderungen und dürfen in Verkehr gebracht werden. Von den 32 angebotenen Farben zum Selberfärben der Eier enthalten 9 den laut Greenpeace problematischen Farbstoff E 127 (Erythrosin). SPAR hat bereits Eierfarben mit Azo-Farbstoffen aus dem Sortiment genommen und wird ab der nächsten Saison auch keine Eierfarben mehr anbieten, die E127 enthalten.”

In sämtlichen Supermärkten gibt es trotz der problematischen Produkte auch unproblematische Farbstoffe zum Eierfärben, diese hat Greenpeace in einer Liste zusammengestellt.  Diejenigen, die auf Nummer Sicher gehen wollen können Eier natürlich färben. Mit Currypulver kann zum Beispiel Gelb gefärbt werden, mit roten Rüben Pink, Grün mit Spinat und Braun mit Kaffeesatz.

(sm)

Titelbild: APA Picturedesk

Autor

  • Stefanie Marek

    Redakteurin für Chronik und Leben. Kulturaffin und geschichtenverliebt. Spricht für ZackZack mit spannenden Menschen und berichtet am liebsten aus Gerichtssälen.

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