Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen HC Strache. Der Vorwurf: Strache soll seinen luxuriösen Lebensstil über Parteispesen finanziert haben.

Wien, 23. September 2019 / Neben der Wiener FPÖ überprüft auch die Staatsanwaltschaft Wien die Spesenabrechnungen von Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache. Wie Behördensprecherin Nina Bussek mitteilte, ist bereits ein Ermittlungsverfahren anhängig. Ob Strache als Beschuldigter geführt wird und ob es darüber hinaus weitere Verdächtige gibt, gab Bussek aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt.

Auf die Frage, in welche Richtung ermittelt wird, meinte die Behördensprecherin: „Rechtlich wäre das allenfalls unter Untreue zu subsumieren.“

Auch FPÖ verdächtigt Ex-Parteichef

Zuvor hatte die Wiener FPÖ angebliche Unregelmäßigkeiten bei Straches Spesenabrechnungen bestätigt. Es finde – ausgehend von Medienberichten – derzeit eine Sonderprüfung statt , sagte Landesparteisekretär Michael Stumpf. Diesen Berichten zufolge hatte der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp am Vorabend des Parteitags am 14. September, bei dem Norbert Hofer zum Bundesobmann gewählt wurde, zu einer Sondersitzung des aus rund 15 Personen bestehenden Landesparteivorstandes geladen. Anlass war die Befürchtung, Gerüchte über angebliche falsche Spesenabrechnungen Straches könnten an die Öffentlichkeit gelangen.

23.000 Euro monatlich reichten nicht für Strache

Straches üppiger privater Lebensstil war in der Vergangenheit immer wieder Thema unter Insidern. Nach Infos von „Heute“ soll Strache als Wiener FPÖ-Chef bis zu seinem Ausscheiden aus der Politik über ein eigenes Spesenkonto von der Landespartei verfügt haben, das mit bis zu 10.000 Euro monatlich dotiert war. Als Vizekanzler erhielt Strache außerdem rund 13.000 Euro netto im Monat vom Staat. Zusammen mit seinem Parteikonto verfügte Strache also über ein monatliches einkommen von mindestens 23.000 Euro.

Doch das genügte offenabr nicht: Im Zeitraum von 2014 bis 2018 soll Strache dennoch private Rechnungen über die Partei abgerechnet haben. Laut „oe24.at“ sollen Rechnungen für private Kleidung auf Rechnungen für Restaurant-Besuche umgeschrieben worden sein.

(APA/red)

Titelbild: APA Picturedesk, Adobe Stock

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