Montag, Februar 6, 2023
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Basquiat-Rahmen: Ermittlungen gegen Andre Heller

Die Fälschung eines Rahmens von Jean-Michel Basquiat und dessen Verkauf haben dem Künstler Andre Heller nun ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft eingebracht.

Wien, 30. November 2022 |  Das berichtete der “Kurier” unter Berufung auf Behördensprecherin Nina Busek. Für die Behörden habe sich der Anfangsverdacht eines schweren Betrugs erhärtet.

Der “Falter” hatte kürzlich aufgedeckt, dass Heller den Rahmen auf Basis einer zerschnittenen Zeichnung Basquiats in Wien gebastelt habe. Dieser vermeintlich von Basquiat 1987 geschaffene Rahmen wurde gemeinsam mit einem “Untitled” bezeichneten Porträt des Künstlers auf der New Yorker Kunstmesse TEFAF für einen Millionenbetrag angeboten. Heller sprach von einem “kindischen Streich”.

Heller Anwalt: Keine strafbare Handlung

Ein Käufer in New York fand sich damals nicht. Dennoch wechselte die Basquiat-Heller-Kombo alsbald den Besitzer. So erwarb der Wiener Künstlermanager Amir Shariat für einen Kunden zunächst die Zeichnung, während der Rahmen an Heller zurückging – bis der Kunde 2018 dann doch auch den gefälschten Rahmen kaufte, laut “Falter” für 800.000 Euro. Mittlerweile hat Heller den Rahmen wieder zurückgekauft.

Hellers Anwalt Thomas Höhne stellte gegenüber dem “Kurier” eine Betrugsabsicht in Abrede: “Der Rahmen wurde verkauft als Rahmen, auf dem sich Basquiat-Zeichnungen befinden.” Höhnes Partner, Thomas In der Maur, übermittelte nun das folgende Statement: “André Heller ist in Kenntnis des Ermittlungsverfahrens, welches die Staatsanwaltschaft Wien noch ohne Prüfung des Sachverhalts zu eröffnen hatte. Herr Heller hat keine strafbare Handlung zu verantworten. Er ist überzeugt davon, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe rasch und vollständig aufgeklärt werden können.”

(bf/apa)

Titelbild: BARBARA GINDL / APA / picturedesk.com

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Benedikt Faast
Benedikt Faast
Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.
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7 Kommentare

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rgwien
1. 12. 2022 10:28

Der Rahmen hat den Verdacht eines Kunstsachverständigen geweckt, weil er perfekt gemacht war. Diese Perfektion war dem Künstler Basquiat nicht zuzutrauen.

Deshalb ist dieser von André Heller gebastelte Rahmen mehr wert als ein von einem schlampigen Künstler gebastelter Rahmen. Der Käufer kann sich über den gebotenen Mehrwert (gute handwerkliche Ausführung) glücklich schätzen.

Ob ein aufwändig aus Besenstiel und Nägel gefertigter Bilderrahmen € 800.000 wert ist, hat der Käufer für sich entschieden.

Als es sich der Käufer anders überlegte, hat Heller den Rahmen zum ursprünglichen Verkaufspreis zurückgekauft. Ich finde das sehr kulant.

Wenn jemand € 800.000 oder mehr für ein modernes Kunstwerk (Rahmen oder Bild) ausgibt, ist er sicher kein armer Mensch, der einem Betrug zum Opfer gefallen ist. Es ist jemand, der unter seinem Überreichtum leidet und deshalb Künstlern finanziell unter die Arme greift.

der Beobachter
1. 12. 2022 18:39
Antworte auf  rgwien

Lieber rgwien, bitte nicht bös sein. Aber ich habe selten so viel Nonsens in fünf Absätzen gelesen…
Es muss auch hier heller werden!

criticalmind
1. 12. 2022 10:16

Die Frage ist :
Bleibt da der bittere Nachgeschmack des moralisch-überlegenen Gutmenschentums übrig.. ?

der Beobachter
30. 11. 2022 18:44

Ja ja Franzi, einen versuchten schweren Betrug als kindischen Streich abzutun ist wohl etwas vermessen und unglaubwürdig zugleich würde ich meinen. Irgendwann bricht halt der Krug, wenn er solange zum Brunnen geht…
Wenn es da heller wird Franzi, dann gute Nacht!

Zackig
30. 11. 2022 12:43

Es wird wohl auf die Frage hinaus laufen, ob Hellers eiliger Rückkauf des Rahmens nach Erscheinen des Falter Artikels im Falle des Falles noch so rechtszeitig war, um diesen als “Tätige Reue” strafbefreiend gelten zu lassen.

Diese “Tätige Reue” hat ja Hellers Anwalt bereits selbst in einem Interview ins Spiel gebracht – was indirekt in gewisser Weise auch einem Eingeständnis gleichkommt, dass es sich um einen Sachverhalt gehandelt hat/haben könnte, der sehr wohl strafrechtlich von Belang ist/sein könnte. Bei dem man aber danach trachtet, durch tätige Reue, STRAFfrei davon zu kommen.

Aber. Wichtig: STRAFbefreiung bedeutet nicht SCHULDLOSIGKEIT!

(Es gilt die Unschuldsvermutung.)

Sinclai
30. 11. 2022 12:40

In diesem Gezeitenwandel der Neuordnung müssen alle Federn lassen. Die Bürger verlieren langsam ihre Bürgerrechte, dem neureichen Öko-Faschisten wird der neue Elektro – SUV angebohrt und dem viel bejubelten Universal- Genie Heller deutet man einen Kunst-Aktionismus aus alten Tagen in einen möglichen Betrug um. “Die Obsession der Niedertracht oder eine Kathedrale aus Schwachsinn….” Kino braucht es nicht mehr….

baer
30. 11. 2022 11:52

Einfach nur unglaublich dumm. Oder überheblich?

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