Widerruf Benko

Studie:

Diesen Effekt hat eine höhere Stimme auf Frauengesichter

Forschungsteams aus Psychologie und Biologie untersuchten, ob die Stimmhöhe beeinflussen kann, wie weibliche Gesichter bewertet werden. Das Ergebnis ist überraschend.

Wien, 21. Juli 2022 | Forschungsteams aus Psychologie und Biologie rund um Christina Krumpholz und Helmut Leder von der Universität Wien untersuchten, ob die Stimmhöhe beeinflussen kann, wie weibliche Gesichter bewertet werden.

Ihr Fazit: Eine höhere Frauenstimme beeinflusst tatsächlich, wie das dazugehörige Gesicht bewertet wird. Allerdings nur in bestimmten Fällen und anders als erwartet.

In der Studie wurden die Teilnehmenden gebeten, Videos von weiblichen Gesichtern nach Attraktivität, Alter, Weiblichkeit und Gesundheit zu bewerten. Die Stimmhöhe wurde dabei verändert, sodass die Teilnehmenden die gleichen Videos zweimal sahen, aber einmal mit etwas höherer Stimme.

Höhere Stimme macht jünger aber nicht attraktiver

Es zeigte sich, dass eine höhere Stimme dazu führt, dass Gesichter im Schnitt um ein halbes Jahr jünger eingeschätzt werden. “Hier scheint die Stimme also eine wichtige Rolle zu spielen, die wir bei der Bewertung von Gesichtern nicht ignorieren können”, erklärt Christina Krumpholz.

Anders verhält es sich mit der Bewertung von Attraktivität, Weiblichkeit und Gesundheit. Hier scheint das Gesicht die entscheidenden Informationen zu liefern, weshalb die Stimme ignoriert werden kann und diese die Bewertungen des Gesichts nicht maßgeblich beeinflusst.

Evolutionspsychologie überdenken

Dass die Audioaufnahmen höherer Frauenstimmen nicht als attraktiver bewertet wurden als tiefere Stimmen, war für die Forscher*innen überraschend. In früheren Experimenten wurde eine höhere Stimme bei Frauen nämlich durchaus als attraktiver, jünger, weiblicher und gesünder eingeschätzt – alles Qualitäten, die von möglichen Partnern aus evolutionärer Sicht bevorzugt werden.

Die neuen Ergebnisse „könnten ein Hinweis darauf sein, dass wir bestehende evolutionspsychologische Konzepte vielleicht überdenken müssen, und mehr Raum für individuelle Vorlieben und Unterschiede geben müssen”, äußert sich Christina Krumpholz zu der Interpretation der Ergebnisse.

(red)

Titelbild: Pixabay

Wir geben rund einer halben Million Menschen im Monat die Möglichkeit, sich über Österreich und die Welt zu informieren – gratis, denn wir sind überzeugt, dass möglichst viele Menschen Zugang zu unabhängiger Berichterstattung haben sollen.
Doch unsere Arbeit kostet Geld. Hinter ZackZack steht kein Oligarch, keine Presseförderung und kein Inseratengeld der Regierung. Genau das ist unsere Stärke.

Jetzt ist die richtige Zeit, uns zu unterstützen. Wenn du dir nur gelegentlich einen Beitrag leisten kannst, ermöglichst du damit jetzt gleich unabhängigen Journalismus. Wenn du kannst, werde Mitglied im ZackZack-Club! Das ist eine Investition in die Zukunft von Demokratie und Freiheit. Danke.

Lesen Sie auch

4 Kommentare
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare
der Beobachter
22. 07. 2022 3:40

Wie viele Teilnehmer nahmen an der Studie teil? Nach welchen Kriterien wurden selbige ausgewählt? Unter welchen Bedingungen fand das Experiment statt? Wie viele Wiederholungen der Testreihe gab es? Wie sah der Altersdurchschnitt der Teilnehmer aus, etc., etc…..?
Alles entscheidende Faktoren um zur Seriosität dieses Versuchs und seiner Validität überhaupt Stellung nehmen zu können…
Es muss auch hier heller werden!

ManFromEarth
22. 07. 2022 7:38
Antworte auf  der Beobachter

Guten Abend!
Es könnte mit der Originalstudie heller werden:
https://mfe.webhop.me/wp-content/uploads/2022/07/fpsyg-13-911854.pdf

der Beobachter
22. 07. 2022 8:40
Antworte auf  ManFromEarth

Lieber ManFromEarth, danke sehr aufmerksam. Werde ich mir nach dem Aufwachen durchlesen, bin jetzt schon zu müde dazu. Wünsche allseits eine gute Nacht, auf dass es heller werden möge!

ManFromEarth
22. 07. 2022 10:18
Antworte auf  der Beobachter

wünsche Gut zu ruhen!
bei mir ist es hell, viel heller als ich gut verkraften kann….